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Röhrende Hirsche locken Besucher an

Zingst Röhrende Hirsche locken Besucher an

In der Brunftzeit gibt es geführte Touren durch den Darßwald Exkursionen sind stark nachgefragt

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Am Darßer Ort kann man derzeit Hirsche röhren hören – oder wie hier im Bild eine Hirschkuh mit ihrem Jungen sehen.

Zingst. „Der Einäugige ist wieder da.“ Ein Fotograf mit teurer Kamera und großem Zoomobjektiv, die auf einem Stativ montiert ist, zeigt einem Kollegen die Richtung. Ein Hirsch röhrt. Es war der „Einäugige“.

OZ-Bild

In der Brunftzeit gibt es geführte Touren durch den Darßwald Exkursionen sind stark nachgefragt

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Im Darßwald spielt sich zur Zeit ein berauschendes Spektakel ab: es ist Hirschbrunftzeit! Morgens und abends wandern Hunderte interessierte Naturfreunde und Fotografen in den Wald oder an den Darßer Ort, um dieses Schauspiel zu sehen und zu hören.

Die Kur- und Touristik GmbH Zingst ist eine Anbieterin solcher Touren. Sie bietet Exkursionen mit dem ehemaligen Leiter des Nationalparkes Vorpommersche Boddenlandschaft Siegfried Brosowski an.

Viermal in der Woche geht es zur Brunftzeit bis Ende September an den Darßer Ort. Um 16 Uhr fährt die Darßbahn vor dem Zingster Kurhaus in Richtung Prerow ab.

Die Exkursionen sind gut gebucht. Zirka 20 Interessierte pro Tour können dieses Erlebnis genießen. Nach einer guten halben Stunde ist die Endhaltestelle der Darßbahn zwischen dem Nothafen und dem Leuchtturm am Darßer Ort erreicht. Siegfried Brosowski begrüßt seine Gruppe und vermittelt seinen Leuten erste Informationen über den Darß, den Nationalpark, über das Spiel von Wind und Wasser und dann speziell über die Brunft in diesem Jahr. Es sei noch ziemlich warm, die Hirsche noch nicht so richtig brünftig, aber jeder Tag sei anders, erzählt er, und dann macht er sich mit seiner Gruppe mit bedächtigem Schritt auf den Weg.

Am Darßer Ort ist ein Rundwanderweg gebaut worden, teilweise auf Bohlen mit mehreren Aussichtstürmen und Plattformen. Auf ihnen haben die Besucher eine herrliche Aussicht auf das Rotwild am Darßer Ort. Das Besondere: Hier gibt es röhrende Hirsche vor Ostseekulisse.

Kurz vor der ersten Plattform macht der „Wanderleiter“, wie ihn der Fahrer der Darßbahn, Henry Plotka, vorstellte die nächste Pause. Brosowski gibt ganz spezielle Hinweise und Tipps zur Hirschbrunft.

Dann „entlässt“ er seine Gruppe zur freien Rotwildschau, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass alle wieder pünktlich zurück sein sollten, um schließlich die Abfahrt nicht zu verpassen. „Der Weg zu Fuß

zurück ist weit“, sagt er und ein Lächeln huscht über sein Gesicht.

Die erste Plattform ist schon gut besucht, als sich die Brosowski- Gruppe hinzugesellt. Alle blicken gebannt in Richtung der Schilfwiesen und Ostsee, lächeln selig, wenn die Hirsche röhren. Von links der eine und ein anderer röhrt von rechts. Dazwischen das Kahlwild. Um die Weibchen geht es. Die Hirsche geben alles, verzichten sogar auf fressen. So geht es den ganzen Tag, die ganze Nacht, wochenlang. Am Ende sind die Hirsche ausgezerrt, manche überleben nicht. Doch zunächst dienen sie als Fotomodelle.

Gegenüber des Wanderweges, am Nothafen, sind weitere Gruppen von Hirschbrunft-Guckern zu entdecken. Dazwischen röhren und laufen die Hirsche und die Weibchen äsen trotzdem ganz ruhig, als ob sie das alles nichts angehen würde.

„Der Einäugige verteidigt sein Revier“, bewundert ein älterer Fotograf den Platzhirsch und grient. Der „Einäugige“ ist ein älterer, gewaltiger Hirsch, mindestens mit 16-Enden. Das rechte Auge scheint milchig-weiß. Immer wenn er schaut, dann wendet er seinen Kopf so, dass er mit dem linken Augen blicken kann. Am gesamten Wanderweg, auf allen Plattformen stehen Beobachter und Fotografen mit sündhaft teuren Apparaten. Die Teilnehmer der Brosowski-Gruppe haben zwar gute Ferngläser, aber zumeist nur kleine Fotoapparate.

Wer nicht mindestens ein 300mm-Zoomobjektiv dabei hat, bekommt keine befriedigenden Aufnahmen. Dennoch scheinen alle zufrieden. Der Ausflug war ja auch nicht als Foto-Exkursion ausgeschrieben. „Ich bin ein visueller Typ. Ich will es selbst erleben. Nicht nur im Fernsehen Berichte schauen, sondern mit allen Sinnen erleben, schwärmt Andrea Olschewski aus Herne, die mit ihrem Mann Stefan Konrad an der Tour teilnimmt.

Das sieht auch Rainer Ahrens aus dem Harz so: „Solche kapitalen Hirsche gibt es bei uns nicht. Ich war schon in den 90-er Jahren mal hier. Ich liebe die Natur auf dem Darß. Und wenn ich keine perfekten Hirschbilder bekomme, dann mache ich eben Landschaftsaufnahmen.“

Nach fast zwei Stunden trifft sich die Gruppe wieder bei ihrem „Wanderleiter“. „Das war schon ein ordentliches Konzert heute“, staunt selbst der Fachmann und die Gruppe bestätigt dies vielstimmig.

„Der beste Tag in diesem Jahr bisher“, fügt Siegfried Brosowski noch hinzu.

Es gibt noch einige Fragen zur Brunft und zum Nationalpark. In aller Ruhe gibt der Fachmann Auskunft. Dann geht es langsam zurück. Die Darßbahn wartet schon. Nach etwas mehr als vier Stunden ist die Exkursion beendet. Die Teilnehmer gehen mit einem großartigen Naturerlebnis nach Hause. „Der beste Tag“ kann noch diesen Donnerstag und Freitag erlebt werden. Um 16 Uhr fährt die Bimmelbahn in Richtig Darßer Ort – zum alten, einäugig-röhrenden Platzhirschen.

Hirschbrunft

4 Stunden dauert die Exkursion zum Thema Hirschbrunft. Die Tour führt mit Kleinbus und Darßbahn sowie einer Fußwanderung zum Aussichtsplattform im Bereich Darßer Ort. Von hier aus hat man einen weitreichenden Blick in die Naturlandschaft der Kernzone. Ein besonderes Schauspiel im Herbst ist die Rotwildbrunft, die vom lautstarken Röhren der Hirsche begleitet wird.

Geleitet wird diese exklusive Führung durch den ehemaligen Amtsleiter des Nationalparks Siegfried Brosowski. Veranstalter ist die Kur und Tourist GmbH.

20 Teilnehmer können pro Gruppe bei dem Spektakel dabei sein. Die Touren sind stets gut gebucht. Sie laufen bis zum 30.

September. Kostenpunkt: 34 Euro

Frank Burger

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