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Pommerscher Künstlerbund ganz nah bei der Jugend

100 jähriges Jubiläum: Feier im Landesmuseum Pommerscher Künstlerbund ganz nah bei der Jugend

Verein zieht in ein Gebäude mit Polly Faber und orientiert sich neu / Aktuell 50 Mitglieder

Greifswald. Die Backsteingebäude mit der Adresse Bahnhofstraße 44 entwickeln sich zu einem Ort der Künste. Seit einigen Jahren ist der Kulturverein Polly Faber in den Hallen der früheren Eisenbahnwerkstätten aus dem 19. Jahrhundert zu finden. Zu deren junger Kunst gesellt sich nun solche mit großer Tradition. Kurz vor seinem 100. Geburtstag ist der Pommersche Künstlerbund von der Spiegelsdorfer Wende auf das idyllische Gelände gezogen.

Die Feier zum Jubiläum findet allerdings an einem anderen Ort statt. Am 6. September lädt der Künstlerbund zum Festakt aus Anlass der Jahrhundertfeier eines der ältesten noch bestehenden deutschen Künstlerverbände ins Pommersche Landesmuseum ein.

„Wir wollen jünger werden“, sagt Herbert Raddatz (75), der Vorsitzende des Pommerschen Künstlerbundes. Und die Räume in der Spiegelsdorfer Wende habe man ohnehin verlassen müssen. „Wir hatten dort nur noch ein Lager“, sagt Madlen Ungelenk, das jüngste Mitglied des Künstlerbundes. In ihrem Freundeskreis sind Leute, die sich bei Polly Faber engagieren. Das ganze Gelände mit seinen Gartenanlagen sei sehr inspirierend, meint sie. „Es ist schön, dass wir jungen Künstler wie die Absolventen des Caspar-David-Friedrich-Instituts als Nachbarn haben“, sagt Ungelenk. Diese seien sehr offen. Der neue Ort bringe neue Energie. Mitglieder von Polly Faber hätten auch beim Umzug geholfen.

Der Pommersche Künstlerbund hat sein Büro im gleichen Gebäude wie das Ballhaus Goldfisch. Hier können Kunstwerke gezeigt werden, freut sich Vorstandsmitglied Lilo Schlösser. Und eine Idee zur Gestaltung dieser Backsteinhalle gibt es auch schon: Die Ballhaus-Leute hätten schon gefragt, ob nicht eine große Wand mit Tänzern gestaltet werden könnte. Madlen Ungelenk kann sich vorstellen, dass es in der Bahnhofstraße künftig eine Lithographiewerkstatt gibt. Eine gute Presse sei vorhanden. Und diese Werkstatt könne der Beginn einer intensiveren Zusammenarbeit mit der Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft sein, schätzt Ungelenk ein. „Der Pommersche Künstlerbund hat hier ein echtes Zuhause, einen Anlaufpunkt für unsere etwa 50 Mitglieder“, fasst Raddatz, der gebürtig aus Stettin kommt, zusammen.

Ehrenvorsitzender ist mit Manfred Prinz ein gebürtiger Schlesier. Er studierte in Greifswald und war lange Jahre an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität tätig. Prinz leitete 2000 bis 2010 die Geschicke des Künstlerbundes. Durch ihn, das heißt durch einen Kurs bei dem Professor, wurde Madlen Ungelenk vor 15 Jahren als 21-Jährige Mitglied. „Es ist eine schöne Gemeinschaft“, sagt sie. „Es gibt regelmäßig Workshops.“ Lilo Schlösser spricht von einer künstlerischen und sozialen Schaffensgemeinschaft in freundschaftlicher Atmosphäre. „Wir müssen nicht von der Kunst leben, darum gibt es kein Konkurrenzdenken“, setzt sie hinzu. „Urpommer“ müsse man nicht sein, um Mitglied zu werden, betont Lilo Schlösser. Die Künstler kämen aus ganz Deutschland, ja sogar aus Norwegen. Das einigende Band sei die Wesensverwandtschaft der Mitglieder, die Freiluftmalerei wie man sie beispielsweise von den Künstlerkolonien in Ahrenshoop und Worpswede kenne. „Wir sind in der Landschaft verwurzelt und in der Welt unterwegs“, beschreibt Schlösser.

Eckhard Oberdörfer

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