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Grimmen Österreicher kaufen Ziegenhof
Vorpommern Grimmen Österreicher kaufen Ziegenhof
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00:00 15.04.2013
Palmzin

Aus dem österreichischen Vorarlberg ins vorpommersche Palmzin verschlug es die beiden Landwirte Michael Haider (32) und Andreas Vogel (42). Hier konnten sie sich mit dem Kauf des Ziegenhofes einen langjährigen Wunsch erfüllten.

Während der zuvor als Zoofachhändler tätige Michael Haider die Kenntnisse der Tierhaltung beim dreijährigen Besuch einer landwirtschaftlichen Fach- und Berufsschule erworben hatte, war Andreas Vogel von Kindesbeinen an mit der Landwirtschaft vertraut. Er hatte einst eine Berufsausbildung zum Gärtner und Floristen absolviert, dann aber zum Optiker umgesattelt.

Vor fünf Jahren, als die hobbymäßige Milchschaf- und Milchziegenhaltung von Michael Haider immer professionellere Züge annahm und die Arbeit nicht mehr allein zu schaffen war, bot sich Andreas Vogel als Aushilfe in dem kleinen Nebenerwerbsbetrieb an. „Ich wollte schon immer gern mit Tieren arbeiten, denn man bekommt von ihnen sehr viel zurück“, lautete sein Motiv. Damals hielt Michael Haider noch 30 Milchschafe und zehn Ziegen, kurz vor dem Wechsel nach Palmzin waren es schon 47 Schafe.

Die beiden Österreicher hatten sich auch in ihrer Heimat nach einem größeren Objekt umgesehen, um den langjährigen Nebenerwerb endgültig auf professionelle Füße zu stellen. Doch die Grundstückspreise in Vorarlberg sind für Existenzgründer alles andere als erschwinglich. So wandten sie den Blick in Richtung Deutschland.

Die Region spielte bei ihren Überlegungen keine Rolle. „Wir hätten genauso gut einen Betrieb in Thüringen oder Brandenburg übernommen“, erzählte Michael Haider, „aber durch einen Zufall fanden wir im Internet den Ziegenhof Palmzin.“

Im August 2012 reisten sie ins kleine, zwischen Semlow und Marlow gelegene Dorf, um sich den zum Verkauf stehenden Hof anzusehen. Obwohl ihnen rasch klarwurde, dass hier eine Menge getan und investiert werden muss, überlegten die beiden Interessenten nicht lange und wurden sich mit der Vorbesitzerin einig.

Bereits im November siedelten sie in ihre neue Heimat über und brachten einen Teil ihrer Tiere mit: die Milchschafe sowie ein Pferd. Die Ziegen hatten sie vor dem Umzug verkauft, denn in Palmzin warteten ja die Tiere des Ziegenhofes auf ihre neuen Besitzer, die ab jetzt gleichberechtigte Geschäftspartner waren. Ohne Verzögerung krempelten sie ihre Ärmel hoch und packten zu. Sie entrümpelten, räumten auf, besserten aus und investierten in eine moderne Melkanlage mit Waschhaus sowie in eine neue Käserei mit Trockenlager. „Gerade bei der Weiterverarbeitung von Ziegenmilch muss penibelste Hygiene herrschen, damit die Erzeugnisse nicht nach Ziege schmecken“, so Michael Haider.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit geben die 50 Toggenburger Ziegen jeweils zwei bis drei Liter Milch täglich, die zwei französischen und 46 ostfriesischen Milchschafe jeweils etwa zwei Liter. Die wird unverzüglich zu Joghurt, Frisch-, Weich- oder Schnittkäsen verarbeitet. Zu haben sind sie auf dem Hof oder auf den Sommerfrischemärkten der Region. Ein dankbarer Abnehmer, auch für die Spezialitäten aus Ziegen und Lammfleisch, ist die Gastronomie der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Auch in Hinsicht auf den Tierbestand wächst der Arbeitsaufwand im Frühjahr in geometrischer Weise: Zu den etwa 100 Alttieren gesellen sich noch einmal 200 Lämmer und Zicklein.

Welche Summe die beiden Landwirte investiert haben, wollten sie nicht verraten, „Es war viel mehr, als wir ursprünglich dachten“, ließen sie durchblicken. Über ihre Arbeit hinaus haben sie vorläufig noch genug mit der Beseitigung der letzten Schwachstellen auf dem zwei Hektar großen Gelände zu tun. Wenn alles ihren Vorstellungen entspricht, wollen sie zu einem Tag der offenen Tür einladen. Das Nahziel heißt jedoch, die größtmögliche Menge der Produkte zur Vermarktung zu bringen.

• Internet:

www.ziegenhof-palmzin.de

Durch einen Zufall stießen wir im Internet auf den Ziegenhof.“ Michael Haider,

Landwirt

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