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Grimmen Reinigungskräfte bekommen mehr Lohn
Vorpommern Grimmen Reinigungskräfte bekommen mehr Lohn
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00:00 11.02.2017

Greifswald. Die 1980 Reinigungskräfte im Landkreis Vorpommern- Greifswald verdienen mit Beginn des neuen Jahres mindestens 9,05 Euro pro Stunde, 35 Cent mehr als bisher. Mit einem Plus von vier Prozent im Osten steigt der tarifliche Mindestlohn in der Branche damit deutlich stärker als im Westen, teilt die IG Bauen- Agrar-Umwelt mit. Glas- und Fassadenreiniger, wie Kristin Wiese von der Komplex Gebäudereinigung GmbH Greifswald, gehen sogar mit 11,53 Euro (+ 43 Cent) nach Hause. „Ich finde das Klasse. Immerhin haben wir auch einen körperlich anstrengenden Job“, sagt die 28-Jährige.

Die IG Bau Ostmecklenburg- Vorpommern spricht von einem „enormen Lohn-Schritt“ für die Beschäftigten: „Es ist höchste Zeit, dass die harte Arbeit in der Reinigung endlich stärker wertgeschätzt wird“, betont Bezirksvorsitzender Wolfgang Ehlert. Kathrin Baier-Winkler, Greifswalder Niederlassungsleiterin des Familienunternehmens Piepenbrock, spricht bei der Tariferhöhung von einer „Übung, die fast jedes Jahr in unserer Branche läuft“.

Mit 466 Mitarbeitern und 1930 Kunden zählt das Unternehmen in der Region zu den größten der Branche. In der Niederlassung Greifswald – einer von 70 bei Piepenbrock – laufen die Fäden aus Vorpommern zusammen. Größtes Problem: „Die Arbeitskräftegewinnung“, sagt Baier-Winkler. In Greifswald funktioniere die Suche noch gut. Anderswo sehe es schlechter aus. Um die Weihnachtszeit haben wir beispielsweise vier Langzeitarbeitslose eingestellt, die noch immer bei uns sind“, freut sich die Chefin. Eigenen Nachwuchs bildet Piepenbrock in Vorpommern im Gegensatz zu Standorten in anderen Bundesländern nicht aus.

Anders Christian Horn, Geschäftsführer der Komplex Gebäudereinigung GmbH Greifswald, die viele Kunden auf Usedom hat. „Ausbildung ist zwar mit viel Aufwand verbunden, aber ich finde sie wichtig, um eigenen Nachwuchs heranzuziehen und den jungen Leuten eine Chance zu geben“, sagt der Chef von rund 85 Mitarbeitern. Deshalb habe er sich zum Ausbilder qualifiziert und biete auch im Herbst wieder drei Lehrstellen an. „Zurzeit haben wir drei Azubis, davon zwei in der Gebäudereinigung und eine Kauffrau für Büromanagement“, so Horn.

Bislang habe das Unternehmen, seit 1990 am Markt, immer alle Azubis übernommen. Auch Kristin Wiese gehört zu ihnen. „Denn auf dem freien Markt Arbeitskräfte zu finden, wird zunehmend schwieriger“, sagt Horn. Da er längst nicht so viele Mitarbeiter finde wie benötigt, „kann ich nicht mehr alle Aufträge annehmen“. Auch Horn versichert, den ab Januar gültigen Tarif zu zahlen. „Wir sind Innungsbetrieb, also an die Vereinbarung gebunden“, sagt er.

So erfreulich die Lohnsteigerung für die Gebäudereiniger von vier Prozent auch ist: Kollegen in den alten Bundesländern bekommen nach wie vor mehr – seit Januar glatt zehn Euro pro Stunde.

Der Tarif stieg damit um 20 Cent beziehungsweise zwei Prozent.

PETRA HASE

OZ

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