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Radweg: Lückenschluss auf der Kippe

Bad Sülze Radweg: Lückenschluss auf der Kippe

Zwischen Bad Sülze und Langsdorf fehlen 4730 Meter Backsteinrundweg / Dahlienstadt setzt andere Prioritäten

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Für den Lückenschluss Bad Sülze Richtung Langsdorf gab es im Juni 2015 eine große Spendentour. Zugleich wurde damit auf die Wichtigkeit einer guten Radwegeverbindung hingewiesen.

Quelle: Peter Schlag

Bad Sülze. Zwischen Langsdorf und Bad Sülze soll ein Radweg ausgebaut werden. Das ist ein seit längerem diskutiertes Projekt. Als Teil des Östlichen Backstein-Rundweges hätte der Weg eine nicht unerhebliche touristische Bedeutung. Vor allem aber wäre er ein Lückenschluss. Entstehen würde der Radweg auf den Gebieten der Gemeinde Lindholz und der Stadt Bad Sülze. In Gemeinde- wie Stadtvertretung ist das Projekt jetzt Thema gewesen. Mit unterschiedlichem Ausgang. Die Lindholzer sind für den Ausbau des Radweges, laut Projekt soll das in vier Abschnitten erfolgen. Das Ingenieurbüro Voss und Muderack hat dafür den finanziellen Rahmen abgesteckt. Brutto würde der Radweg demnach 1,57 Millionen Euro kosten, davon wären 232 900 Euro Planungskosten. Bei einer Maximalförderung von 90 Prozent bliebe ein Eigenanteil von 157 020 Euro, den die beiden Kommunen stemmen müssten. Da der größere Teil des Weges auf Bad Sülzer Gebiet liegt, wären das für die Stadt 105 270 Euro und für Lindholz 51 750 Euro.

Fünf-Tages-Tour

297 Kilometer misst der Östliche Backstein-Rundweg. Fahrradfahrer können auf dieser Tour die Schönheit der Backstein-Gotik im Norden kennenlernen.

Zu empfehlende Stationen sind die Hansestädte Rostock, Stralsund und Greifswald sowie die Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten. Herausgehoben werden auch die Naturschönheiten in Trebel- und Recknitztal.

Für diese Rundfahrt sollten Radfahrer fünf Tage einplanen.

Wobei nicht sicher ist, ob 90 Prozent Fördermittel auch wirklich fließen. Aktuell wurde für den Radweg eine Förderung beim Landesförderinstitut (LFI) Mecklenburg-Vorpommerns beantragt, von dort wurde eine 60-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Das würde die Eigenmittel, die beide Kommunen aufbringen müssen, erheblich vergrößern. Die Lindholzer Gemeindevertretung hat dem Radwegeausbau bereits so zugestimmt, wie das Vier-Abschnitte-Projekt es vorsieht. Das heißt, die Bauabschnitte eins und zwei befinden sich auf Bad Sülzer Territorium, wären zusammen 3020 Meter lang und würden im Ausbau 898 700 Euro kosten. Der Lindholzer Teil beginnt an der Gemarkungsgrenze und reicht bis zum Anschluss an den bestehenden Radweg nach Tribsees. Das wären insgesamt 1700 Meter.

Das Regionale Raumordnungsprogramm Vorpommerns weist Bad Sülze und Lindholz als touristischen Schwer- und Entwicklungsraum aus. Das sieht man in beiden Gemeinden auch so. Doch während der Lindholzer Gemeindebeschluss grünes Licht gibt, hat die Bad Sülzer Stadtvertretung erst mal ein Stopp-Zeichen gesetzt.

Das liegt aber nicht daran, dass die Dahlienstädter nicht die Bedeutung des Radweges sehen. Vielmehr setzen sie andere Schwerpunkte, so die Diskussion in der Stadtvertretung. „Wir haben unsere Prioritäten“, betonte Bürgermeisterin Doris Schmutzer (Bürger für Bad Sülze) – und meinte damit zwei Großprojekte. Zum einen ist es der Bau eines gemeinsamen Komplexes für Grundschule und Kindertagesstätte in Bad Sülze. Zum anderen soll die marode Kastanienallee, eine der schlechtesten Straßen in der Stadt, endlich saniert werden.

Bad Sülze hat erstmal kein Geld für den Radweg. Was bedeutet das für das Projekt? „Wir werden versuchen, den Fördermittel-Antrag auf das Gebiet von Langsdorf zu beschränken“, erläuterte Anke Haß, Verwaltungschefin im Amt Recknitz-Trebeltal.

Peter Schlag

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