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Grimmen „Politik ist am Zug, unserer Branche zu helfen“
Vorpommern Grimmen „Politik ist am Zug, unserer Branche zu helfen“
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00:00 03.01.2018
Wolfgang Jochens in seiner Greifswalder „Klosterschenke“. Der Gastwirt sieht die Branche im Wandel, weil Fachkräfte fehlen. Quelle: Foto: Peter Binder

Für den Greifswalder Gastwirt Wolfgang Jochens, Regionalverbandsvorsitzender der Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), ist der Fachkräftemangel in der Branche nicht verwunderlich: „Jeder weiß, dass es nach der Wende deutlich weniger Geburten gab. Das sind jetzt die Folgen. Doch die Politik zählt uns an, fordert höhere Löhne, um das Problem zu lösen. Dabei klagen auch Handwerk und Handel über fehlendes Personal“, ärgert sich der Inhaber der Eldenaer „Klosterschenke“.

Er selbst komme in seinem kleinen Unternehmen klar, habe sogar noch einen IHK-Abschluss zum Koch gemacht, um seine Frau in der Küche bei Bedarf unterstützen zu können. Aber das Problem in der Branche bleibe: „Entscheiden sich junge Leute für die Gastronomie, müssen sie wissen, dass sie sich einen neuen Freundeskreis suchen können. Denn in erster Linie wird abends, an den Wochenenden und feiertags gearbeitet. Das wollen die wenigsten“, sagt Jochens.

Deshalb sieht er die Gastronomie hierzulande vor einem großen Wandel: „Die Betriebe werden in Zukunft viel mehr mit Technik arbeiten und vorgefertigte Produkte nutzen. Zwiebeln von Hand schälen und Gemüse putzen kann sich keiner mehr leisten“, so der Dehoga-Vertreter. Darüber hinaus sieht er die Politik in der Pflicht. Sie müsste steuerliche Anreize bringen, fordert Jochens. Das Thema Umsatzsteuer sei ein Reizwort. „Warum muss ein Fleischer, der ein Catering ausliefert, nur sieben Prozent Steuer darauf zahlen, ein Gastwirt aber zahlt 19 Prozent“, kritisiert der Greifswalder und erklärt: „Auf 100 Euro muss ich also zwölf Euro mehr hinlegen als der Fleischer“, sagt er. Diese Ungerechtigkeit müsse aufhören, genau so wie die Reglementierung zur Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer. Küchenberufe sollten auf die Engpassliste, damit auch Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern eingestellt werden können. Nur so seien die Probleme in der Region zu lösen. ph

OZ

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