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Beschmierte Plakate wurden ausgetauscht

Grimmen Beschmierte Plakate wurden ausgetauscht

Größere Städte sind von Vandalismus mehr betroffen als Grimmen, wo pro Partei nur 40 Plakate zugelassen sind

Grimmen. Vor dem Parteibüro der Linken in Grimmen sind Donnerstagfrüh Papierschnipsel von zerrissenen Volksbank-Überweisungsträger gefunden worden. Außerdem prangte über dem im Schaufenster hängenden Wahlplakat von Armin Latendorf ein Aufkleber der NPD. Das vermeldete die Polizei. Armin Latendorf sieht das Geschehene eher sportlich. Der Konfettiregen sollte doch dem Wahlsieg nicht schon vorausgehen, sagt er. Allerdings findet er es weniger schön, dass dafür Überweisungsträger der nahen Volksbank genutzt werden. Wenn man schon zu ihnen greift, dann sollten die Täter doch wenigstens ihre Kontonummern samt Höhe ihrer Spende darauf eintragen, erklärt Armin Latendorf.

Grundsätzlich meint er aber, dass sich trotz dieses Vorfalles die Beschädigungen von Wahlplakaten in Grimmen in diesem Wahlkampf im Rahmen halten. Es sei dennoch ärgerlich, weil Arbeit und Geld drinstecken, betont er. Die Plakate mit der Parteienwerbung finanziert bei den Linken übrigens die Landespartei über ein Budget. 120 Stück sind im gesamten Wahlkreis bis hin nach Stralsund aufgehängt worden. 50 davon mit dem Konterfei von Armin Latendorf. „Die habe ich alle persönlich angebracht“, sagt der Stadtverordnete, der jetzt für ein Direktmandat im Wahlkreis 24 kandidiert.

Auch die CDU hat mit Beschmieren ihrer Wahlplakate zu kämpfen. Insbesondere hatte man es dort auf die großflächigen Aufsteller mit dem Konterfei von Harry Glawe an den Stadteingängen am Sky bzw. an der Shell-Tankstelle abgesehen. Mehrere Tage waren die beschmierten Plakate hier zu sehen.

„Wir haben sofort nach Bekanntwerden den Hinweis an die Firma weitergegeben, die für uns die Wahlwerbung organisiert“, erklärt Dirk Ewert, der Geschäftsführer der CDU in Vorpommern-Rügen. Da diese aber fürs gesamte Land die Werbung erledigt, dauerte es seine Zeit, bis die Plakate ausgetauscht waren“. Vergangenen Donnerstag ist das aber nun passiert.

Bei der CDU finanziert die reine Parteienwerbung der Landesverband. Um seine Kandidatenwerbung muss sich jeder einzelne selber kümmern. Entweder finanzieren sie dies aus eigener Tasche oder sie suchen sich Sponsoren. Grundsätzlich sieht auch Ewert keine Unterschiede in Sachen Beschädigungen von Wahlplakaten im Vergleich zu den vorherigen Wahlkämpfen. Da habe es auch solche Dinge immer mal gegeben, sagt er.

Der Kreisvorstandssprecher der Grünen, Rolf Martens, selber Direktkandidat im Wahlkreis 24, sieht das so ähnlich. „Anders ist das allerdings in Stralsund, fügt er hinzu. „Dort ist viel kaputt. Und dort gibt es mitunter sehr fiese Beschmierungen“, erklärt er.

Die Grünen haben insgesamt 2500 Wahlplakate im gesamten Landkreis aufgehangen oder aufgestellt. Finanziert wird das Ganze bei ihnen über den Landes- bzw. Kreisverband und Spenden. „Einschließlich der Spenden der Kandidaten“, fügt er hinzu.

In Stralsund und auch in Greifswald gibt es bereits einige Anzeigen der Parteien wegen Sachbeschädigung. Laut einer Statistik des Polizeipräsidiums Neubrandenburg gab es bis Mitte August 1200 Fälle.

Davon entfielen 150 auf den Landkreis Vorpommern-Rügen. Und dort ist insbesondere wohl die Alternative für Deutschland (AfD) betroffen. Deren Kandidat im Wahlkreis 26, Matthias Laack, vermisst beispielsweise allein 350 Plakate, wie er sagte.

In Stralsund gibt es auch keine städtische Regelung, die auf eine Begrenzung von Wahlplakaten hinweist, wie in Grimmen. Hier regelt der Paragraph 8 der Satzung über die Sondernutzung öffentlicher Straßen, Wege und Plätze, dass für den Wahlkampf pro Partei höchstens 40 Plakate im Stadtbereich sowie fünf Plakate pro Ortsteil zugelassen sind.

Wahlplakate können nicht versichert werden

Dem Polizeipräsidium Neubrandenburg waren bis Mitte August 1500 Fälle von Plakatbeschädigung bekannt. Davon allein 150 Zerstörungen und Beschmierungen im Landkreis Vorpommern-Rügen.

Die Stadt Grimmen regelt die Wahlwerbung im öffentlichen Raum durch eine Satzung. Diese gestattet jeder Partei lediglich 40 Plakate auf Straßen und Plätzen.

Zerstörte Großplakate zur Landtagswahl sind für die Parteien zwar ein Ärgerniss – wirtschaftlich weh tut der Vandalismus allerdings dem Eigentümer. Und das sind oft nicht die Parteien.

Rund 1000 Aufsteller in Mecklenburg-Vorpommern gehören der Firma Treger Wahlwerbung aus Wittenberge in Brandenburg. Die Parteien haben die 3,5 mal 2,5 Meter großen Tafeln nur gemietet, wie der stellvertretende Geschäftsführer Sebastian Harth sagt.

Ein großer Aufsteller kostet rund 500 Euro. Wird er zerstört, muss ihn die Firma ersetzen. Versichert werden kann Wahlwerbung nicht.

Reinhard Amler

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