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„Schnell heißt manchmal Monate“

Ribnitz-Damgarten „Schnell heißt manchmal Monate“

Nach der Landtagswahl ist es in der Öffentlichkeit ruhig geworden um die SPD-Abgeordnete Susann Wippermann / Der Eindruck täuscht

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Susann Wippermann setzt sich als hiesige Landtagsabgeordnete für die Belange der Region ein.

Quelle: Foto: Cornelius Kettler

Ribnitz-Damgarten. Es war unglaublich knapp. Bei der Landtagswahl im vergangenen September gewann Susann Wippermann mit fünf Stimmen Vorsprung das Direktmandat im hiesigen Wahlkreis 23 – als erste SPD-Kandidatin überhaupt. Zuletzt war es allerdings eher ruhig geworden um die 45-Jährige. Im OZ-Interview erzählt Wippermann, warum es alles andere als ruhig ist, was sie für die Region bereits angeschoben hat und ob sie Mitleid mit dem unterlegenen CDU-Kandidaten hat.

Nach der Landtagswahl sind Sie - zumindest gefühlt - in der Öffentlichkeit deutlich weniger in Erscheinung getreten. Täuscht der Eindruck?

Susann Wippermann: Ich bin sehr viel unterwegs, wenn ich mir die letzten Wochen anschaue. Klar, es geht auf die Haushaltsberatungen zu. Im Herbst gehen die los, wir bekommen viele Einladungen. Da möchte der eine oder andere seine Projekte vorstellen, die auch immer mit Geld zusammenhängen. Das ist der Teil Wirtschaftsausschuss, in dem ich vertreten bin. Aber ich bin auch tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Außerdem bin ich Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus. Und zwischendurch finden Arbeitskreise oder Fraktionsvorstandssitzungen statt. Ich bin auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Vielleicht habe ich mir in letzter Zeit nicht genügend Raum für ordentliche Öffentlichkeitsarbeit gegeben.

Wie sieht ein typischer Tag als Landtagsabgeordnete aus?

Das ist ganz unterschiedlich. An manchen Tagen bin ich um 17 Uhr zu Hause. Wenn ich in Schwerin bin, kann es auch schon mal sein, dass ich über Nacht dort bleibe. Man hetzt dann von Sitzung zu Sitzung. Manchmal bleibt nicht einmal Zeit zum Essen. Und man muss auch bedenken, dass viel Fahrtzeit dazugehört. Ich versuche das dann natürlich auch noch so einzupendeln, dass ich die Stadtververtretersitzungen in Ribnitz-Damgarten noch mitkriege und den Kreistag auch noch. Dann wird es manchmal schon recht lang.

Was haben Sie bereits für ihren Wahlkreis, für Ihre Region, für Ihre Wähler angeschoben?

Es läuft. Aber ich möchte ungern darüber sprechen. Es sind noch ungelegte Eier. Die Prozesse sind angeschoben. Aber es ist ungünstig, in einer Phase, in der noch nichts so richtig greifbar ist, das nach außen hin zu kommunizieren. Es könnten Hoffnungen geweckt werden, die dann später enttäuscht werden, wenn sie sich nicht erfüllen. Vereine, Interessengruppen und Amtsverwaltungen haben unglaublich viele Wünsche, die an mich herangetragen wurden.

Das klingt nach vielen kleinen Problemen.

Ja, es sind viele kleine Dinge. Die Menschen rufen mich an, sagen, Frau Wippermann, wir haben hier ein Problem. Dann versuche ich schnell mit meinen Netzwerken, dieses Problem zu lösen. Schnell heißt manchmal aber auch Monate. Für ein ganz kleines Problem gibt es nämlich manchmal sehr viele Ansprechpartner.

Neben den vielen kleineren Problemen, was sind ihre großen Vorhaben, die Sie anschieben wollen?

Radwege sind natürlich nach wie vor ein Herzensthema. Viele Kommunen schaffen es einfach nicht, Radwege zu bauen und zu erhalten. Deshalb hoffe ich, dass das Land dort mehr Verantwortung übernimmt.

Wichtige touristische Infrastruktur muss in Landeshand.

Wie bekommt man als Landtagsabgeordnete seine Interessen durchgesetzt?

Das kommt immer auf das Thema an. Wir werden gehört, aber manchmal ist es schon schwierig. Im Zweifel zählt immer der Koalitionsvertrag. Wenn das drinsteht, was man selbst möchte, hat man relativ leichtes Spiel. Wenn man noch Projekte oben drauf satteln will, dann erfordert das schon sehr viel Mühe.

Viele Politiker demonstrieren ja ihre Präsenz über Reden im Parlament. Von Ihnen ist in den Protokollen der Landtagssitzungen wenig bis gar nichts zu lesen. Warum?

Richtig, bislang war das eher traurig. Tourismuspolitische Sprecherin war mein Wunsch, auch das Thema Finanzen. Was ich nicht dabei bedacht hatte: Man hat überhaupt nichts zu reden, weil die jeweiligen Fachsprecher ihre Sachgebiete weitgehend selbst abräumen. Das war mir überhaupt nicht bewusst. In der vergangenen Legislatur war das anders.

Ist es Ihnen denn überhaupt wichtig, im Landtag zu sprechen?

Natürlich. Das möchte jeder. Manchmal gibt es richtigen Streit, wer zum Thema sprechen kann. Aber wenn meine Themen dran sind, werde ich auch sprechen. In der nächsten Sitzung werde ich wieder mehrere Redebeiträge haben.

Was sind derzeit die großen Aufgaben, die in der Region angepackt werden müssen?

Hier in Ribnitz-Damgarten auf alle Fälle der Schulneubau für die Bernsteinschule, aber auch andere Schulen haben es bitter nötig. Auch das Hotelprojekt auf Pütnitz ist ein wichtiges Thema.

Wie können Sie dabei helfen, diese Vorhaben zu fördern?

Ich bin immer ansprechbar, wenn es irgendwelche Probleme gibt. Ansonsten dreht sich immer vieles ums Geld. Es geht vor allem darum, Möglichkeiten zu finden, die Dinge zu finanzieren, ohne dass es die Stadt oder die Region zu sehr in die Knie zwingt. Aber sie müssen wissen was sie wollen, vorher brauche ich bei niemandem in Schwerin antanzen. Wenn in Schwerin der eine oder andere weiß, dass es hier dieses oder jenes Vorhaben gibt, ist das schon mal ein guter Anfang.

Haben Sie Mitleid mit Christian Ehlers?

Ja, natürlich. Fünf Stimmen Unterschied sind heftig, fast unmenschlich, wenn man sich das im Nachhinein mal vor Augen führt. Das gönnt man niemandem. Aber es ist eben so. Dieses Mal habe ich gewonnen, beim nächsten Mal kann es wieder der andere sein.

Wie werden Sie abstimmen, wenn der Antrag auf Neuauszählung von Christian Ehlers im Landtag dran ist?

So wie der Wahlausschuss hier vor Ort und der Kreiswahlauschuss auch: Alles ist korrekt gelaufen. Eine Neuauszählung könnte ja auch ein deutlicheres Ergebnis für mich ergeben. Ein deutlicheres Ergebnis wäre mir ohnehin lieber gewesen. Und außerdem möchte ich das Ergebnis nicht auf diese fünf Stimmen reduzieren. Alle hängen mit diesen fünf Stimmen an. Nein, es waren 5919 Menschen, die sich für mich entschieden haben.

Interview: Robert Niemeyer

OZ

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