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Grimmen Ostseeradweg endet vor Sundhagen
Vorpommern Grimmen Ostseeradweg endet vor Sundhagen
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00:00 21.10.2017
Wir haben schon die alte B 96 an der Backe. Das reicht. Gabriele Dörner stellv. Bürgermeisterin CDU)
Miltzow

Wird der Ostseeküstenfernradweg zwischen Stralsund und Greifswald einmal durchgängig befahrbar sein? Wer die jüngste Gemeindevertretersitzung in Sundhagen verfolgte, muss zu dem Schluss kommen, dass dies zumindest zeitnah nicht geschehen wird. Und das, obwohl Landrat Ralf Drescher (CDU) erst am 6. September alle Beteiligten, vom Wirtschaftsministerium bis hin zu den Denkmalpflegern, an einem Tisch hatte, um eine Allianz zu schmieden. In allerbester Absicht. Denn damit es weitergehen kann, hatte Drescher sogar finanzielle Hilfe für Planungsleistungen in Aussicht gestellt.

Die Gemeinde hat kein Geld – weder für die Planung noch für die Unterhaltung

Aber in Sundhagen hat man die Nase voll. Nicht, dass man dort keine touristische Infrastruktur haben möchte. „Uns fehlt schlichtweg das Geld“, erklärt Bürgermeister Helmut Krüger (CDU) die Sachlage. Andere Gemeinderatsmitglieder werden deutlicher. Er sei als touristischer Pfad eine Forderung des Städte- und Gemeindetages, also von überörtlichem Interesse, sagt Christiane Latendorf (Linke). Sollen doch das Land und der Landkreis die Trägerschaft übernehmen, wenn sie den Radweg unbedingt bauen wollen. Zumal die Gemeinde am Ende auch für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich ist, wie andere Abgeordnete bemerkten.

„Wir haben schon die alte B 96 an der Backe“, schimpft Gabriele Dörner (CDU). Damit spielt sie auf die Herunterstufung dieser Trasse von einer Bundesstraße zur Gemeindestraße an. Denn heute muss Sundhagen jeden dort herunter hängenden Ast, der Passanten eventuell gefährlich werden könnte, beseitigen. Die Gemeinde hatte einst darum gekämpft, dort einen straßenbegleitenden Radweg zu bauen. Der wurde aber nicht genehmigt. So kam es dann zum Beschluss, den Ostseeküstenfernradweg, wie es touristisch sicher auch Sinn macht, in attraktiver Wassernähe zu errichten. Und der gilt bis heute. Um dafür jetzt aber die Planung in Gang zu bekommen, wäre der nächste Schritt eine Machbarkeitsstudie, mit der dann eine optimale Trassenführung gesucht werden würde. „Aber wer bezahlt diese Studie?“, fragt der Abgeordnete Alexander Smrekar (Bürger für Sundhagen). „Und was passiert, wenn der küstennahe Verlauf nicht realisierbar ist?“

„Wir haben alles schon einmal durch“, erklärt die stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Dörner. „Im Grunde wissen wir, dass es keine küstennahe Lösung gibt.“ Zumal sich durch das letzte Hochwasser im Januar auch einiges geändert, hat, wie Bürgermeister Helmut Krüger zu bedenken gibt. So verschiebe sich zum Beispiel die Küste bei Falkenhagen immer weiter an einen Acker. Ein Radweg sei nicht nur hier undenkbar, meint Dörner. Und es müssten Grundstücksankäufe getätigt werden.

Sollte sich ein küstennaher Verlauf in der Tat als unrealisierbar erweisen, könnte auch ein Vlies auf Teilstücke der alten B 96 aufgelegt und dann asphaltiert werden, erklärt Frank-Peter Lender, Fachbereichsleiter für Bau und Umwelt im Landkreis, eine Alternative. Allerdings müsste der Denkmalschutz dem zustimmen.

Landrat Ralf Drescher bedauert die Entwicklung zutiefst, wie er gestern ausrichten ließ. Denn der Ostseeküstenfernradweg, der anderenorts zumeist bereits befahrbar ist, würde den Landkreis auf jeden Fall attraktiver machen. Zumal gerade auch Stralsund einen interessanten Verlauf entwickelt hat. Die Stadt bot sich sogar an, die Planungen bis zur Neuhofer Straße in Brandshagen, also auf Sundhäger Territorium, weiterzuführen. Auf der anderen Seite hat auch das Amt Landhagen signalisiert, bis Kirchdorf in Sundhagen die Planungen voranzutreiben. Aber dazwischen liegt eben das große Stück in Sundhagen.

Die Route

Der Ostseeküstenfernradweg soll Flensburg (Schleswig-Holstein) mit Swinemünde in Polen verbinden und Radtouristen einladen, die Schönheiten der Küste kennenzulernen.

Der größte Teil des Weges ist fertig. Für die unfertige Strecke zwischen Stralsund-Andershof und Mesekenhagen an der Kreisgrenze zu Vorpommern- Greifswald empfiehlt der ADFC derzeit, die alte 96 oder die Bahn von Stralsund nach Greifswald zu nutzen.

Reinhard Amler

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