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Sundhagen will jetzt Radweg auf alter B 96

Miltzow Sundhagen will jetzt Radweg auf alter B 96

Gemeindevertretung verwarf die küstennahe Variante / Trassenverlauf soll jetzt straßenbegleitend verlaufen

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Alleenbäume und kleinteiliges Pflaster: Die alte B 96 genießt an vielen Stellen, wie hier bei Reinberg, Schutzstatus.

Quelle: Foto: Reinhard Amler

Miltzow. Es gab keinen Gegenwind, als Sundhagens Bürgermeister Helmut Krüger (CDU) auf der letzten Sundhagener Gemeindevertretersitzung den Tagesordnungspunkt 7.2 zur Beschlussfassung aufrief. Der beinhaltete den künftigen Verlauf des Ostseeküstenradweges in Sundhagen.

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Gemeindevertretung verwarf die küstennahe Variante / Trassenverlauf soll jetzt straßenbegleitend verlaufen

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Küstennah oder straßenbegleitend auf der alten B 96 – das war die große Frage. Aber sie wurde in Miltzow eindeutig beantwortet. Denn wie kaum anders zu erwarten war, stimmten alle Gemeindemitglieder für den sogenannten straßenbegleitenden Verlauf der alten Bundesstraße 96. Damit ist die vom Landkreis und von Touristikern bevorzugte küstennahe Variante, die zuvor zur Diskussion stand, vom Tisch.

Gegen den küstennahen Verlauf würden vor allem naturschutzrechtliche Gründe sprechen, meinte Bürgermeister Helmut Krüger. Allein das Januar-Hochwasser hatte die Situation gravierend verändert und bisherige Planungen infrage gestellt. So verschiebe sich die Küste bei Falkenhagen immer weiter an einen Acker, hatte Krüger schon auf der Oktobersitzung erklärt. Einen zweiten Grund benannte Bauausschussvorsitzender Peter Voß (CDU): „Für einen küstennahen Verlauf müssen wir Grundstücke ankaufen. Das ist aber nicht förderfähig.“

Denn Sundhagen hat kein Geld. Auch nicht dafür, den Weg, wenn er denn irgendwann mal fertig ist, in die Verkehrsicherheitsobhut zu übernehmen. Im Grunde will die Gemeinde den Ostseeküstenradfernweg gar nicht haben. „Sollen doch das Land und der Landkreis die Trägerschaft übernehmen, wenn sie denn den Radweg für die Touristen unbedingt haben wollen“, hatte Linken-Politikerin Christiane Latendorf bereits auf der letzten Sitzung betont.

Wenigstens hat die jetzt beschlossene straßenbegleitende Variante den Vorteil, dass sie die Ortsteile Brandshagen, Reinberg und Kirchdorf verbindet. Und die Gemeinde könnte die alte B 96, die ihr einst als Gemeindestraße übertragen wurde, vielleicht wieder loswerden. „Wir sind bereit, die Straßengrundstücke dem Träger der Baulast wieder zu übereignen“, so Bauausschussvorsitzender Voß.

Bürgermeister Krüger ergänzte in diesem Zusammenhang, dass die jetzt beschlossene straßenbegleitende Variante nicht neu sei. Bereits 2014 hatte sie zur Debatte gestanden. Damals hatte sich die Gemeinde aber dem Druck der übergeordneten Gremien gebeugt und sich für die küstennahe Variante entschieden. Und die war bislang Beschlusslage.

Ob sich nun ein touristischer Radweg auf oder an der alten B 96 am Ende durchsetzen lässt, steht allerdings in den Sternen. Denn dieser Variante müssen viele Gremien zustimmen. Nicht zuletzt geht es hier um den Alleenschutz. Aber auch der Denkmalschutz hat ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Denn die alte 96 steht im Bereich Sundhagen wegen ihres kleinteiligen Pflasters unter Schutz. Im angrenzenden Landhagen, also zwischen Neuenkirchen und Mesekenhagen, ist das nicht der Fall. Dort könnte der Radweg möglicherweise eher gebaut werden. Denn hier wurde das Pflaster schon an mehreren Stellen durch Asphalt ergänzt. Der Grund liegt etwa 30 Jahre zurück: Wegen Devisenmangels waren zu DDR-Zeiten die Steine in den Westen verkauft worden. Für eine D-Mark das Stück.

Peter Lender, Fachbereichsleiter Bau und Umwelt im Landkreis Vorpommern-Rügen sagt, dass eine Möglichkeit wäre, ein Vlies auf die Straße zu legen, das dann asphaltiert werden könnte. Vorausgesetzt, der Denkmalschutz stimmt dem zu.

Der Ostseeküstenradweg soll am Ende 800 Kilometer lang werden und von Flensburg an der dänischen Grenze in Schleswig-Holstein bis nach Swinemünde in Polen führen, über die Inseln Rügen und Usedom.

In Sundhagen und Landhagen klaffen noch Löcher, denn bislang endet die Trasse im Norden in Stralsunds Teschenhäger Weg außerhalb der Ortslage Devin. Im Süden ist in Greifswald Schluss. Auch die Gemeinde Neuenkirchen favorisiert den Verlauf auf der alten B 96, um Grundstücksankäufen im Dorf zu entgehen.

Die Hansestadt Stralsund hat sich unterdessen bereit erklärt, die Planungen bis zur Neuhöfer Straße in Brandshagen (Gemeinde Sundhagen) zu übernehmen. Aus Landhagen kam das Signal, die Planungen bis nach Kirchdorf (Gemeinde Sundhagen) voranzutreiben.

Ostseeküstenradweg

800 Kilometer Länge soll der Ostseeküstenradweg einmal haben. Er soll touristischer Höhepunkt an der Küste werden.

Deshalb wurden auch küstennahe Verläufe in den Regionen favorisiert und umgesetzt.

Im Bereich Strelasund und Dänische Wiek lässt sich das aber offenbar nicht verwirklichen.

Allerdings bietet die Allee auf der alten B 96 eine Alternative, die sicherer, kostengünstiger und auch für die Bewohner besser nutzbar ist.

Reinhard Amler

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Winrich Jax war von 1968 bis 2005 Pastor in Knieper West. Das Gemeindezentrum in der Lindenstraße 151 wurde 1977 eröffnet.

Die Kirche in Knieper West war eines der ersten Gotteshäuser, die zu DDR-Zeiten in einem Neubaugebiet entstanden.

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