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Nordvorpommern Viel Leben in der „Stillen Post“
Vorpommern Grimmen Nordvorpommern Viel Leben in der „Stillen Post“
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00:01 12.12.2017
Sandra Niehoff (l.) stattet den Bewohnern des Kinderdorfhauses „Stille Post“ in Rakow, hier Hausvater Sebastian Berndt mit zwei seiner Schützlinge, einen Besuch ab. Quelle: Foto: Anja Krüger
Rakow

Von jetzt auf gleich ist die Ruhe vorbei im Haus „Stille Post“ in Rakow. Die jüngsten Bewohner des Kinderdorfhauses, in dem sozial benachteiligte Mädchen und Jungen betreut werden, sind gerade aus der Kindertagesstätte nach Hause gekommen. Höflich begrüßen sie die Gäste, Sebastian Berndt bekommt eine kurze Umarmung zur Begrüßung. Zu Besuch ist Sandra Niehoff, die in Grimmen einen Frisörsalon betreibt. Diesmal nicht zum Haare schneiden, wie sie es sonst tut, sondern mit einem Albert-Schweitzer-Kinderdorfhaus aus Pappe – gefüllt mit 300 Euro.

Sebastian Berndt ist gerührt. Der 40-Jährige ist Hausvater in der Einrichtung, die vom Albert-Schweitzer-Familienwerk Wolgast betrieben wird. Im Februar 2015 zog das erste Kind in das denkmalgeschützte Gebäude ein, das einst wirklich mal eine Post war. Derzeit ist das Haus mit sechs Kinder voll belegt. Neben den beiden Sechsjährigen leben dort zwei Grundschulkinder und zwei 15-Jährige. „Jeder hat sein eigenes Zimmer“, erzählt Berndt, der für die Aufgabe als Hausvater von Greifswald nach Rakow zog. „Gearbeitet habe ich bereits 15 Jahre zuvor im ländlichen Bereich für verschiedene Träger“, erzählt er. Wohnen in derart ruhiger Lage sei dagegen am Anfang ungewohnt gewesen. „Für die Kinder ist diese Lage aber perfekt“, betont er. „Die Gegend ist sehr reizarm, sie kommen schneller zur Ruhe. Und trotzdem hat Rakow durch den Bahnhof eine gute Anbindung an die Städte Grimmen und Stralsund“, begründet er die Wahl des Albert-Schweitzer-Familienwerkes, in Rakow ein Kinderdorfhaus zu eröffnen. Der Name „Stille Post“ resultiert daher auch nicht daraus, dass es in dem dreigeschossigen Gebäude immer ruhig zugehen muss, sondern weil die Mädchen und Jungen zur Ruhe kommen und ein geregeltes, kindgerechtes Leben erfahren sollen. „Als langfristiges Ziel streben wir aber die Rückführung in die Familien an, arbeiten deshalb eng mit den Eltern zusammen“, berichtet Berndt. Sei dies nicht möglich, würden er und seine Kollegen die Kinder auf ein selbstständiges Leben vorbereiten. „Dafür gibt es auch eine Trainigswohnung hier im Haus“, berichtet der Hausvater.

Verantwortung übernehmen die jungen Bewohner auch bei der Arbeit in dem Garten, der zum Haus gehört und bei der Pflege der Haustiere, dem Hund und den Hasen.

Die Arbeit, die in dem Haus geleistet wird, ist für Sandra Niehoff, Betreiberin des Grimmener Frisörsalons „Haarwerkstatt“ bewundernswert. „Seit dem Sommer hatten wir das Papphaus im Salon stehen.

Das Geld haben Kunden, Mitarbeiter, Freunde und Bekannte gespendet“, berichtet die 40-jährige Unternehmerin. Sie selbst wohnt in der Gemeinde Süderholz, zu der der Ort Rakow gehört. „Für mich ist es selbstverständlich, mich in der Gemeinde einzubringen. Es erfüllt mich“, begründet sie ihr Engagement. Wofür das Geld eingesetzt werden wird, das will sich Sebastian Berndt nun überlegen. Auf alle Fälle freue er sich riesig darüber.

Glücklich sei er auch darüber, wie gut er und seine Kollegen und vor allem die Kinder in der Gemeinde integriert seien. „Die Jungs spielen beim SV Kandelin Fußball, die Mädchen gehen regelmäßig reiten“, erzählt der ausgebildete Heilerzieher. Aber auch bei den Veranstaltungen in der Rakower Begegnungsstätte „Zum Torfstecher“ seien sie regelmäßig.

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk MV, zu dem das Kinderdorfhaus „Stille Post“ in Rakow gehört, wurde am 18. März 1995 in Wolgast gegründet.

Es ist ein sozial engagierter Verein im Bereich der freien Jugendhilfe, der jährlich etwa 40 Kindern in schwierigen Lebenslagen ein Zuhause gibt.

Vier Kinderdorfhäuser betreibt der Verein in Mecklenburg-Vorpommern – in Rakow, zwei in Wolgast und Kröpelin.

Das Haus „Stille Post“ wurde im Dezember 2014 eröffnet. Im Februar 2015 zog das erste Kind ein.

Sechs Mädchen und Jungen aus sozial benachteiligten Familien leben derzeit in dem Haus.

Anja Krüger

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