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Grimmen Postkartenbörse: Grüße aus der Vergangenheit
Vorpommern Grimmen Postkartenbörse: Grüße aus der Vergangenheit
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02:16 21.03.2016

Etwas war anders bei der Ahrenshooper Postkartenbörse am Sonnabend: Nutzten vor einigen Jahren noch viele ältere Einwohner den Nachmittag, um sich in gemütlicher Runde über die Szenen und Ansichten aus ihrem Ort auszutauschen, war dieses Mal so gut wie niemand mehr von ihnen dabei. Viele der früheren Stammbesucher haben jetzt ein Alter erreicht, das den Abstecher zur Strandhalle nicht mehr zulässt, einige seien pflegebedürftig, andere verstorben, erklärte Bürgermeister Hans Götze, selbst begeisterter Sammler und einstiger Initiator der Postkartenbörse.

Achim Krocker freute sich über eine Postkarte aus Barth.

Charlotte und Peter Dillwitz (72) bedauerten die Abwesenheit der älteren Zeitzeugen vom Fischland wohl am meisten. Von denen hatten sie als Mitautoren des Bandes „Althagen auf dem Fischland — Bewohner und Häuser“ noch vor einigen Jahren viele wertvolle Hinweise bekommen. Nun wollen sie sich an einen adäquaten Band für den Ortsteil Niehagen heranwagen, doch leider wirke sich der Mangel einheimischer Informationsquellen hemmend auf den Arbeitsfortschritt aus. „Das betrifft nicht einmal die Zeit vor 1945 — für die ist nämlich relativ viel Material in den Archiven zu bekommen. Doch alle persönlichen Angaben über die Bewohner nach 1945 unterliegen noch dem Datenschutz und werden nicht herausgegeben“, erklärte Peter Dillwitz.

Stammgast Achim Krocker (56) aus Barth zeigte eine sehr seltene und alte Ansichtskarte aus seiner Heimatstadt, die er soeben für einen moderaten Preis von Sammler Jörg Pagels gekauft hatte. Es handelte sich um das Motiv „Borgwall — Restaurant, Pensionat und Café, Inh. Willy Jürgens“ mit einem davor befindlichen Bootsverleih. "Allein dafür hat sich die Fahrt nach Ahrenshoop gelohnt", erklärte er.

Sammler Nils Lange aus Stralsund bot eine große Kollektion von Ansichtskarten aus Orten in Mecklenburg-Vorpommern an. Seine bevorzugten Sammelgebiete sind die Stadt Stralsund und die Insel Hiddensee.

Obwohl der 46-Jährige bekennender Totalverweigerer in Sachen Computer und Smartphone ist und nicht auf Internet-Plattformen zurückgreift, konnte er durch persönliche Sammlerkontakte und den Besuch von Trödelmärkten eine Sammlung mit 3000 Motiven aufbauen. Bei solch einer umfassenden Kollektion ist es natürlich nicht einfach, noch Neues zu entdecken. „Trotzdem habe ich heute einige fehlende Hiddensee-Karten bekommen“, freute sich der Stralsunder.

Der Prerower Jörg Pagels ist stolzer Besitzer von 1800 Postkarten, er sammelt neben Künstlerpostkarten von der Halbinsel vor allem Prerower und Wiecker Motive. „Etwa die Hälfte der Sammlung konnte ich durch Tauschgeschäfte erwerben, die andere Hälfte ist dazu gekauft“, sagte der 62-Jährige. Darunter habe beispielsweise die Postkarte mit dem Eröffnungsmotiv des Prerower Bahnhofs Seltenheitswert und würde etwa 200 Euro kosten. Im Sommer will Jörg Pagels mit dem Kur- und Tourismus-Betrieb Wieck in der Darßer Arche historische Postkartenmotive vom Darß ausstellen.

Volker Stepahn

OZ

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