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Es fehlt an lizensierten Deutschlehrern

Grimmen Es fehlt an lizensierten Deutschlehrern

Sprachkurse für Ausländer sind oft übervoll / Linke hatten zu Diskussionsrunde eingeladen, um Probleme anzusprechen

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Irene Melzer (stehend) berichtete über die Situation bei den Deutschkursen an der Kreisvolkshochschule.

Quelle: Reinhard Amler

Grimmen. Es gibt in Grimmen keine nennenswerten Probleme mit Flüchtlingen. Das ist Fazit einer öffentlichen Diskussionsrunde, zu der Dienstagabend die Fraktionen der Linken von Kreistag und Stadtvertretung ins ehemalige Landratsamt eingeladen hatten. Im Gegenteil: Auf der Veranstaltung gab es sogar eine Reihe von Beispielen, die belegen, dass man sich in Grimmen sehr um die Integration dieser Menschen bemüht und dass sie auch funktioniert. Genannt wurden dabei die guten Vernetzungen zwischen SOS-Familienzentrum, DRK und Tafel und das große ehrenamtliche Engagement.

Nicht alles läuft aber schon rund. Als große Hürde erweist sich vor allem die deutsche Bürokratie. Burkhard Niedermeyer, Fachbereichsleiter für Sicherheit, Ordnung und Soziales in Grimmen erklärte, dass rund 170 Ausländer derzeit in der Stadt leben. 97 davon seien Asylbewerber. Weitere 59 hätten bereits eine Anerkennung als Flüchtling. Und damit beginnen dann für die Kommune die Probleme, erläuterte er. Denn ein Flüchtling darf zum Beispiel keine Wohnung mehr nutzen, die für Asylbewerber vorgesehen ist. In der Praxis tun sie es aber, weil es für sie nicht einfach ist, sich selber Wohnraum zu besorgen. Im deutschen Fachjargon spricht man dann von sogenannten Fehlbelegungen. Grimmen meistere die Situation aber gut, sagte Niedermeyer. Zugute kommt der Stadt dabei, dass es seit März keine Neuankömmlinge mehr gab.

Sämtliche Ausländer wohnen bei der kommunalen Wohnungsgesellschaft GWG. 63 Wohnungen, zumeist in der Leningrader Straße und in der Straße der Befreiung, sind dafür angemietet. Für die Stadt ist das eigentlich ein Segen, denn gäbe es keine Flüchtlinge, stünden die Wohnungen leer, meinte Armin Latendorf, Stadtvertreter der Linken und Mitglied im Sozialausschuss des Kreistages. Die Miete zahlt der Landkreis.

Gab es anfangs noch große Aufregung in einzelnen Aufgängen, habe sich diese mit der Zeit gelegt. Mittlerweile gebe es sogar schon enge Kontakte zwischen deutschen und ausländischen Bewohnern, so Niedermeyer. Unbefriedigend sei aber, dass es nicht gelingt, für viele der neuen Bewohner auch Tagesstrukturen zu entwickeln. Zwar seien einige Ausländer über die Stadt zu Friedhofsarbeiten eingeteilt. Zeitlich kollidierten diese aber oft mit Deutschkursen, die parallel stattfinden müssen. Denn das Lernen der Sprache sei nun mal für die Integration der Neuankömmlinge das A und O. Das bestätigte auch Irene Melzer von der Grimmener Außenstelle der Kreisvolkshochschule. Auch sie machte auf Probleme aufmerksam. So fehlen lizensierte Deutschlehrer. Die Folge: Kurse in Stralsund und Ribnitz seien übervoll. Auch in Grimmen musste bereits zusätzlich eine Wohnung in der Straße der Befreiung angemietet werden, um für schulpflichtige, ausländische Kinder den Deutschunterricht zu garantieren, denn Grimmens Schulen platzen bekanntlich aus allen Nähten.

Mit dem gestrigen Tag leben übrigens genau seit drei Jahren Asylbewerber bei uns, rechnete Niedermeyer vor. Grimmen war 2013 die erste Kommune im Land, die welche zugeteilt bekam. Zwei Drittel dieser Menschen sind Familien, ein Drittel Alleinreisende, wusste Christiane Latendorf, Fraktionschefin der Linken im Kreistag, zu berichten. Nach der vom Landkreis errechneten Quote sind 2016 für Grimmen 146 zusätzliche Asylbewerber avisiert. Angekommen sind bislang 31. Gemessen an den Einwohnern bewegt sich die Zahl der in Grimmen lebenden Ausländer damit bei unter zwei Prozent.

170 Ausländer leben hier

Seit genau drei Jahren nimmt Grimmen Asylbewerber auf. Die Stadt war 2013 erste Kommune im Land, die Ausländer zugeteilt bekam.

170 Menschen fremder Nationalität leben derzeit in der Stadt. Darunter sind 97 Asylbewerber und 59 anerkannte Flüchtlinge. Sie kommen meist aus Syrien, Afghanistan, der Ukraine oder Eritrea.

178 Flüchtlinge kamen 2016 an. Für dieses Jahr sind 146 avisiert.

Von Reinhard Amler

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