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CDU fordert Verbot von Sexplakaten

Greifswald CDU fordert Verbot von Sexplakaten

Kritik an Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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Greifswald. . Ein nacktes Liebespaar beim Geschlechtsverkehr, darunter die Aufforderung „Benutzt Kondome“. Die bundesweite Plakatkampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die CDU in Greifswald in Wallung gebracht. In den Plakaten mit den comicartig gestalteten Darstellungen sieht die CDU eine Missachtung des Kinder- und Jugendschutzes.

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Kritik an Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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Die Schwelle zur Pornographie wird durch solche Darstellungen gesenkt.Hinrich Ballke, Kinderschutzbund

Die Darstellung von zwei unbekleideten Menschen, die auf einem Nachttisch offensichtlich kopulieren, hat im öffentlichen Raum nichts zu suchen.Axel Hochschild, CDU-Fraktionschef

Die Christdemokraten fordern Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) und Landrätin Barbara Syrbe (Linke) in Briefen auf, gegen die in Greifswald und dem gesamten Landkreis ausgebrachten Plakate vorzugehen.

Der Greifswalder CDU-Fraktionschef Axel Hochschild kritisiert, dass die Plakate „blickfangmäßig“ die Darstellung und Hervorhebung des Geschlechtsverkehrs betonen. Er empfindet sie als „obszön“ und „grob anstößig“. „Es ist zu beobachten, dass gerade kleine Kinder durch die Darstellungen als Comic besonders aufmerksam reagieren“, schreibt Hochschild an den OB. Mit ihrem Unmut stehen die Christdemokraten nicht alleine da. Auch Hinrich Ballke (70), Mitglied im Landesvorstand des Kinderschutzbundes und ehemaliger Greifswalder Kinderarzt, verurteilt die Kampagne. „Ich finde das entsetzlich. Da werden Kinder mit etwas konfrontiert, das sie nicht verstehen“, sagt Ballke. Er sieht eine große Gefahr, dass Kinder die Sexstellungen nachspielen und die Schwelle zur Pornographie sinke.

„In unserer heutigen Welt ist die Darstellung von Sexualität allgegenwärtig“, sagt Marita Völker-Albert, Pressesprecherin der Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dass Kinder möglicherweise ihre Eltern fragen, was die Personen da auf den Plakaten machen, bezeichnet Völker-Albert als gute Gelegenheit, um mit den Kindern über Sexualität ins Gespräch zu kommen. „Das kindliche Bild von Sexualität setzt sich wie ein Mosaik aus vielen verschiedenen Eindrücken und Erfahrungen der Kinder zusammen, die sie mit ihrem Körper, mit ihrem Geschlecht und und mit Beziehungen machen“, erklärt Völker-Albert.

Ähnlich gelassen wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sieht die Sache auch Greifswalds OB. „Die Plakate zeigen keine pornografischen Darstellungen, es geht eindeutig um Aufklärung“, sagt Fassbinder. Handlungsbedarf gebe es daher nicht. Die Stadt müsse keine anderen Maßstäbe anlegen als eine Einrichtung der Bundesregierung. Fassbinder hat Zweifel, ob die Plakatinhalte überhaupt anstößig wirken könnten. Schließlich gehe es um gesundheitliche Aufklärung.

Fest steht: Die Großformate hängen seit Mai im gesamten Bundesgebiet und sorgten bereits andernorts für heftige Diskussionen. Im Juni gründete sich eine Bürgerinitiative, die eine Onlinepetition zum Stopp der Sexplakate auf den Weg brachte. Knapp 27000 Menschen haben bis gestern Abend unterzeichnet. Auch das ist der Bundeszentrale bekannt. „Alle Motive werden vor ihrer Veröffentlichung in Testverfahren unter anderem auf ihre Akzeptanz in der Bevölkerung hin überprüft. Die Tests zu den aktuellen Motiven zeigen, dass sie eine hohe Akzeptanz bei der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung haben“, sagt Pressesprecherin Völker-Albert. Der Grad der sexuellen Anspielung werde von der großen Mehrheit der Befragten als „genau richtig“ empfunden. Die Plakatkampagne endet im November.

Katharina Degrassi

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