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Deyelsdorf ist Millionen wert

Deyelsdorf Deyelsdorf ist Millionen wert

Als letzte im Amtsbereich Recknitz-Trebeltal hat die Gemeinde nun die Eröffnungsbilanz auf dem Tisch

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Gemeinde ist Millionen wert

Die Gemeinde Deyelsdorf kennt jetzt ihren Wert.

Quelle: Peter Franke

Deyelsdorf. Jetzt wissen sie endlich, was sie wert sind, die Deyelsdorfer. Besser gesagt: Die Gemeinde weiß nun, über welche Werte sie verfügt. Zusammen sind das knapp über zwei Millionen Euro Eigenkapital, zumindest per Stichtag 1. Januar des Jahres 2012. Das hat die 521-Seelen-Gemeinde, zu der die Orte Deyelsdorf, Fäsekow, Bassendorf und Techlin gehören, jetzt schwarz auf weiß. Dank des Teams des Amtes Recknitz-Trebeltal, das rund fünf Jahre lang recherchiert, vermessen, gerechnet und fotografiert hat.

Das war eine Heidenarbeit.“Annette Nickel, Finanzbuchhalterin, zum Thema Eröffnungsbilanz

Nun liegt sie auf dem Tisch, die sogenannte Eröffnungsbilanz – für 2012. Die war auf Grundlage des Landesgesetzes zur Einführung der Doppik im kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen für jede Gemeinde zu Beginn des ersten doppischen Haushaltsjahres aufzustellen. Für die zehn amtsangehörigen Gemeinden inklusive die Städte Bad Sülze und Tribsees mussten diese Bilanzen erarbeitet werden, die nun tausende Papierblätter füllen. Die Deyelsdorfer waren die letzten auf der Liste „Jede unserer Abteilungen hat zugearbeitet, und das neben der täglichen Arbeit“, resümiert Annette Nickel, Sachbearbeiterin in der Finanzbuchhaltung des Amtes: „Das war eine Heidenarbeit.“

„Das Eigenkapital ist hoch“, sagt die Finanzfrau mit Blick auf die Deyelsdorfer: „Aber die Gemeinde kann es nicht verwerten. Weil es viele Sachen betrifft, die sie nicht verkaufen kann.“ Zum Beispiel die Straßen. Die Gemeinde Deyelsdorf verfügt insgesamt über ein Straßennetz von 17214 Metern Länge sowie über 3713 Meter Wege. Die Straßen werden in der Bilanz mit 1,034 Millionen Euro bewertet, die Wege mit knapp 199000 Euro. Dabei ist der Wert der einzelnen Straßen durchaus unterschiedlich, je nach Alter und baulichem Zustand. Einige sind sozusagen überhaupt nichts mehr wert. „Sie wurden mit Null bewertet“, formuliert die Amtsfrau. Das betrifft unter anderem mehrere Straßen in Techlin, aber auch in Fäsekow. Dort zum Beispiel der Bereich zwischen Kreisstraße und Kindertagesstätte. Was soll’s: Straßen dürfen sowieso nicht verkauft werden. Mit recht hohem Wert schlägt das gemeindeeigene Ackerland zu Buche. Für die 308589 Quadratmeter haben die Amtsleute mehr als 96000 Euro ausgerechnet. Die beiden Gewässer, die unter dem Stichwort „Seen und Teiche“ verbucht, sind hingegen nur schlappe 475 Euro wert. Zumindest, wenn man die Weiher durch die Augen des Doppischen betrachtet.

Drei Kinderspielplätze mit mehr als 11000 Quadratmetern Fläche sind mit etwas mehr als 11000 Euro berechnet worden – also ein Euro pro Meter im Quadrat.

Der Wert kleiner Waldflächen der Gemeinde Deyelsdorf ist amtlich nicht festgelegt worden. Warum nicht? „Bäume wurden nicht bewertet, weil die Gemeinde daraus keine Erträge erzielt“, weiß

Finanz-Sachbearbeiterin Annette Nickel. „Bewertet wurde lediglich das Land, auf dem die Bäume stehen.“ Dafür sind aber die Straßenlampen in den Dörfern wertmäßig erfasst worden: mit knapp über 80

000 Euro. Mit über 26000 Euro wurden die beiden Mehrfamilienhäuser, die der Gemeinde gehören, in die Bilanz geschrieben.

Alle diese Summen stehen auf geduldigem Papier. Kaufen kann sich dafür niemand etwas. Wie finanziell „flüssig“ die Gemeinde wirklich ist, lässt sich daraus auch nicht ablesen. „Im Januar 2012 hatte Deyelsdorf noch 500000 Euro liquide Mittel“, sagt Annete Nickel. Aktuell war in der jüngsten Gemeindevertretersitzung von nur noch 348000 Euro Finanzmittelbestand die Rede.

Haushalt nach den Regeln der kommunalen Doppik

Die Gemeinden und Landkreise sowie mehrere kommunale Verbände in Mecklenburg-Vorpommern führen spätestens seit dem 1. Januar 2012 ihren Haushalt nach den Regeln der kommunalen Doppik. Das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen orientiert sich an der doppelten Buchführung und trägt zugleich den Besonderheiten der öffentlichen Finanzwirtschaft Rechnung.

Bei der kommunalen Doppik handelt es sich um ein Ressourcenverbrauchskonzept. Während sich das abgelöste Haushaltssystem der Kameralistik auf Einnahmen und Ausgaben bezog und damit auf die Liquidität abstellte, umfasst das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen auch Informationen über Vermögen, Werteverbräuche und Wertezuwächse.

Damit stehen Finanzinformationen für strategische Entscheidungen zur Verfügung, die das bisherige Haushaltssystem der Kameralistik nicht liefern konnte.

Quelle: www.regierung-mv.de

Peter Franke

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