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Grimmen Notsignal: Pflegeeltern gesucht
Vorpommern Grimmen Notsignal: Pflegeeltern gesucht
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00:01 28.10.2016
Yannis, Mandy und Kim Schulert (v.l.) mit den Pflegekindern Leonie und Alex (2), die seit einem Jahr bei der Familie leben. Quelle: Miriam Weber

Ein Blick in die Augen der kleinen Leonie und ihres Bruders Alex (Namen von der Redaktion geändert) hat ausgereicht: „Da wusste ich, das packen wir“, erinnert sich Mandy Schulert an die erste Begegnung mit ihren Pflegekindern vor einem Jahr. Heute ist das Zwillingspärchen zweieinhalb Jahre alt und fest in der Familie integriert. Unterstützung im Alltag erhält die 34-jährige Pflegemutti von ihrem Mann Oliver (37) und den beiden leiblichen Söhnen Yannis (11) und Kim (7). Besonders Yannis geht in seiner Rolle als großer Bruder auf.

„Im gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen leben 315 Kinder in 290 Pflegefamilien“, erklärt Sybille Buch, Fachgebietsleiterin im sozialpädagogischen Dienst des Landkreises. „Was wir vor allem brauchen, sind Bereitschaftspflegestellen“, sendet Sybille Buch ein Notsignal aus. „Wir haben nur acht im Landkreis.“ Unter so einer Pflegestelle versteht man Familien, die sich bereit erklären, Kinder in akuten Notsituationen aufzunehmen. „Das heißt, dass mitten in der Nacht ein Anruf kommen kann, ein Kind zu beherbergen“, sagt Sybille Buch. Für einen möglichst kurzen Zeitraum sind sie dann in der Familie untergebracht. „Das kann nur eine Nacht sein oder ein paar Tage.“ Jede Bereitschaftspflegestelle erhält im Monat pauschal 275 Euro. „Unabhängig davon, ob tatsächlich ein Kind aufgenommen wurde oder nicht“, sagt die Fachgebietsleiterin.

Doch ganz gleich, ob nun Pflegefamilie oder Bereitschaftspflegestelle, „es muss eine hohe Motivation dahinter stecken, ein Kind in die Familie aufzunehmen. Pflegeeltern zu sein ist eine dankbare, aber oft schwierige Aufgabe“, sagt Sybille Buch. Auch bei Mandy und Oliver Schulert fiel die Entscheidung, Pflegeeltern zu werden, nicht von Heute auf Morgen. „Wir haben uns das gut überlegt und mit unseren Söhnen lange darüber gesprochen“, sagt die Schwesternhelferin, die bei einem Pflegedienst arbeitet.

Dass es dann gleich Zwillinge wurden, kam auch für die Stralsunderin überraschend. „Aber trennen konnten wir die beiden doch nicht“, sagt sie und schaut auf die Kleinen. „Leonie hat den Schalk im Nacken, und Alex ist unglaublich wissbegierig und fragt immer genau nach“, erzählt sie.

Den Schritt, die Kinder aufzunehmen, hat die Familie nicht bereut. „Es ist schön, Leonie und Alex lachen zu sehen. Wir sind froh, ihnen eine kleine heile Welt in unserer Familie bieten zu können“, erklärt Mandy Schulert ihre Motivation. Auch wenn es einen hohen organisatorischen Aufwand erfordert, den Alltag zu wuppen und man mit schwierigen Phasen klarkommen muss. Denn einige Kinder haben traumatische Erlebnisse hinter sich und dadurch bedingt Entwicklungsstörungen. „Aber wenn wir Fragen haben, können wir uns jederzeit an Freunde und vor allem auch das Amt wenden“, sagt Mandy Schulert. „Wir bieten Beratungen und Unterstützung an, und im Vorfeld gibt es bereits viele Schulungen“, ergänzt Sybille Buch.

Die sind wichtig, um die Pflegeeltern darauf vorzubereiten, dass es sich nicht um eine „Hilfsadoption“ handelt, wie es Sybille Buch ausdrückt. „Natürlich wären wir traurig, aber wir wissen, dass die Zwillinge jederzeit zu den leiblichen Eltern zurückkehren könnten“, sagt Mandy Schulert. Einmal pro Woche treffen die Kleinen die Mutter und verbringen zwei Stunden mit ihr. „Natürlich schauen wir genau hin, was für das Kind das Beste ist, und das wird von Fall zu Fall entschieden“, sagt Sybille Buch. Aber der überwiegende Teil der Kinder bleibe für einen längeren Zeitraum bei der Pflegefamilie.

Kontakt in den Jugendämtern

Ansprechpartnerin in der Hansestadt Stralsund in der Lindenallee 61 ist Helga Rogall-Lange unter ☎ 03831/3571964.

In Grimmen ist Elke Paare für Fragen und Informationen in der Bahnhofstraße 12/13 unter ☎ 03831/3571981 zu erreichen.

In Ribnitz-Damgarten kann man sich bei Gabriele Neubauer in der Damgartener Chaussee 40 unter ☎ 03831/3571986 informieren.

In Bergen steht Gunhild Töpfer in der Störtebekerstraße 30 unter ☎ 03831/3571941 für Fragen zur Verfügung.

Miriam Weber

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