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Nordvorpommern Von Italien ins vorpommersche Dorf
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01:23 23.08.2014
Barbara Frentzel-Beyme, Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Rolofshager Feldstein-Kirchenruine, vor ihrem Haus in Rolofshagen, das früher ein Speicher war. Fotos (2): Peter Franke

Barbara Frentzel-Beyme ist schon viel herumgekommen. Die gelernte wissenschaftliche Laborantin, die während ihrer beruflich aktiven Zeit bis 1989 auf dem Gebiet der Teilchen-Physik arbeitete, lebte bei Hannover, in Göttingen, in München und in Schweden. In Italien lernte sie ihren Ehemann Alberto Zamboni kennen. Der lebt noch heute dort wie auch Tochter Maricetta. Helga, die zweite Tochter, wohnt mit im Haus der Mutter in Rolofshagen. „Mein Mann und ich besuchen uns gegenseitig. Entweder ich fahre nach Italien, oder er besucht mich hier“, sagt Barbara Frentzel-Beyme.

Während der Ehemann Italien vorzog, wollte Barbara Frentzel-Beyme, die ursprünglich aus Ostpreußen stammt, wieder nach Deutschland zurück: „Es ist schön in Italien, aber man ist dort immer der Ausländer.“ In den Osten wollte sie, „weil ich mit den Leuten im Osten besser zurecht komme als mit denen im Westen“, begründet Frentzel-Beyme. Und: „Ich wollte so weit nach Nordosten wie möglich, charaktermäßig liegt mir der Norden sehr nahe.“

Sie suchte nach einem Haus und fand es schließlich in Rolofshagen. Ein rustikaler, ehemaliger Speicher, dessen Alter man nicht genau kennt und der als Wohnhaus genutzt wurde, aber schon einige Zeit leer stand. „Ich habe feste mitgearbeitet bei der Sanierung“, unterstreicht die Rolofshagenerin. 1999 begann der Umbau des Gebäudes. Im Jahr 2001 konnte die Neu-Rolofshagenerin endlich einziehen.

Mit ausschlaggebend bei der Wahl Rolofshagens als Wohnort war der historische Dorfkern. „Die Kirchenruine und der Friedhof haben mir sofort gefallen“, denkt Barbara Frentzel-Beyme zurück. Die Ruine der uralten Dorfkirche hat es ihr angetan, und für deren Erhalt engagiert sie sich auch.

„Seit 2004 habe ich mich um die Ruine bemüht. Schon damals hatte ich das Konzept, dort Kultur stattfinden zu lassen“, berichtet Barbara Frentzel-Beyme. 2006 ist das Geburtsjahr des Vereins zur Erhaltung der Feldstein-Kirchenruine in Rolofshagen, der heute 27 Mitglieder zählt. In der Zeit davor habe sie „viel telefoniert, mit Leuten gesprochen, mit Ämtern verhandelt.“ Schließlich ging es auch um Fördergelder, ohne die eine Sicherung der Kirchenreste nicht möglich gewesen wäre. Inzwischen ist der Feldstein-Bau teilweise überdacht. Regelmäßig wird zu kulturellen Veranstaltungen eingeladen, deren Besuch bis auf wenige Ausnahmen zumeist kostenlos möglich ist. Lediglich um Spenden für die weitere Vereinsarbeit wird jeweils gebeten.

Barbara Frentzel-Beyme fühlt sich gut angekommen in Rolofshagen: „Ich habe das Gefühl, dass ich akzeptiert werde im Dorf.“ Der Ort sei schöner geworden in den vergangenen Jahren, empfindet Barbara Frentzel-Beyme: „Es gibt auch wieder mehr Zusammenhalt im Dorf.“ Was ihr fehlt in Rolofshagen, ist ein überdachter Raum für Veranstaltungen, als Treffpunkt. „Wo man auch mal eine Ausstellung machen kann.“ Für die Kirchenruine hofft Barbara Frentzel-Beyme, bald das Ostfenster sanieren lassen zu können. Der Kirchgemeinderat lehne aber eine neue Verglasung ab. Ein Restaurator hingegen habe geäußert, ohne Glas machten Arbeiten an dem Fenster keinen Sinn.

Die Kirche
Die Rolofshagener Feldstein-Kirche soll um 1300 erbaut worden sein. Seit 1987 ist das Bauwerk eine Ruine. Erhalten sind die Außenmauern und die Sakristei. Auf dem Kirchhof befindet sich ein hölzerner Glockenturm. Von dem ehemaligen Dreiergeläut blieb durch kriegsbedingte Beschlagnahmen von 1917 nur die mittlere Bronzeglocke übrig. Sie trägt die Aufschrift „Mich hat gegossen Joh. Gottfried Wosaeck in Stralsund Anno 1744“. Seit Mai 2007 ist die Kirchenruine baulich gesichert und als kultureller Ort nutzbar.

Quelle: Verein zur Erhaltung der Feldstein-Kirchenruine in Rolofshagen.



Peter Franke

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