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Grimmen Parkplatzärger: Kunden fühlen sich abgezockt
Vorpommern Grimmen Parkplatzärger: Kunden fühlen sich abgezockt
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00:00 14.06.2016

„19,90 Euro??? Das ist doch Abzocke!“ In der Regel sind dies die ersten Worte, die Autofahren über die Lippen kommen, wenn sie ein Knöllchen von Fair Parken am Scheibenwischer haben. Die Düsseldorfer Firma überwacht nun schon mehrere Geschäftsparkplätze in Greifswald. Neben denen von Penny und Rewe an der Lomonossowallee und dem des Möwencenters gegenüber ist Fair Parken vor dem Futterhaus in der Anklamer Straße und bei Penny am Thälmannring/Ecke Makarenkostraße aktiv. Wer dort nach Abstellen des Autos keine Parkscheibe benutzt, muss mit einer Vertragsstraße in besagter Höhe rechnen.

Aber warum überhaupt? „Die Kunden sollen nicht bestraft werden“, stellt Hella Ziemendorff, Managerin des Möwencenters, klar. Im Gegenteil: „Wir wollen ihnen ermöglichen, ihren Wagen bei uns zu parken, um hier einkaufen zu können.“ Dies sei irgendwann nicht mehr der Fall gewesen, weil immer mehr „Fremdparker“, zum Beispiel Anwohner, ihren Wagen dort abgestellt hätten. „Der Parkplatz war voll, das Center aber leer.“

Seit rund einem Jahr hat das Einkaufszentrum das Recht zur Bewirtschaftung der Fläche an Fair Parken abgegeben. Dass sich noch immer Autofahrer darüber aufregen, kann sich nicht ganz nachvollziehen:

„Man muss nur eine Parkscheibe ins Auto legen. Dann kann man drei Stunden parken. Das dürfte doch reichen. Und die Hinweisschilder sind auch riesengroß.“ Das Möwencenter ist laut Ziemendorff übrigens nicht an Einnahmen von Fair Parken beteiligt.

200 Parkplätze betreut das Unternehmen deutschlandweit. Die Mitarbeiter würden laut einer Unternehmenssprecherin nicht ständig in auf den Flächen präsent sein, sondern zwischen den einzelnen Parkplätzen in Greifswald umherfahren. Sie betont, dass das Unternehmen sehr kulant sei. Da das „oberste Ziel“ darin bestehe, die Flächen den Kunden wieder zur Verfügung zu stellen, würde Fair parken ausschließlich an Standorten tätig, die erheblich unter Problemen mit Fremdparkern zu leiden haben.

Warum die Firma allerdings 19,90 Euro für einen Verstoß verlangt – immerhin fünf Euro mehr als in der Stadt üblich – vermag sie nicht zu sagen. Kunden, die schon einmal zahlen mussten, nehmen das als überzogen wahr: „Das ist viel zu viel. Fünf Euro hätten doch auch gereicht“, findet etwa Sylvia Hiersemann aus Hanshagen. Dabei sei sie sogar eine ganz normale Kundin und keine „Fremdparkerin“

gewesen. „Ich bin einfach auf den Parkplatz gefahren. Solche Schilder liest man sich nicht durch, weil man auf den Verkehr achten muss.“

Hiersemann hat die Strafe gezahlt. Hätte sie stattdessen auch rechtlich dagegen vorgehen können? Laut Anwalt Ulrich Lichtblau, spezialisiert auf Verkehrsrecht, gibt es dazu wenig Aussicht auf Erfolg. „Der Parkplatz ist auf privatem Grund.“ Der Betreiber dürfe demnach auch die Regeln und die Konsequenzen festlegen, wenn diese nicht eingehalten werden. Selbst die 19,90 Euro seien wohl hinzunehmen. „Man könnte die Angemessenheit der Strafhöhe zwar gerichtlich überprüfen lassen“, sagt der Greifswalder Lichtblau, „aber das kostet 300 Euro.“

Kai Lachmann

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