Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Rüganerin auf den Spuren von Agatha Christie
Vorpommern Grimmen Rüganerin auf den Spuren von Agatha Christie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:31 11.03.2013
Sandra Pixberg holt mit „Viertelmord“ ihren ersten eigenen Krimi aus dem Bücherregal. Quelle: Claudia Noatnick

Wer bei „Viertelmord - Chavis und der tote Tänzer“, geschrieben von einer Rügener Autorin, einen Rügen-Krimi erwartet, wird enttäuscht. Statt ins mondäne Binz entführt Sandra Pixberg ihre Leser ins quirlige Bremen, in das so genannte Viertel, ein Studenten- und Szenestadtteil. Dort wird ein französischer Tänzer tot aus der Weser gezogen. Ein Fall für den Halbspanier Christopher Arves, von seinen Kollegen kurz Chavis genannt.

Es war im Sommer 2011, als Sandra Pixberg mit ihrem Krimi begann. „Ich hatte laut Musik an und Lust zu schreiben“, erzählt sie. Einfach so. Für sich. Wie schon so oft vorher. „Ich schreibe, seit ich schreiben kann“, sagt Sandra Pixberg. Früher waren es kleine Geschichten, dann sogar ein Fantasy-Roman. 2005 nahm sie an einem Literaturwettbewerb teil, reichte eine Kurzgeschichte über einen reiselustigen Kater ein. Giorgio, der gestiefelte Kater von Rügen, lebt heute übrigens bei der Autorin. Dank Giorgio gewann sie den 2. Preis, doch auch „Der gestiefelte Kater von Rügen“ teilte das Schicksal ihrer übrigen Geschichten — er landete in der Schublade.

Vermutlich wäre auch „Viertelmord“ ein Schubladen-Krimi geworden, hätte nicht der Zufall seine Hände im Spiel gehabt. Der führte die Altefährer Autorin mit Janet Lindemann zusammen, eine Rüganerin, die zu diesem Zeitpunkt mit einem Bremer Verlag zusammenarbeitete. „Wir unterhielten uns, und dann sagte sie, ich solle ihr ein Kapitel mitgeben, sie würde es dem Verleger zeigen“, erinnert sich Sandra Pixberg. Wenig später klingelte das Telefon. Schreiben solle sie 200 Seiten, Abgabetermin Dezember 2011.

Erfahrung im Schreiben hatte die Altefährerin, arbeitete sie doch als freie Redakteurin und brachte mit der Biografie des Rügener Pastors Johann Gottlieb Picht ein Sachbuch heraus. „Doch einen Roman zu schreiben — das ist etwas ganz anderes.“ Deshalb eignete sie sich das Rüstzeug in Seminaren an. Und auch, wie man einen guten Krimi schreibt. „Ich entschied mich für einen Who-dun-it-Krimi“, erzählt sie. Agatha Christie hatte mit dieser Wer-ist‘s-gewesen?-Spielart großen Erfolg. Sandra Pixbergs „Viertelmord“ ist zudem sehr multikulturell, vielleicht, weil die Autorin selbst viel in ihrem Leben „vagabundiert“ ist, wie sie sagt. In Essen aufgewachsen, begann sie später in Bremen ein Jurastudium und entschied sich Anfang der 1990er-Jahre für ein soziales Engagement, das sie nach Uruguay führte. Die südamerikanische Phase in ihrem Leben prägte sie. „Ich kam mit einer neuen Motivation zurück.“ Statt Jura wandte sie sich der Kultur- und Erziehungswissenschaft sowie Spanisch zu.

Sie arbeitete für das Campus-Radio und später vier Jahre als freie Redakteurin für die „Welt“. Mit ihrem Mann, den sie in Bremen kennen gelernt hatte, zog sie 2002 nach Sassnitz und vor sechs Jahren nach Altefähr.

Ihrer Leidenschaft, dem Schreiben von Geschichten, entkam Sandra Pixberg jedoch nie. „Ein Buch zu schreiben macht mich glücklich“, sagt sie. Selbst dann, wenn ihr Seiten- und Zeitvorgaben wie beim „Viertelmord“ im Nacken sitzen. „Es rauschte nur so aus mir heraus“, erzählt die 42-Jährige. Erst beim letzten Punkt kamen ihr leichte Zweifel: „Jetzt ist es so, wie ich es haben will. Aber ist es auch so geworden, wie der Verlag es will? Oder muss ich mir einen anderen suchen?“, beschreibt sie die Situation, als sie ihr Buch beendet hatte. Nach einem Monat Ungewissheit kam das Okay des Verlages. Das Buch sei gut, aber Sandra Pixberg lacht, wenn sie an die „Abers“ zurückdenkt, die es auszumerzen galt.

Und nun? „Ich habe Chavis als Dreiteiler geplant“, verrät sie. Ob der Ermittler zurückkehrt, hänge von den Verkaufszahlen ab. Seit dem Erscheinen des Krimis habe sie positive Rückmeldungen erhalten.

„Ich habe ein gutes Gefühl, was einen zweiten Teil angeht.“ Erste Absprachen sollen im März getroffen werden. Vorher aber liest sie am kommenden Sonnabend um 19 Uhr im Gutshaus Götemitz aus ihrem Debüt-Roman.

Fast jeder ist verdächtig
„Viertelmord“ verdankt seinen Titel dem Ort des Geschehens — den Stadtteilen Ostertor und Steintor, kurz das Viertel. Dort versuchen der Halbspanier Christopher Arves, kurz Chavis, und seine Kollegin Stine Vogel, den Mord am französischen Tänzer Marcel Kupiec aufzuklären, der erstochen aus der Weser gefischt wurde.

Im Viertel lebte der Ex-Tänzer in einer kommunenartigen WG, im Viertel befindet sich die Schule, an der er als Sportlehrer arbeitete, im Viertel leben seine Schüler und auch seine hochschwangere Tochter. Es macht sich fast jeder verdächtig — vom Schüler bis zu Ex-Mitbewohnern. Zudem stößt der Ermittler zwischen Sex, Erpressung und Drogen auf menschliche Abgründe.

Claudia Noatnick

Leider nicht überall dabei

11.03.2013

Mit einer Niederlage und einem Unentschieden verpassen die jungen GSV-er das Halbfinale.

11.03.2013

Redaktion: 038 326/46 07 90

Leserservice: 01802/381 365 Anzeigenannahme: 01802/381 366

OZ

11.03.2013
Anzeige