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Opernale feiert die Reformation mit einem Brückenschlag

Jager Opernale feiert die Reformation mit einem Brückenschlag

Konzept für 2017 steht / In diesem Jahr besuchten 2000 Menschen die Oper auf dem Lande

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Der Opernale-Verein brachte „De Zauberfläut“ in diesem Jahr auf dem vorpommerschen platten Land auf die Bühne.

Quelle: Fotos: Vincent Leifer

Jager. Die Opernale-Macher aus Jager in der Gemeinde Sundhagen feiern im nächsten Jahr auf vorpommerschen Bühnen die Reformation. Zumindest die weiblichen Erben der Reformation vor dann 500 Jahren. „Käthe, Alwine, Gudrun – drei Frauen, drei Zeiten, eine Wurzel“ lautet der Titel der Opernale 2017.

OZ-Bild

Konzept für 2017 steht / In diesem Jahr besuchten 2000 Menschen die Oper auf dem Lande

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Opernale 2016

2000 Zuschauer erlebten in Bröllin und in Griebenow die Opernale 2016: „De Zauberfläut – Niederdeutsch trifft Hochkultur“.

8 öffentliche Geldgeber unterstützten dabei den Verein aus Jager in der Gemeinde Sundhagen.

200000 Euro Gesamtkosten umfasste das umfangreiche Budget.

„Es geht um Katharina von Bora (1483-1546), Luthers Frau Käthe, die sozusagen die Urmutter aller Pfarrersfrauen war“, erklärt Henriette Sehmsdorf, künstlerische Leiterin. Gemeinsam mit dem Reformator schuf sie das erste evangelische Pfarrhaus und damit eine Institution, die es so nur in Deutschland gibt. Auch Alwine Wuthenow (1820-1908) stammt aus einem Pfarrhaus. Sie wurde in Neuenkirchen bei Greifswald geboren. „Sie bringt den regionalen Aspekt in unsere Aufführungen“, verrät Sehmsdorf. In der musikdramatischen Theateraufführung sind vertonte niederdeutsche Gedichte der Neuenkirchnerin zu hören. Gudrun Ensslin (1940-1977), RAF-Terroristin und ebenfalls aus einem evangelischen Pfarrhaus stammend, ist die dritte Frau, um die es gehen wird. „Käthe wird versuchen, zwischen der depressiven und gottesfürchtigen Niederdeutsch-Dichterin Alwine Wuthenow und dem hochexplosiven Weltbild der schwäbischen Gudrun Ensslin zu vermitteln. Es wird ein Brückenschlag zwischen der Reformationszeit, dem Biedermeier und dem 20. Jahrhundert“, ordnet Henriette Sehmsdorf ein. Es gehe um das weibliche Selbstbild und die Heimat und um die immer aktuelle Frage „Was zählt am Ende?“.

In etwa zehn Kirchen der Kreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald soll das Stück aufgeführt werden. Es wird also wieder ein mobiles Opernale-Format sein. Ob der Start dazu in Alwines Geburtsort Neuenkirchen stattfindet, stehe noch nicht fest. Wohl aber, wo der Schlussakkord zu hören sein wird: Nämlich am 7.Oktober 2017 im Greifswalder Dom. „Derzeit suchen wir aufgeschlossene Kirchengemeinden, die mit uns bei einer der weiteren Aufführungen kooperieren“, sagt Sehmsdorf.

Gesucht werden aber auch weitere Mitstreiter – Menschen, die ehrenamtlich im Opernale-Verein mitarbeiten oder auch solche, die finanziell helfen wollen, das Ziel der Opernale umzusetzen: Leute von hier, Kinder, Senioren, Nachbarn mit Kunst vor Ort in Kontakt zu bringen und sie für Oper zu begeistern.

Bisher rechnen die rührigen Opernale-Macher trotz bereits zugesagter Förderungen fürs nächste Jahr mit einem finanziellen Loch von 20000 Euro, das noch gestopft werden muss. Auch deshalb soll es zwar im nächsten Jahr wieder eine Opernale-Aktie geben, aber in anderer Form als bisher. Als bisherige Stück-Aktie war das Papier gleichzeitig eine Eintrittskarte. 2017 kann man mit einer Aktie im Wert von 50, 100 oder 250 Euro Fördermitglied werden. Die Aktie soll ab Anfang Dezember erhältlich sein.

In diesem Jahr gab es acht öffentliche Geldgeber, die neben den 40 Künstlern auf der Bühne und den Organisatoren für das positive Ergebnis von „De Zauberfläut – Niederdeutsch trifft Hochkultur“ mit verantwortlich waren. „Wir hatten neun tolle Vorstellungen in Bröllin und Griebenow und in Griebenow darüber hinaus auch ein umfangreiches Nebenprogramm“, erzählt die künstlerische Leiterin. 200

000 Euro Gesamtkosten umfasste das umfangreiche Budget, etwa 2000 Zuschauer erlebten die Aufführungen. „Unser Konzept ist aufgegangen, wir sind zufrieden. Mit dem Publikum, den Künstlern und damit, dass alles ohne Zwischenfälle über die Bühne ging“, resümiert Henriette Sehmsdorf. Das alles sei ein Drahtseilakt gewesen, weil niemand ausfallen durfte. Und es sei so brillant auch dank der Wilmshagenerin Petra Schwaan-Nandke, die wohl als einziger Mensch der Welt Platt so excellent in Mozarts Oper einzubinden verstehe.

Almut Jaekel

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