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Reste des Abs-Imperiums verschandeln die Stadt

Reste des Abs-Imperiums verschandeln die Stadt

Villa in der Schützenstraße könnte abgerissen werden / keine Änderung in der Langen Straße und am Marxplatz in Sicht / Stadt sieht keine Möglichkeit zum Eingreifen

Greifswald Vor zwei Jahren im August wurde die seit langem leerstehende Stadtvilla Schützenstraße 5 abgefackelt. Warmer Abriss, hieß es sofort. Aber auf die Beseitigung des Schandflecks, also den Abriss, warten die Greifswalder bis heute. Eigentümer ist der aus Greifswald stammende Immobilienunternehmer Torsten Abs (Jahrgang 1962). Er hat das Grundstück von seinem Vater geerbt.

Der Hintergrund: Torsten Abs erwarb nach der Wende ein kleines Immobilienimperium in Greifswald und Umgebung, hat aber einen großen Teil seiner Häuser inzwischen wieder verloren. Greifswalder Investoren retteten statt seiner die Häuser Am Mühlentor 2 und Markt 26/27. Zu Ende saniert hat Abs in Greifswald und Umgebung bisher keine Immobilie.

„Vor über einem Jahr wurde eine Abrissgenehmigung für die Schützenstraße 5 erteilt“, so Bauamtsleiter Thilo Kaiser auf OZ–Anfrage zu diesem Fall. Aber genutzt wurde sie nicht. Der „städtebauliche Missstand“ wie es im Amtsdeutsch heißt, nahe dem Hansering bleibt bestehen. Die Geschichte der Villa Schützenstraße 5 ist typisch für Greifswalder Abs-Grundstücke.

In der Regel gründet der Immobilienunternehmer für jede Fläche mindestens eine Firma. In diesem Fall entstand neben der A-Quartier-Management GmbH 2005 noch die die Projektgesellschaft A-Quartier GmbH & Co KG. 200000 Euro des Stammkapitals dieser Firma von 215000 Euro brachte laut firmenwissen.de Vater Heinz Abs ein. Die A-Quartiere sind die Flächen zwischen Hansering und Roßmühlenstraße. Der aktuelle Firmensitz liegt in Berlin. Und jetzt wird es interessant: Komplementär ist aktuell die Jade 984. GmbH. Diese ersteigerte 2010 für 410000 Euro die Schützenstraße 5 inklusive Grundstücken von 3400 Quadratmeter und stach alle anderen Bieter – darunter das Berliner Petruswerk – mühelos aus. Bezahlt wurde nicht, damit blieb Abs Eigentümer. Diese Methode, offensichlich Strohleute einzusetzen, um den Besitzwechsel zu verhindern, wandte Abs auch in zwei anderen Greifswalder Zwangsversteigerungsverfahren an. Darum wurde ihm 2011 im Amtsgericht der Prozess gemacht.

Inzwischen macht Abs es anders. Wenn mal wieder eine Zwangsversteigerung ansteht, dann begleicht er kurz vor dem Termin die Forderung des Gläubigers, der die Versteigerung betreibt. Was Abs mit seinem Verhalten bezweckt ist unklar. 2011 hieß es, dass Abs seit 2003 nicht mehr finanziell nicht mehr in der Lage sei, lukrative Grundstücke zu erwerben. Er wird als Mann mit großer Überzeugungskraft und hoher Intelligenz beschrieben.

Bei dieser Vorgeschichte erscheint die Forderung nach dem Eingreifen der Stadt in der Schützenstraße legitim: Könnte sie nicht Torsten Abs per „Instandsetzungs- und Modernisierungsgebot“ zu einer Verbesserung des Erscheinungsbildes zwingen? Bei der Baderstraße 2, dem Geburtshaus der Barockdichterin Sibylla Schwarz, wird die Machbarkeit dieses Vorgehens gerade geprüft und gilt als aussichtsreich. Hier nicht, schätzt die Verwaltung ein. Denn die Schützenstraße 5 liegt nicht wie die Baderstraße im Geltungsbereich einer Instandhaltungssatzung. „In der Stadt gibt es zurzeit keine ,städtebaulichen Gebote’ um eine rechtskonforme Modernisierung beziehungsweise Instandsetzung baulicher Anlagen anzuordnen“, sagt Sprecherin Andrea Reimann. „Das marode Gebäude auf dem Grundstück Schützenstraße 5 wird mittels Bauzaun gesichert, so dass hier zur Zeit keine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorliegt.“

Genauso verhalte es sich mit zwei anderen Innenstadtgrundstücken in prominenter Lage, die Abs gehören. Auch von denen gehe keine Gefahr für Ordnung und Sicherheit aus. Das sind Grundstücke an der Langen Straße/Ecke Kapaunenstraße nahe der Jacobikirche und Karl-Marx-Platz 19. Die dort stehenden Häuser stehen schon lange nicht mehr. Auch für diese Flächen gibt es Gesellschaften, in denen Torsten Abs und seit einiger Zeit auch der Berliner Jürgen Reinhard M. mitmischen.

Eckhard Oberdörfer

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