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Hallengebühren sollen steigen: Vereine in Ribnitz in Sorge

Ribnitz-Damgarten Hallengebühren sollen steigen: Vereine in Ribnitz in Sorge

Die Stadt hat Vorschläge vorgelegt / Jetzt sind die Sportler gefragt / Ribnitz-Damgarten im Vergleich zu anderen Gemeinden sehr günstig

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Die Sporthalle in Damgarten: Erwachsenen-Sportgruppen zahlen hier pro Stunde 1,50 Euro für die Nutzung.

Quelle: Foto: Ernst Fischer

Ribnitz-Damgarten. Erwachsenensportgruppen in Ribnitz-Damgarten sollen zum kommenden Jahr mehr für die Nutzung von Sporthallen und Sportplätzen zahlen. Die Verwaltung hat am Dienstagabend im Sportausschuss Vorschläge dazu unterbreitet. Die beiden Berechnungsbeispiele legten demnach eine Verdreifachung und eine Verfünffachung zugrunde. Hintergrund ist die Haushaltskonsolidierung der Stadt. Von diesem Jahr an bis 2020 fehlen laut aktueller Planung rund 1,5 Millionen Euro. Die zusätzlichen Einnahmen sollen zum Ausgleich des Defizits beitragen. Die Berechnungsbeispiele seien laut Antje Weilandt, in der Verwaltung für die Sportförderung und die Sportstätten zuständig, aber lediglich Diskussionsgrundlage.

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Die Sportvereine der Bernsteinstadt seien nun angehalten, zu klären, was sie leisten können und was nicht. „Wir können das nur zusammen mit den Vereinen umsetzen“, sagt Weilandt.

Auch Angaben über die Höhe der Nutzungsentgelte anderer Gemeinden im Umland wurden den Vereinen zum Vergleich zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde Sanitz beispielsweise verlangt von ihren Vereinen bis zu 18 Euro pro Stunde für die Nutzung einer Sporthalle. Die Stadt Marlow bis zu 7,50 Euro. Ribnitz-Damgarten erhebt nach aktueller Satzung bis zu drei Euro pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer.

„Mein Wunsch ist, dass die Satzung so bleibt. Ich bin dafür, die Entgelte so zu lassen“, sagt Hans-Dieter Konkol, Vorsitzender des Sportausschusses, „aber am Ende dreht sich alles ums Geld.“ Eine Erhöhung, da sind sich die Beteiligten einig, solle nicht zu Lasten des Kinder- und Jugendsports erfolgen. „Die Kinder- und Jugendgruppen müssen weiterhin kostenfrei Sport machen können“, so Konkol.

Wenig Begeisterung

Laut Horst Schacht, Mitglied im Sportausschuss und Präsident des Ribnitzer Sportvereins, sei eine Änderung möglich. „Erhöhung ja, ein bisschen Luft nach oben besteht, aber in Maßen.“ Am Mittwochabend tagten RSV-Präsidium und Abteilungsleiter zu dem Thema. „Die Vorgaben der Stadt stießen nicht gerade auf Begeisterung.“Der RSV werde laut Schacht einen eigenen Vorschlag erarbeiten. Denkbar wäre ein Abrücken von Festpreisen hin zu einer Berechnung der Gebühren nach Anzahl der Gruppenmitglieder.

Ralf Lindemann, ebenfalls Ausschussmitglied und Präsident des PSV Ribnitz-Damgarten, sagt: „Man muss sich die Vorschläge jetzt im Detail anschauen und diskutieren.“

Klar sei, dass es um den Haushalt der Stadt nicht gut bestellt ist. „Es ist gerechtfertigt, dass die Vereine ihren Beitrag leisten.“ Wie die Vereine selbst die mögliche Mehrbelastung finanzieren, sei aber offen. Möglichkeiten seien Zusammenlegungen von Gruppen, aber auch die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. „Das ist die einfachste, aber nicht die schönste Variante“, so Lindemann.

Förderung bleibt

Zum 1. Januar 2018 sollen die neuen Nutzungsgebühren gelten. Ein ganzes Jahr bleibt Vereinen, Politik und Verwaltung, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Erst mit Beginn dieses Jahres waren die Gebühren erhöht worden. Seit 1. Januar wird auf die Nutzungsgebühr die Umsatzsteuer draufgepackt.

Eine positive Nachricht: Die Sportförderung soll 2017 wie bisher aufrechterhalten bleiben. 37000 Euro hat die Stadt im Haushalt eingeplant, davon 10000 Euro als Sockelbetrag und 20000 Euro, um die Veranstaltungen der Sportvereine zu unterstützen.

2016 war in diesen beiden Bereichen ebenso viel eingeplant gewesen, wovon die Stadt knapp 6000 Euro allerdings nicht ausgegeben hatte. Etwas geringer fallen in diesem Jahr die Zuschüsse für die Anschaffung von Geräten aus. 7000 Euro stehen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr waren es rund 8200 Euro. Die Förderquote von 40 Prozent pro Antrag bleibt ebenfalls bestehen.

Das zahlen andere

Die Nutzung von Sportstätten in anderen Gemeinden ist teilweise deutlich teurer als in Ribnitz-Damgarten.

Sanitz verlangt bis zu 18 Euro pro Stunde, Marlow bis zu 7,50 Euro, die Stadt Barth bis zu sieben Euro von einheimischen Vereinen. Prerow nimmt für seine Sporthalle 15 Euro.

Sportgruppen einheimischer Vereine können eine Jahresgebühr von 80 Euro zahlen.

Die Hansestadt Rostock verlangt für die Nutzung ihrer Sporthallen und Sportplätze von Erwachsenengruppen einheimischer Sportvereine bis zu zwölf Euro und berechnet sogar für Kindergruppen aus einheimischen Vereinen bis zu 2,80 Euro pro Stunde.

Grevesmühlen im Landkreis Nordwestmecklenburg, von der Größe vergleichbar mit Ribnitz-Damgarten, nimmt bis zu 60 Euro pro Stunde. Einheimische Vereine erhalten eine Ermäßigung von 75 Prozent, die Gebühr liegt dann bei 15 Euro, Kinder- und Jugendgruppen einheimischer Vereine erhalten 90 Prozent Rabatt, die Gebühr liegt dann bei sechs Euro pro Stunde.

KOMMENTAR Gerechtfertigt

Lange Zeit war sie kostenlos, erst seit Mai 2015 erhebt die Stadt überhaupt Entgelte für die Nutzung der Sportstätten der Bernsteinstadt. Und in so gut wie keiner anderen Gemeinde im Umkreis kostet es die Vereine so wenig, in Hallen und auf Sportplätzen aktiv zu sein. Dass es so nicht weitergehen kann, ist klar. Die Stadt stellt die Einrichtungen zur Verfügung, sorgt für Instandhaltung und Sanierung, trägt die Betriebskosten – billiger ist das alles im Laufe der Zeit nicht geworden. Je größer der Preissprung, desto größer natürlich der Schreck. Aber weil die Vereine von der guten sportlichen Infrastruktur profitieren und diese auch noch lange erhalten bleiben soll, ist es nur gerechtfertigt, wenn sich die Sportler auch stärker als bisher daran beteiligen. Eine Orientierung an den Nachbarn ist sicherlich ein sinnvoller Weg. Auch wenn es wehtut.

Robert Niemeyer

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