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Grimmen Renft wird in Greifswald gefeiert
Vorpommern Grimmen Renft wird in Greifswald gefeiert
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00:00 04.10.2016
Renft im Greifswalder Theater mit Gisbert „Pitti“ Piatkowski, Delle Kriese, Thomas „Monster“ Schoppe und Marcus „Basskran“ Schloussen (v.l.) Quelle: Reinhard Amler

Renft im Greifswalder Theater und das am Vorabend des Tages der Einheit. Symbolhafter geht es kaum, auch wenn der Termin sicher Zufall war. Aber Renft steht nunmal für die deutsche Teilung wie keine andere ostdeutsche Rockband. Am 22. September 1975 wurde die Gruppe in Leipzig aus politischen Gründen verboten. Fortan durfte über sie nicht mehr berichtet werden. Selbst Bands, die mit Renft sympathisierten, flogen aus den Ankündigungsspalten sämtlicher DDR-Zeitungen.

Einer der Titel, der bei den Kulturoberen damals durchfiel, war die „Ballade vom kleinen Otto“, in dem es unter anderem heißt: „Leben ist wie Lotto. Doch die Kreuze macht ein Funktionär.“ Klar, dass dieses Lied, das viele Renft-Fans erst nach der Wende erstmals hörten, Sonntagabend im gut besuchten Theater nicht fehlen durfte. Renft wurde hier regelrecht gefeiert. Erst nach zwei Zugaben, durften die vier Musiker um Thomas Schoppe die Bühne verlassen. Standing Ovations eingeschlossen. Das rührte selbst den Frontmann sichtlich. Mit solchem Auftakt zur Akustik-Tour „50 Jahre Renft“, die bis Jahresende noch 25 Termine kreuz und quer in der Ex-DDR beinhaltet, hatte der mittlerweile 71-Jährige wohl selber nicht gerechnet.

Bei fast allen Titeln, die durchweg in neuen, frischen Arrangements mit viel Akustikgitarre erklangen, sang und klatschte das Publikum mit. Und es waren nicht nur die heute in die Jahre gekommenen Fans, die sich dabei als absolut textsicher erwiesen, nein, auch viele jüngere Leute ließen sich von dieser Begeisterung anstecken. Bei „Uns're LPG hat 100 Gänse...“ konnte Schoppe gar pausieren, weil das Publikum hier lautstark seinen Part übernommen hatte.

Neben dem „Gänselieschen“ gab es ein Wiederhören anderer Kulttitel und mancher Rarität. Denn der „Baggerführer Willy“, „Wandersmann“ und „Wer die Rose ehrt“ erklangen. Mit letzterem Song, den später auch die Gruppe „Karussell“ übernahm, hatte Renft 1971 sogar die Puhdys in den DDR-Charts von Platz eins verdrängt, was Schoppe noch heute bewegt.

Anzumerken bleibt, dass die Band, die Sonntag in Greifswald auf der Bühne stand, eigentlich nur noch ein Überbleibsel der alten Klaus-Renft-Combo ist. Drei ihrer Mitglieder, darunter Bandleader Klaus Renft, sind bereits verstorben. Zwei weitere können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auftreten. Schoppe ist also das letzte Original. Er war mit Renft mehrfach in Greifswald. In den 1970-er Jahren spielte die Band oft im Kreiskulturhaus. 1990, als sie sich neu gefunden hatte, war die Mensa am Wall hier ihre erste Konzertstation. Danach hatte Modehändler Jens Krafczyk, der Sonntag natürlich nicht fehlen durfte, Renft zweimal ins Theater geholt. Renft spielt im Stralsunder Theater: am 31.10. 2016 um 19.30 Uhr

Reinhard Amler

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