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Grimmen Ziel: Wieder ein normales Leben führen

Der Verein „Gartenhaus“ kümmert sich um Menschen mit psychischen Erkrankungen

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Die 25-jährige Ricka Marlow und Madeleine Wolk (25) arbeiten gerne im Garten. FOTOS (3): RAIK MIELKE

Grimmen. Karin Schmidt und Norbert Witt schälen in der Küche des „Gartenhaus e.V.“ Kartoffeln. „Dies ist ein Teil unseres Konzeptes“, sagt die Grimmener Leiterin Christine Berge und erklärt: „In erster Linie geht es darum, dass die Leute wieder ein Zeitgefühl bekommen und lernen, einen normalen Tag zu führen.“ Und ein gesundes Mittagessen selber zuzubereiten, gehört natürlich dazu.

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Der Verein „Gartenhaus“ kümmert sich um Menschen mit psychischen Erkrankungen

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Seit 1998 gibt es in der Trebelstadt die Einrichtung für psychisch kranke Erwachsene. „Damals gab es den Verein ,Gartenhaus’ schon in Stralsund. Da es auch in Grimmen und Umgebung viel Bedarf gab, wurde hier eine Außenstelle geschaffen“, blickt Christine Berger zurück und beschreibt: „Wir kümmern uns um Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr mit den unterschiedlichsten psychischen Erkrankungen.“ Wie die Leiterin beschreibt, können dies Persönlichkeitsstörungen, die Borderline-Erkrankung oder eine Form der Schizophrenie sein.

„In unsere Einrichtung kommen die Leute erst dann, wenn sie sich selber eingestanden haben, dass sie psychisch krank sind und wieder einen Weg zurück in die Normalität finden wollen“, erklärt Christine Berger. Heißt konkret: Eine psychische Erkrankung wurde bereits festgestellt, und der aktuelle Gesundheitszustand lässt es zu, dass die Leute an den verschiedenen Therapieangeboten teilnehmen können. „Der schwierigste Schritt ist immer der erste. Eine psychische Erkrankung sieht man in den seltensten Fällen an körperlichen Veränderungen“, betont die Leiterin.

In Grimmen hat „Gartenhaus“ einen kompletten Aufgang in der Borstschew Straße mit Therapie- und Gemeinschaftsräumen eingerichtet. „Es geht zum einen darum, dass die Leute wieder eine Eigeninitiative entwickeln, ihren Tag strukturiert und sinnvoll zu gestalten“, sagt Christine Berger. In weiteren Schritten geht es darum, wieder soziale Kontakte zu knüpfen und Strategien zu erlernen, die einem in Krisenzeiten helfen. „Diese Ziele werden durch unterschiedliche Angebote erreicht“, weiß die Leiterin zu berichten. So geht es in der täglichen Arbeit um lebenspraktische Übungen, wie gemeinsam einkaufen zu gehen, um den richtigen Umgang mit Geld oder um eine vernünftige Haushaltsführung.

„Wichtig sind vor allem die ergo- und arbeitstherapeutischen Angebote, bei denen gestalterische Arbeiten mit Holz, Ton oder Seidenmaterial den Leuten helfen, über einen längeren Zeitraum an einem Projekt zu werkeln, um am Ende ein Ergebnis zu bekommen“, unterstreicht die Leiterin den Stellenwert dieser Angebote.

Sämtliche Therapien für maximal 15 Personen finden in der Tagesstätte in der Borstschew-Straße statt. Zudem gibt es in Grimmen eine kleine Wohngruppe und das betreute Wohnen. Dort leben drei Personen in einer Wohngemeinschaft. Sie haben ein Einzelzimmer und nutzen zudem die Gemeinschaftsräume.

„Das Ziel ist es, die Bewohner durch individuelle Betreuung und Förderung wieder auf ein eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden vorzubereiten“, erklärt Christine Berger. Komplettiert wird die Arbeit durch das ambulante Wohnen. „Hier fahren wir in die Häuslichkeiten und helfen nach Bedarf“, sagt die Leiterin und verdeutlicht: „In welchem Umfang die Leistungen stattfinden, wird unter Berücksichtigung des gesundheitlichen Zustandes durch das Sozialamt geklärt. “

Um dieses intensive Therapieangebot kümmern sich in Grimmen neben sieben Spezialkräften aus den unterschiedlichen Fachbereichen auch drei Zuverdienstkräfte. „Ich fühle mich hier sehr wohl und merke, wie gut mir die Gemeinschaft tut“, sagt die 25-jährige Ricka Marlow, welche sich gemeinsam mit Madeleine Wolk (25) gerne um die Gartenarbeit kümmert.

Raik Mielke

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