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Reittherapie fördert die Stärken

Bremerhagen Reittherapie fördert die Stärken

„„Ich bin glücklich, jemand gefunden zu haben, der Zeit und Geduld für mich hat.Katja Haese

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Lisa Kurth (12) und Stela. Vertrauensvoll folgt das Pferd dem Mädchen. FOTOS (3): ALMUT JAEKEL

Bremerhagen. . Für Katja Haese ist ein Traum war geworden: Die 42-Jährige reitet einmal pro Woche bei Christiane Fischer auf deren Hof Caluzule (Pferdchen) in Bremerhagen.

 

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Christiane Fischer bringt frisches Heu auf dei Koppel.

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Katja Haese fühlt sich auf Stela sicher. FOTO: CHRISTIANE FISCHER

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Christiane Fischer bringt frisches Heu auf dei Koppel.

Caluzule

Caluzule – das Pferdchen nennt Christiane Fischer ihr Angebot in Bremerhagen, das motorische Förderung mit Pferden, pädagogisches Reiten und Voltigieren sowie begleitete Ausritte umfasst.

Erwachsene und auch Kinder gehören zu denen, die sie fördern möchte.

Weitere Informationen zu Pferden, Konzept, Preisen und der Betreiberin gibt es unter www.caluzule.com.de

„Ich dachte, das könnte ich nie wieder“, sagt Katja Haese. Denn im Alter von 15 Jahren war sie so schwer erkrankt, dass sie nicht nur das Reiten, sondern jeden Sport aufgeben musste. „Alles, was ich geliebt habe.“

Katja Haese lernte neu zu sprechen, zu laufen und kämpft noch heute mit Gleichgewichtsstörungen. Autofahren ist nicht drin. „Und dann, vor gut einem Jahr, sah ich den Flyer von Christiane Fischer, auf dem sie unter anderem therapeutisches Reiten anbietet“, erinnert sich die Wahl-Greifswalderin. Mit der Bahn ging es also nach Miltzow und von dort holt Christiane Fischer sie regelmäßig ab.

„Durch meine Krankheit war alles verloren. Und in Bremerhagen habe ich die Möglichkeit, das Reiten von Grund auf wieder zu lernen – in Ruhe, ohne Zuschauer, ohne Zwang und mit der unendlichen Geduld von Christiane Fischer.“

Mittlerweile ist Katja Haese soweit, dass sie nicht nur auf dem Pferd sitzen und im Schritt reiten kann, sie arbeitet an ihrem Sitz im Trab – und fühlt sich wohl dabei. „Ich hatte nie Angst vor Pferden, schaffte es aber zunächst nicht, auf dem Pferd alles zu koordinieren“, erinnert sie sich an die Anfänge. Gleichgewichtsstörungen im Sattel kennt die Reitschülerin nicht mehr. „Das gibt mir natürlich in erster Linie Selbstvertrauen“, sagt sie über ihre Entwicklung. Inzwischen gehören auch Ausritte in die Natur zu ihrem Reiter-Alltag. „Ich bin glücklich, jemand gefunden zu haben, der die Zeit und Geduld für mich hat“, sagt die studierte Psychologin.

Lisa Kurth aus Bremerhagen ist regelmäßig freitags bei „ihren“ Pferden in Bremerhagen. Und das, seitdem Christiane Fischer sich im April 2015 als Existenzgründerin selbstständig machte. „Ich bin vorher woanders geritten, aber da waren mir die Pferde zu groß. Vor allem Stela, ist der Liebling der zwölfjährigen Schülerin. Lisa schnappt sich auch gleich diese Stute und los geht es mit der Freiarbeit im Roundpen – einem geschlossen Zirkel, in dem geritten werden kann, aber auch die Arbeit mit dem Pferd an der Hand möglich ist. „Das Reiten als Sport steht bei uns nicht im Mittelpunkt, sondern der Umgang mit den Pferden, die Kommunikation zwischen Mensch und Tier und die Förderung der Kinder und der Erwachsenen“, sagt Christiane Fischer. Wer vor habe, Turnierreiter zu werden, sei in Reitvereinen besser aufgehoben, betont die 49-Jährige gebürtige Hessin. „Wir fördern die Stärken und trainieren nicht an den Schwächen.“

„Ich staune immer wieder, wie die Pferde mit den Menschen in Kontakt treten,“, sagt Christiane Fischer als sie Lisa mit Stela beobachtet. Vertrauensvoll folgt die Stute dem Mädchen ohne Körperkontakt über Stangen und durch Gassen. Das Tier bleibt stehen, geht rückwärts. Nur als die fast unsichtbaren Kommandos von Lisa plötzlich von hinten kommen, versteht die Stute sie nicht sofort. Christiane Fischer übernimmt kurz und Stela lässt sich willig per leicht erhobenem Arm oder einem Schnalzen treiben. „Lisa ist noch nicht konsequent genug. Am Umgang mit dem Pferd kann man sehr viel über den jeweiligen Menschen lernen“, ist sie überzeugt. „Das Ziel der Reitpädagogik ist es, Menschen ganzheitlich zu fördern und neue Erfahrungen zu vermitteln“, lautet das Motto von Christiane Fischer.

Motorische Förderung mit Pferden, pädagogisches Reiten und Voltigieren sowie begleitete Ausritte gehören deshalb zu ihrem Programm, bei dem ihre Mitstreiter sechs Pferde sind. Die Therapiepferde Lotte und Stela, der Senior Lukas mit seinen 30 Jahren, Canyon mit dem freundlichen Wesen, Ana, die sich besonders fasziniert von Baby zeigt, und Olga, die ganz deutlich die Befindlichkeit der Menschen widerspiegelt. „Ich habe sie selbst ausgebildet, die beiden Therapiepferde waren zusätzlich noch ein Jahr lang in der Reittherapie in Thüringen tätig, wo sie sehr viel gelernt haben. „Ich selbst reite schon mein Leben lang und Pferde gehörten immer dazu“, sagt sie. Trotzdem schloss sie vor dem Schritt in die Selbstständigkeit eine Ausbildung zur Reitpädagogin an, die zertifiziert wurde.

Gehalten werden die Tiere in einer sogenannten Offenstallhaltung auf der Koppel: Die Pferde entscheiden selbst, ob und wann sie Schutz in den beiden Weidezelten suchen. Mitten zwischen den gepachteten Koppeln – sie waren vorher eine verwaiste Kleingartenanlage, und die Pferde finden viel Schutz unter großen Bäumen – befindet sich ein Roundpen und ein Wohnwagen – gleichzeitig Sattelkammer, Aufenthaltsraum, Aufwärmmöglichkeit für wartende Eltern und Rückzugsmöglichkeit für Gespräche. Koppelmaterial und Weidezelte sind für die Existenzgründerin vom Jobcenter finanziert.

Zuvor war Christiane Fischer Arbeitslosengeld-II-Empfängerin. „Ohne diese Unterstützung wäre dieser Schritt für mich nicht möglich gewesen.

Almut Jaekel

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