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Grimmen Rüster: Brauchen Veränderung in der GWG
Vorpommern Grimmen Rüster: Brauchen Veränderung in der GWG
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00:01 02.09.2016

„Wir müssen den Wohnungsbestand in Grimmen verändern“, sagte Bürgermeister Benno Rüster (CDU) gestern bei einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Grimmen (GWG), Gunther Dettmann. Der 59-Jährige ist seit dem 1. Juni der Chef des Wohnungsunternehmens und steht damit vor dieser Aufgabe.

14 Mitarbeiter

1800 Wohneinheiten hat die GWG. 13 Prozent davon stehen leer.

14 Mitarbeiter gibt es. Dazu gehören fünf Handwerker.

200000 Euro schießt die Stadt jährlich nach einer Sanierungsvereinbarung zur GWG dazu. Das soll verändert werden.

Über Jahre sei auf diesem Gebiet nicht genügend getan worden, sagt der Bürgermeister und meint damit unter anderem, den GWG-Bestand auch alters- und behindertengerecht herzurichten, um auf dem Wohnungsmarkt erfolgreich zu sein. Dazu zählt er beispielsweise Fahrstühle oder auch Barrierefreiheit.

Gunther Dettmann, der in Graal Müritz wohnt und freiberuflich tätig ist, sei nicht ohne Grund in dieser neuen Funktion. Rüster: „Er kennt die GWG , hat schon einmal erfolgreich mitgeholfen, ein Sanierungskonzept zu gestalten.“ Sanierungskonzepte zu erarbeiten und neue Organisationsstrukturen zu entwickeln, sei das Feld, auf dem Dettmann nach eigenen Angaben zu Hause ist. „Dabei will ich hier mit Unternehmen zusammenarbeiten, die neue Möglichkeiten, auch für altersgerechtes Wohnen, eröffnen“, sagt er. Das könne auch in Zusammenarbeit mit Pflege- und Sozialeinrichtungen geschehen. Auf jeden Fall werde es keine weiteren Kredite geben.

Die Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Stadt habe er bereits kennen- und schätzen gelernt. „Kurze Wege, die Stadt als Gesellschafter und ein Bauamt mit sehr viel Erfahrung – das seien die Vorzüge des Arbeitens für die GWG in Grimmen.

Ein weites Arbeitsfeld wird in den nächsten Monaten möglicher Rückbau von Wohnraum in der Stadt sein. „Da sind wir im Zeitverzug“, sagt Rüster. Jetzt komme hinzu, dass der Landkreis Vorpommern-Rügen alle Wohnungen, die für die Unterkunft von Flüchtlingen angemietet sind, kündigt. In der Vermietung gab es 2015 schon einen Rückgang, der aber durch die Asylbewerber aufgefangen wurde. Jetzt werde das mehr spürbar.

Die GWG verfügt insgesamt über 1800 Wohneinheiten, derzeit stehen 13 Prozent davon leer.

Rückbau ist aber auch ein Thema, wenn man den Energieaufwand in einzelnen Blöcken betrachtet: Beispielsweise im langen Wohnblock in der Straße der Befreiung, der immer noch mit Nachtspeicheröfen beheizt werde. Von den dortigen 63 Wohnungen sind noch zwölf besetzt. Mit den Mietern wurde bereits geredet, alternativer Wohnraum wird gefunden. Zum konkreten Abrisstermin will Gunther Dettmann sich noch nicht festlegen. Im Gebäude gibt es eine Trafostation, die ausgelagert werden müsse. Vorher muss aber feststehen, welche Wohngrößen es zukünftig im gesamten Wohngebiet geben wird.

So könnten sich Rüster und Dettmann anstelle des jetzigen Blockes auch private Investitionen für barrierefreien Wohnraum vorstellen. Rüster: „Denn es ist wichtig, sich vor einem Abriss über frei werdende Grundstücke Gedanken zu machen.“

In allen Fällen, bei denen Wohnungen verschwinden, sollten die Mieter behalten werden. Ihnen müsen neue Wohnungen aus dem eigenen Bestand angeboten werden“. Dafür sei es aber auch notwendig, das komplette Marketing der GWG zu überarbeiten.

Almut Jaekel

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