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Grimmen Premiere in St. Jakobi: In 80 Tagen um die Welt
Vorpommern Grimmen Premiere in St. Jakobi: In 80 Tagen um die Welt
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00:05 27.05.2016
Sonntag hat das Stück „In 80 Tagen um die Welt“ nach Jules Verne Premiere im Stralsunder Theater. Quelle: Theater

Zugegeben, um einmal um die Welt zu reisen, braucht es heute nicht mehr 80 Tage. Doch die Art und Weise, wie das Jules Verne den englischen Gentleman Phileas Fogg vor über 140 Jahren in seinem berühmten Roman tun lässt, fasziniert noch immer. Susanne F. Wolf hat daraus ein Abenteuerstück für die Bühne konzipiert. Sonntag feiert es im Gustav-Adolf-Saal in Stralsunds St. Jakobi Premiere.

Die Geschichte um Phileas Fogg kennt jeder: Der englische Gentleman ist höflich, präzise und überaus pünktlich. Sein Leben verläuft durchgeplant. Das gilt für Frühstück, Teewasser und die Zeit von 11 bis 23.30 Uhr, die er in seinem Club verbringt. Auch der Weg dorthin ist pedantisch genau ausgemessen: 575 Schritte links und 576 Schritte rechts. Doch dann scheint der Gentleman verrückt geworden zu sein, denn er wettet um 20000 Pfund, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. Mit seinem treuen französischen Diener Passepartout begibt sich der unerschrockene Engländer auf die Reise. Er nutzt alle Transportmittel: Dampfer, Züge, Droschken, Boote, Handelsschiffe, Schlitten und sogar einen Elefanten. Die Zeit sitzt ihm im Nacken, doch viele Abenteuer lassen sich nicht vorausplanen. Dazu gehört auch die Rettung der indischen Prinzessin Aouda vor dem Scheiterhaufen. Sie begleitet die beiden Weltreisenden fortan und lässt in Fogg die Liebe aufkeimen. Als die Gruppe wieder in London ankommt, sind sie fünf Minuten zu spät dran und haben die Wette verloren – glauben sie. Doch ein wesentliches Detail ist ihnen bei der Zeitberechnung entgangen...

Im Gustav-Adolf-Saal kommt die Weltreise im kleinen Rahmen auf die Bühne. „Es agieren nur fünf Schauspieler. Der sechste ist das Video“, sagt Regisseur Arnim Beutel. Eigentlich sei er kein Freund von Videoproduktionen, doch in diesem Fall sei es eine ideale Ergänzung. Denn mit der turbulenten Inszenierung soll beim jungen Publikum auch der Sinn dafür geschärft werden, dass man zwar eine Reise um die Welt kaufen konnte, aber im britischen Kolonialismus der Respekt gegenüber anderen Völkern und Traditionen auf der Strecke blieb.

„Wegen der wenigen Schauspieler muss jeder von ihnen mehrere Rollen spielen“, sagt Beutel. Besonders trifft es die beiden mitwirkenden Frauen, die haben bis zu acht Rollen zu besetzen. Dafür würden sie alle wundervolle Kostüme tragen, die Svea Schiemann entworfen hat. „Sie entsprechen voll der Zeit um 1872“, so Beutel.

Marvin Rehbock, der als Phileas Fogg bezaubert, und Alexander Frank Zieglarski, der den Diener Passepartout spielt, freuen sich auf die Premiere. „Sobald von diesem Jules-Verne-Roman die Rede ist, hat jeder eine Verfilmung vor Augen, an die er sich mit Begeisterung erinnert. Das wird auch hier so sein“, ist der Phileas-Fogg-Darsteller überzeugt. Für Zieglarski vereint die Inszenierung vieles, was Menschen ab zehn Jahre begeistern kann: Neugier auf fremde Länder und technische Begeisterung. „Selbstverständlich ist das Stück für alle Altersgruppen geeignet“, sagt er. Denn da gibt es mit der Jagd auf den Bankräuber noch einen Krimi und die wunderschöne Liebesgeschichte zwischen Phileas Fogg und Prinzessin Aouda.

In 80 Tagen um die Welt: 29. Mai, 16 Uhr, Premiere im Gustav-Adolf-Saal. Eine weitere Vorstellung findet dort am 30. Mai um 10 Uhr statt.

Cornelia Meerkatz

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