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Grimmen Ohrwürmer oder Nervtöter?
Vorpommern Grimmen Ohrwürmer oder Nervtöter?
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00:05 28.11.2016
Charmant versuchte Schlagersänger Christian Lais Stimmung in den Kulturhaussaal zu bringen.

Grimmen. Seit mehr als 20 Jahren darf ein Termin im Grimmener Stadtkulturhaus „Treffpunkt Europas” nicht fehlen. Die Rede ist von der Weihnachtsgala.

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Nur 300 Besucher feiern ihre Schlagerstars bei der Weihnachtsgala im Stadtkulturhaus

„Diese Veranstaltungsreihe hat gleich Anfang der 1990er-Jahre begonnen”, erklärt Kulturhausleiter Morten Kabisch. Damals gingen die musikalischen „West-Stars” auf Tournee in den neuen Bundesländern. Und wie allerorts, war es in den 1990ern, aber auch den frühen 2000ern auch in Grimmen schwer, überhaupt eine Karte für diese weihnachtliche Schlagershow zu bekommen. Als das Stadtkulturhaus saniert wurde, musste die Gala einmal sogar in der Südwest-Sporthalle ausweichen, damit die beliebte Musik-Show nicht ausfällt.

„Ich gehe schon seit zwei Jahrzehnten jedes Jahr zur Gala”, beschreibt Besucherin Heiderose Siewert und erinnert sich: „Anfangs musste man sich gleich in den ersten Tagen des Kartenvorverkaufs ein Ticket sichern. Heute ist dies entspannter.”

Warum sind aber aus den knapp 700 Besuchern vor einigen Jahren inzwischen nur noch 300 geworden?

Schon beim Betreten des Saals werden die Schlagerfreunde von einer einladenden Bühnendekoration begrüßt. „Früher standen dort mehrere Tannenbäume und Schlitten, heute wird viel mit Licht gemacht und weniger mit Gegenständen”, erklärt Besucherin Erika Bölkow einen Unterschied und meint: „Ich bin aber früher wie heute vom Ambiente immer wieder begeistert.”

Wenn es also an den äußeren Begebenheiten nicht liegt, stellt sich die Frage, ob es der Deutschen Fernsehlotterie als Veranstalter immer noch gelingt, gute Sänger für die Weihnachtsgala zu gewinnen?

„Also am meisten freue ich mich auf Bata Illic. Er war zwar vor zwei Jahren schon mal hier, aber er hat eine so schöne Stimme”, schwärmt Besucherin Gertraut Schulz. Dass jener dann wenig überraschend ohne viele Worte zu verschwenden mit dem Hit „Michaela” beginnt, stört die Grimmener nicht.

„Das ist einfach ein tolles Lied. Alle können mitsingen und dieser Hit hat kein Verfallsdatum”, findet Horst Dühringer. Das Bata Illic anschließend die gleiche Geschichte einer angeblichen Verwechslung seiner Person mit Karel Gott erzählt, fällt dem einen oder anderen dann doch auf. „Das hat er bei seinem letzten Gastspiel auch erzählt. Schön, dass er sich aber an seinen Auftritt in Grimmen erinnern konnte. Er ist immer sehr nah bei seinen Fans”, findet Ulrich Rosnau. „Ich singe die Hits, die mich in Deutschland bekannt gemacht haben, weil die Leute sie hören wollen”, erklärt Illic. Und mit „Knopf an deiner Bluse” und „Schwarze Madonna” gibt es dann doch deutlich mehr Ohrwürmer, als nur „Michaela“, die das Schlagerurgestein präsentiert.

Die Moderation übernimmt Lara Bianca Fuchs. Den Grimmener Schlagerfans ist sie ein Begriff durch zahlreiche TV-Auftritte. Aber es ist doch nicht die ganz große Nummer, um durch den dreistündigen Abend zu führen. Wenig wortgewandt präsentiert sie sich. „Da fehlte mir ein bisschen Witz und Dynamik”, findet auch Kerstin Sühlert. Die Stimmungskurve ein wenig nach oben zu bewegen, versucht anschließend Christian Lais. Auf seine Animationen mit schwenkenden, leuchtenden Handys lassen sich die Trebelstädter dann aber doch nicht ein. Zumindest beim Schunkeln und Klatschen im Stehen machen die meisten Gala-Besucher mit. Komplettiert wird das Künstler-Quartett durch Uwe Busse, der mit starker Stimme und guten Songs überzeugt. Scheinbar für viele das eigentliche Highlight ist aber die Jagd nach den Autogrammen. Die Grimmener wollen ihren Sängern ganz nah sein. „Sonst sieht man sie nur im TV, bei der Gala hat man sogar Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen”, freut sich Ilse Petershagen. Im zweiten Teil wird es dann besinnlich. Man merkt, wie sehr die rund 300 Besucher dies genießen. „Schön, wenn bekannte Weihnachtslieder erklingen. Das ist für mich jedes Jahr aufs Neue das Schönste an der Gala”, gibt Rosemarie Kellner zu. Es ist nicht mehr die ganz große Sache für viele Grimmener.

Aber diejenigen, die auch in diesem Jahr das Programm im „Treffpunkt Europas“ genossen haben, sprechen von einem schönen Nachmittag. „Man kommt mal raus und wird über drei Stunden hinweg super unterhalten. Mir hat es gefallen”, lautet das Resümee von Frank Gerke.

Zahlen und Fakten zur Gala

300 Besucher kamen zur Weihnachtsgala der Deutschen Fernsehlotterie in das Grimmener Stadtkulturhaus „Treffpunkt Europas“.

700 Musikfreunde waren es vor einigen Jahren beinahe, die gezählt wurden, als der musikalische Weihnachtsgruß in die Trebelstadt kam.

3 Stunden wurden die Gäste im Grimmener Veranstaltungsgebäude von vier Stars unterhalten. Neben aktuellen Hits und vielen Ohrwürmern wurden im zweiten Teil von allen Schlagersängern Weihnachtslieder gesungen.

26 Mal ging die Deutsche Fernsehlotterie mit der Weihnachtsgala bereits auf Tournee. Von Beginn an ein fester Tourneestandort ist die Bühne des Grimmener Stadtkulturhauses.

Raik Mielke

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