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Nordvorpommern Von der Arbeitslosigkeit zum Traumjob
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03:40 07.09.2013
Martina Hallier (44) aus Marlow lernt ihren Traumjob Erzieherin.
Bad Sülze

Von der Arbeitslosigkeit in den Traumberuf: 20 Frauen und Männer zwischen 28 und 53 Jahren drücken jetzt in Bad Sülze die Schulbank, um Erzieher zu werden. Mit diesem landesweiten Modellprojekt soll dem akuten Erziehermangel in Mecklenburg-Vorpommern entgegengewirkt werden. „Es gibt einen massiven Bedarf in dem Bereich“, sagt Sylke Turner, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Ribnitz Damgarten.

Die Bildungsstätte Jambus in Bad Sülze, die zum Diakonischen Bildungszentrum gehört, geht nun mit einem Modellprojekt an den Start, in dem Arbeitslose zu staatlich anerkannten Erziehern ausgebildet werden. Die Wahl fiel auf Bad Sülze für dieses Pilotprojekt, weil die Nachfrage nach pädagogischen Fachkräften in der Region Vorpommern-Rügen sehr groß ist.

150 Interessenten haben sich auf die Plätze beworben, 50 wurden zum Eignungstest geladen, 20 haben es geschafft. Erstaunlich: Mit sechs Teilnehmern sind überproportional viele Männer in der Gruppe vertreten. Mitbringen mussten die Umschüler einen Realschulabschluss, ordentliche Noten, eine abgeschlossenen Berufsausbildung und den sogenannten Bildungsgutschein. Die Ausbildung dauert drei Jahre. „Weil die Teilnehmer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, konnte die Gesamtausbildungsdauer von eigentlich vier auf drei Jahre reduziert werden“, erläutert Heike Harder, Geschäftsführerin im Diakonischen Bildungszentrum, die Einzelheiten.

Für viele Teilnehmer hat sich mit der Ausbildung ein Traum erfüllt. „Ich bin überglücklich, ich wollte schon immer Erzieherin werden", sagt Anja Ahmadi (36) aus Sanitz. Sie hat Verkäuferin gelernt und ist seit gut zweieinhalb Jahren arbeitslos. Die allein erziehende Mutter zweier Kinder lag ihrem Betreuer lange in den Ohren, dann endlich war ein Kurs für sie frei. Bewerbung bei Jambus, Test bestanden und nun kann sie ihren Traumjob lernen, „mit genau 20 Jahren Verspätung."

René Simon (41) aus Stralsund ist seit etwa anderthalb Jahren ohne Arbeit. Der gelernte Schweißer hat zwölf Jahre als Steinmetz gearbeitet. Dass er auch mit Kindern und Jugendlichen umgehen kann, zeigt er im Sportverein, wo er den Nachwuchs im Volleyball trainiert. Ein Praktikum bei der Jugendhilfe habe ihn darin bestärkt, sich bei Jambus zu bewerben. „Mir macht das Spaß. Ich bin zuversichtlich, dass ich das kann, das habe ich ja bereits im Praktikum gemerkt", sagt der Stralsunder.

„Ich bin nicht arbeitslos“, sagt Martina Hallier (44) aus Marlow lächelnd. Sie engagiert sich als Integrationshelferin beim Arbeitersamariterbund (ASB) Warnow-Trebeltal, der auch die Trägerschaft für ihre Ausbildung übernommen hat. „Ich komme aus einer Familie von Lehrern und Erziehern und wollte Pädagogik studieren.“ Das sei ihr zu DDR-Zeiten aber verwehrt worden. So lernte sie Krankenschwester, arbeitete als Arzthelferin und machte schließlich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. „Jetzt wird mein Traum wahr", freut sie sich.

Eine Schulglocke bimmelt nicht im Bad Sülzer Seminarraum, aber Sozialpädagoge Albert Krüger wartet am ersten Schultag bereits auf seine Schüler. Wie es die Fachschulverordnung vorsieht, steht in der „ersten Klasse“ zunächst die „Entwicklung der beruflichen Identität" auf dem Stundenplan.

Erziehermangel in MV
Bei den Erziehern zeichnet sich laut Arbeitsagentur Stralsund ein starker Bedarf ab. Im August standen 382 Suchenden 111 gemeldete offene Stellen gegenüber. Das Problem:

Etwa ein Viertel der arbeitslosen Erzieher ist über 50 Jahre alt und will ungern noch in Kitas eingesetzt werden. Aber genau in denen entstehe der Bedarf, sagt der Sprecher der Arbeitsagentur, Christian Glaser. Andere Gründe, weswegen offene Stellen nicht besetzt würden, seien u.a. Entfernung zum Wohnort oder Wochenarbeitszeit (Teil- oder Vollzeit).

Susanne Retzlaff

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