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Olympiasieger ist neuer Mann im Rathaus von Bergen auf Rügen

Bergen Olympiasieger ist neuer Mann im Rathaus von Bergen auf Rügen

Christian Schenk agiert seit einer Woche in Bergen als Koordinator für die Bereiche Kultur und Sport und will frischen Wind bringen.

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Es haben sich viele für Herrn Schenk interessiert. Wir sind froh, dass er bei uns ist.Anja Ratzke, Bürgermeisterin

Bergen. Wenn Christian Schenk durch eine Tür geht, zieht er den Kopf ein – selbst wenn er immer noch gut durch den Rahmen passt. Mit seinen zwei Metern Körpergröße stößt er allerdings derart oft an Grenzen, dass er sich in solchen Momenten aus Gewohnheit etwas kleiner macht.

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Christian Schenk agiert seit einer Woche in Bergen als Koordinator für die Bereiche Kultur und Sport und will frischen Wind bringen.

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Im Bergener Rathaus reichen die Türen gerade so, um den 52-Jährigen unfallfrei durch die Büros kommen zu lassen. Das ist nicht ganz unwichtig, denn seit knapp einer Woche arbeitet der deutschlandweit bekannte Sportler in der Stadtverwaltung. Er fungiert als Koordinator für Sport und Kultur, womit sein Aufgabenfeld allerdings nur unzureichend beschrieben ist. Und die ersten Ergebnisse hat er bereits vorzuweisen. „Da ich auf dem sportlichen Sektor in Deutschland sehr gut vernetzt bin, konnte ich Anke Huber im nächsten Jahr für das Bergener Tennisturnier gewinnen“, sagt Schenk, der als Zehnkampfolympiasieger 1988 in Seoul Sportgeschichte schrieb. „2018 wird dann voraussichtlich auch Michael Stich nach Bergen kommen.“ Für ein Fußball-Camp während der Weltmeisterschaften 2018, das unter der Regie des VfL und des PSV Bergen laufen soll, will Schenk Profis aus Dortmund oder Bayern gewinnen. Und er ist diesbezüglich sehr zuversichtlich.

Die Belebung der Rugard-Bühne hat für ihn oberste Priorität. Im Moment bringt er ein Mehr an Veranstaltungen auch noch mit Sportereignissen in Verbindung, möchte aber unbedingt mehr Kultur auf die Freilichtbühne bringen. „Auf jeden Fall könnten Public-Viewing- Aktionen zur Fußball- und zur Leichtathletik-WM einen ersten Beitrag leisten“, meint Schenk.

Ins Rathaus von Bergen hat Schenk mehr der Zufall geführt. „Seit 20 Jahren bin ich in Berlin zu Hause“, sagt er. „Aber irgendwann muss der Alltag nicht mehr so ausgelassen sein, weshalb ich mir überlegte, wie es wohl wäre, wenn ich zurück auf die Insel ginge.“ Zwar sei er hier nicht aufgewachsen, da sein Vater allerdings 1980 nach Rügen gegangen war, um hier Ärztlicher Direktor zu werden, verband ihn mit der Insel von da an immer viel mehr als nur der Urlaub.

Schenks erste Anlaufstelle war Peter Hick, den er als seine größte Bezugsperson auf der Insel bezeichnet. Und dann klopfte er an der Tür von Bürgermeisterin Anja Ratzke, denn immerhin lebt er seit drei Monaten in Bergen. Er sei im Gespräch mit ihr auf die Entwicklung Bergens, den Tourismus und die Kultur zu sprechen gekommen, und schnell hätten beide gemerkt, dass es da einige Schnittmengen gibt. „Es haben sich viele auf der Insel für eine Zusammenarbeit mit Herrn Schenk interessiert“, sagt Anja Ratzke. „Auch deshalb freue ich mich, dass er sich für Bergen entschieden hat.“

Christian Schenk wuselt. Nicht nur das Organisieren von Veranstaltungen und die Besuche prominenter Leute stehen auf seiner Abarbeitungsliste, auch in der Berufs- und Studienorientierung macht er sich stark. „Darin war ich zehn Jahre in sechs Bundesländern tätig“, sagt Christian Schenk. „Dazu kann praktisch jeder Verein in der Stadt einen Beitrag leisten, worauf ich hinarbeiten möchte.“

Wenn der Sportler über Bergen redet, blitzt Begeisterung auf. Er fühlt sich verbunden mit der Stadt, und das nicht nur wegen der Rolle, die einst sein Vater hier spielte. „Ich will einen wesentlichen Beitrag für das Stadtmarketing leisten“, sagt Schenk. „Dabei geht es um die Wiederbelebung des Selbstwertgefühls der Einwohner, denn wir sind eine wirklich tolle Stadt.“

Für ein halbes Jahr hat Schenk, der jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt, seine Stelle sicher. Solange darf die Bürgermeisterin Neuanstellungen vornehmen. Danach sind die Stadtvertreter gefragt. Sie werden bestimmen, ob der Mann bleibt.

Jens-Uwe Berndt

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