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Dach schützt jetzt die Rolofshagener Kirchenruine

Rolofshagen Dach schützt jetzt die Rolofshagener Kirchenruine

25000-Euro–Investition, um den weiteren Verfall des 700-jährigen Gemäuers zu stoppen

Rolofshagen. Dauerregen und klammen Fingern zum Trotz: Der erste von insgesamt 16 Dachbindern saß gestern gegen 11 Uhr auf der alten Kirchenruine in Rolofshagen. Das gut 700 Jahre alte Gebäude, dessen Gewölbe 1987 eingestürzt war, bekommt jetzt ein weiteres Schutzdach. Ein kleiner Teil des Kirchenraumes im Ostgiebel des Gemäuers wurde bereits 2009 überdacht, um die spätmittelalterlichen Wandmalereien zu erhalten, sagte Architekt Uwe Großkopf gestern auf der Baustelle.

„Der Schutz vor weiterem Verfall war das Hauptanliegen, aber natürlich konnten so auch unsere Künstler, die während der Sommersaison in sieben bis neun Veranstaltungen Kultur in die Ruine bringen, im Trockenen musizieren, singen, tanzen...“, ergänzte Barbara Frentzel-Beyme, die Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Rolofshagener Feldstein-Kirchenruine als Organisator. „Das erste Teil des Schutzdaches reichte nicht aus“, begründete Uwe Großkopf die jetzige Maßnahme, die zu einhundert Prozent vom Wirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert wird und etwa 25000 Euro kosten soll. Da das Gewölbe fehlt, seien immer wieder neue Risse im Mauerwerk entstanden. Regen, Frost und Tauwetter hätten diese dann immer weiter verstärkt. Über den Verein seien einige Pfeiler erneuert worden, aber das hätte nicht gereicht. Jetzt werde das gesamte Gebäude überdacht: 16 Dachbinder aus Leimholz schweben per Kran-Lange-Kran aus Grimmen über die hohen Friedhofsbäume heran und werden punktgenau auf den Gewindestangen abgesetzt. „Einer wiegt normalerweise 390 Kilogramm, aber bei diesem Regen wohl weitaus mehr als 400 Kilo“, weiß Großkopf. Auf den Bindern folgen Dachbretter und schließlich Dachpappe. „Aufgrund des Wetters werden wir das heute nicht alles schaffen“, bedauerte der Architekt gestern Vormittag. Zumal das Arbeiten mit solch großen Teilen an der Kirchenruine recht schwierig sei: Ringsum ist alles sehr eng, der Kranführer muss ganz genau arbeiten, hohe Bäume stehen sehr dicht auf dem Friedhof, begründet Großkopf.

Die Dachbinder selbst kommen übrigens aus Burg bei Magdeburg, der Kran aus Grimmen, die Montagefirma stammt aus Reichenow, die Dachdecker aus dem Oderbruch.

Mit diesen Dach könne der Verein jetzt Zeit gewinnen und genau überlegen, wie es mit der Kirchenruine weitergehen soll, meint Großkopf. Wenn es nach der Vorsitzenden Frentzel-Beyme geht, steht das schon exakt fest: „Bei unserem zehnjährigen Jubiläum im Sommer hat uns Wirtschaftsminister Harry Glawe zugesagt, Fördermittel für die Fenster zu organisieren. Darauf hoffen wir natürlich und auch darauf, dass die Förderung möglichst ohne Eigenmittel auskommt. Unsere letzte Aktion, die Sanierung des Südpfeilers, hat uns nämlich nicht nur viel Kraft, sondern auch erhebliche Eigenmittel gekostet“, sagt Frentzel-Beyme. Deshalb ist der Verein beim Erhalt der historischen Bausubstanz und des mittlerweile entstandenen Kulturzentrums in Rolofshagen auch immer wieder auf Hilfe angewiesen.

Die bekommt sie regelmäßig von der Gemeinde Papenhagen und auch von der Kirchengemeinde Vorland. Organisatorisch unterstützt das Amt Franzburg-Richtenberg den Vorstand des 34 Mitglieder zählenden Vereins. „Weitere Sponsoren sind gern gesehen und werden dringend gebraucht!“, hofft die Vorsitzende auf anhaltende Hilfe. „Aber gegenwärtig sind wir natürlich erst mal sehr froh, dieses Dach zu bekommen. Das ist sehr wichtig“, sagt sie. Ohne das neue Dach wäre eine neue Verankerung der Mauern notwendig.

Almut Jaekel

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