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Eine Zukunft fürs Begegnungshaus?

Rodde/Camper Eine Zukunft fürs Begegnungshaus?

125 000 Euro sind für die Sanierung des Gebäudes in Rodde nötig. Die Gemeinde denkt auch über Verkauf nach.

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„Großer Bahnhof“ vor der Bürgerbegegnungsstätte in Rodde/Camper. Die Grammendorfer Gemeindevertreter trafen sich dort, um über die Zukunft des Gebäudes zu diskutieren.

Quelle: Peter Franke

Rodde. Was soll aus der Begegnungsstätte in Rodde werden? Das beschäftigte jetzt die Grammendorfer Gemeindevertreter — vor Ort gab‘s einen Lokaltermin.

„Entscheidung über den Verkauf...“ war Thema des entsprechenden Tagesordnungspunktes der Versammlung. „Es geht hier um einen möglichen, aber nicht um einen geplanten Verkauf“, schränkte Bürgermeister Udo Peters (CDU) gleich zu Beginn ein. In der zuvor zum Thema angesetzten Bürgerversammlung als auch in der Diskussion während der nachfolgenden Gemeindeversammlung wurde dann kontrovers debattiert.

Das Begegnungshaus, das vor vielen Jahren als Schule diente, war 2000/01 saniert worden. Unter anderem wurden Fenster, Türen erneuert, Küche und Heizung installiert. Dafür waren auch Fördermittel geflossen. Eine sogenannte Bindungsfrist von zwölf Jahren sorgte unter anderem dafür, dass die Gemeinde den Bau innerhalb dieser Zeit, die jetzt endet, nicht veräußern durfte.

Laut Unterlagen des Amtes Recknitz-Trebeltal war die Begegnungsstätte im Jahr 2012 insgesamt nur zwölfmal vermietet worden. Zudem nutzen Senioren die Räume alle zwei Wochen als Treff sowie der Handarbeitszirkel einmal pro Woche. Die Gemeinde erzielte laut Amt im vergangenen Jahr 630 Euro Einnahmen für die Einrichtung in Rodde. Im krassen Gegensatz dazu stehen Ausgaben in Höhe von etwa 2800 Euro.

„Inzwischen ist das Dach undicht, durch Sperrschichten unten im Haus dringt Feuchtigkeit“, informierte der Bürgermeister. Für eine Komplettsanierung habe ein Bauprojektant 125 000 Euro veranschlagt, war zu erfahren. „Wir sind offen für alles“, sagte Udo Peters und bat um Vorschläge, wie es nun mit dem gemeindeeigenen Haus weitergehen soll. Der Bauausschuss habe sich mehrheitlich für den Verkauf ausgesprochen, informierte Peters. Und erntete Gegenwind. Warum seit der letzten Sanierung an dem Haus baulich und bezüglich der Pflege nichts geschehen sei, wollte GemeindevertreterUlrich Zeidler wissen. Auf der anderen Seite sei „ein Haufen Geld in andere Projekte gesteckt“ worden, sagte Zeidler und spielte auf die Nehringer Jugendstätte „Graureiher“ an. Die Begegnungsstätte mal eben zu verkaufen, also einfach „auf den Markt zu werfen“, sei allerdings „unverantwortlich“, meinte Ulrich Zeidler „Alles spielt sich nur in Grammendorf ab, aber was ist mit den anderen Ortsteilen?“, fragte die Rodder Bürgerin Katrin Köppen: „Ich habe das Gefühl, dass Rodde vergessen wird.“ Katrin Köppen kritisierte zudem, dass die Gemeinde „kein Konzept“ habe für die Nutzung der Begegnungsstätte. Räume in der Grammendorfer Schule oder im Nehringer „Graureiher“ für ehrenamtliche Tätigkeit zu nutzen, sei „keine Alternative“ zu dem Haus in Rodde, sagte Gemeindevertreterin Linda Seidel-Lass. Ob es möglich sei, neuerlich Fördergelder zu beantragen, um das Begegnungshaus sanieren zu können, interessierte Gemeindevertreterin Sigrid Schlutt. Wenn man dafür Geld in die Hand nehme, müsse sich das am Ende auch tragen, wandte Gemeindevertreter Christian Rohlfing ein.

Ein Angebot unterbreitete der Rodder Unternehmer Steffen Schmekel. Er würde das Gebäude übernehmen, sagte Schmekel, „das komplette Flurstück“. Er würde das Haus sanieren „und zehn Jahre für die Öffentlichkeit freihalten“. Schmekel möchte zudem seine Büroräume in das Haus verlegen.

Will die Gemeinde den Bau weiter selbst nutzen oder verkaufen? Darüber wurde am Ende nicht entschieden. Beschlossen wurde einstimmig, dass für die Begegnungsstätte zunächst ein Wertgutachten erstellt werden soll. Zudem soll seitens des Amtes kurzfristig geprüft werden, ob eine eventuelle Sanierung des Gebäudes über Förderung möglich ist.

Es wurde ein Haufen Geld in andere Projekte gesteckt.Ulrich Zeidler, Gemeindevertreter

 

Peter Franke

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