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Grimmen Parkplatzsuche leicht gemacht
Vorpommern Grimmen Parkplatzsuche leicht gemacht
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00:00 13.09.2016

Schneller und einfacher einen Parkplatz finden – davon träumt fast jeder Großstädter. Aufatmen können möglicherweise schon bald die Berliner. Denn mit dem Ziel, das Verkehrsaufkommen in Großstädten zu reduzieren, hat der Greifswalder Danijar Hafner (21), Bachelorstudent des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI), zusammen mit vier Kommilitonen eine Lösung für die zeitsparende Parkplatzsuche entwickelt. Der neue Algorithmus hilft Autofahrern mittels Wahrscheinlichkeitsrechnung bei der Navigation. Als Grundlage hierfür dienen die von der Firma TomTom bereitgestellten Daten darüber, wie erfolgreich die Parkplatzsuche an rund 80000 Straßenabschnitten in Berlin war. Das Ergebnis stellte das Team jetzt auf dem renommierten „European Symposium on Algorithms (ESA)“ im dänischen Aarhus vor. „Rund 30 Prozent des Stadtverkehrs können laut wissenschaftlicher Studien durch Fahrzeuge verursacht werden, die auf Parkplatzsuche sind“, erklärt Hafner.

Mit Kenntnis der erfolgreichen Parkversuche kann der von der Projektgruppe entwickelte Algorithmus eine Route berechnen, die schneller zu einem Parkplatz führt als die intuitive Suche eines menschlichen Fahrers. „Laut unserer Praxisstudie benötigen Autofahrer für die Suche in Situationen mit wenigen Parkplätzen dann 40 Prozent weniger Zeit und sind im Anschluss etwa 24 Prozent näher an ihrem Ziel“, so der 21-Jährige, der sein Abitur am Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium in der Hansestadt ablegte. Auf die Parkplatzsuche seien er und seine Kommilitonen gekommen, weil jeder in Berlin, der mit dem Auto fährt, das Problem kennt: Gerade, wenn man morgens ins Zentrum zur Arbeit fährt, oder nachmittags nach Hause kommt, kann die Parkplatzsuche lange dauern. „Ich habe selber ein Auto, bin innerhalb der Stadt aber immer gut ohne ausgekommen. Aber über eine Million Autofahrer in Berlin sehen das anscheinend anders“, sagt er zum wachsenden Verkehr in der Hauptstadt. Da die Analyse der Parksituation auf die Stunde genau erfolge, werden Routen berechnet, die optimal auf die spezifische Verkehrssituation zur aktuellen Tageszeit abgestimmt seien. Der zugrundeliegende Algorithmus eigne sich laut Hafner beispielsweise für den Einsatz in Navigationsgeräten. So könnten nicht nur Zeit und Geld des Nutzers gespart, sondern auch der Verkehr reduziert und somit die Umwelt geschont werden.

Haben auch andere Städte schon Interesse signalisiert? „Unser Algorithmus funktioniert im Prinzip überall. Allerdings benötigen wir Statistiken über echte Parkversuche, die uns im Moment nur für Berlin vorliegen. Solche Statistiken können eigentlich nur Navigationshersteller erstellen, sodass wir da auf Hilfe angewiesen wären“, berichtet der Student.

Auf Potsdam folgt für den Nachwuchsinformatiker nun Kalifornien: Dort absolviert er zurzeit ein Praktikum beim US-amerikanischen IT-Unternehmen Google. Auf die Frage, was er dort genau tut, antwortet Hafner: „Ich arbeite an einem neuen Projekt, das auch mit großen Datenmengen und Statistik zu tun hat. Er geht darum, für jeden Klick auf eine Anzeige zu erkennen, ob es sich um einen Menschen oder ein automatisiertes Programm handelt. Google stellt Werbern dann nur noch echte Besucher in Rechnung.“

Wie geht es beruflich für den begabten Studenten weiter? Bevor er sich nach einer Festanstellung umsieht, will er noch ein paar Jahre an Universitäten verbringen. „Dieses Jahr habe ich ja das Praktikum. Danach genieße ich das Leben in Berlin und reise an ein paar Orte. Im nächsten Herbst geht es dann mit dem Master weiter“, so Hafner.

OZ

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