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Grimmen Private Jäger im Forstamtsbereich Poggendorf erlegten fast 4500 Wildschweine
Vorpommern Grimmen Private Jäger im Forstamtsbereich Poggendorf erlegten fast 4500 Wildschweine
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07:30 16.03.2019
Der Schweinebestand muss weiter minimiert werden. Quelle: dpa
Poggendorf

Die sogenannte Pürzelprämie, bei der auf Antrag für jedes erlegte Wildschwein im Land 25 Euro gezahlt werden, läuft aus. „Wenn sie nicht noch einmal verlängert wird, ist damit am 31. März Schluss“, sagt Matthias Sandmann, Sachbearbeiter für Holzvermarktung und Jagd im Forstamt Poggendorf. Diese Prämie war Ende 2017 eingeführt worden, um die Jäger zu motivieren, vermehrt Wildschweine zu jagen. Deren Bestand soll reduziert werden, um die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest geringer zu halten. Als Beweis müssen die Jäger den Pürzel, also den Schwanz des Tieres, im Forstamt abgeben. Im November 2018 war die Prämienzahlung zur Reduzierung des Schwarzwildbestandes bereits verlängert worden.

„Wir versuchen alles, um den Schwarzwildbestand zu reduzieren und die Afrikanische Schweinepest so lange wie möglich aufzuhalten. Gelingen wird es uns nicht“, sagt Matthias Sandmann, Sachbearbeiter für Holzvermarktung und Jagd im Forstamt. Auch in normalen Jahren ohne Schweinepest würden die Jäger versuchen, den natürlichen Zuwachs zu erlegen. Das allein sei schon schwer, weil die Vermehrungsrate bei Wildschweinen bei mehr als 300 Prozent liege. Die Tiere finden in den großen Mais- und Rapsfeldern hierzulande idealen Schutz und ausreichend Nahrung.

Matthias Sandmann vom Forstamt Poggendorf sammelt die abgegebenen Pürzel in einer Tonne. Quelle: Almut Jaekel

Seit dem Herbst 2017 wurden im Forstamtsbereich Poggendorf 111725 Euro Pürzelprämie an private Jäger ausgezahlt und somit seien 4469 Wildschweine von ihnen erlegt worden. „Für Jagdhunde im Einsatz kommen noch einmal 10065 Euro Aufwandsentschädigung dazu“, sagt Sandmann. 230 Antragsteller gab es im Forstamtsbereich Poggendorf insgesamt. Noch in der Woche vom 8. bis zum 12. April können Anträge auf die Prämie beim Forstamt eingereicht werden, informiert Matthias Sandmann. In begründeten Ausnahmefällen gelte der Stichtag 30.4. 2019.

Afrikanische Schweinepest

An Afrikanischer Schweinepest erkrankte Tiere ziehen sich zurück und sind normalerweise nicht auffällig wie beispielsweise tollwütige Tiere.

Spaziergänger sollten dennoch die Augen offenhalten und dem Landkreis melden, wenn sie beispielsweise taumelnde Wildschweine oder gar tote Tiere gesehen haben.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung und für den Menschen unschädlich. Übertragen wird sie von Tier zu Tier, durch kontaminierte Gegenstände oder über den Menschen.

Zwei Millionen Euro hatte Schwerin insgesamt für diese Bestandsregulierung inklusive der Verwaltungsarbeit beim Schwarzwild zur Verfügung gestellt, um die Gefahr der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu mindern. „Aufzuhalten ist sie nicht“, sagt Sandmann. Aber mit solchen Riesenertragsstrecken bei Wildschweinen wie sie allein das Poggendorfer Forstamt 2018 legte, gebe es schon einen positiven Effekt: „Je mehr der Bestand verringert wird, desto langsamer verbreitet sich die Krankheit. Deshalb ist es durchaus sinnführend, den Bestand so zu reduzieren und die Jäger mit einer Prämie zu motivieren“, betont der Forstamtsmitarbeiter.

Die Viruserkrankung kommt aus afrikanischen Ländern, betrifft ausschließlich Schweine, hat sich bis Polen und Tschechien ausgebreitet. Dänemark versucht, sich mit einem stabilen Stahlmattenzaun abzuschirmen. Mecklenburg-Vorpommern hat sich einen 50 Kilometer langen Elektrozaun zugelegt, der im Seuchenfall, wenn ein krankes oder totes Wildschwein gefunden werden sollte, zum Einsatz kommt. Eigenartigerweise hat die Krankheit unsere Region derzeit übersprungen und ist in Belgien wieder aufgetaucht. „Wie die Krankheit dorthin gekommen ist, ist nicht wirklich geklärt“, sagt Sandmann. Deshalb ist auch er, wie viele Fachleute, der Meinung, dass sie irgendwann auch hierzulande auftritt. Die Afrikanische Schweinepest endet in nahezu allen Fällen mit dem Tod der Tiere. In unseren Breiten wird sie von Tier zu Tier übertragen oder über kontaminierte Gegenstände.

Almut Jaekel

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