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Grimmen Rüster: Im Moment bleibt viel liegen
Vorpommern Grimmen Rüster: Im Moment bleibt viel liegen
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00:04 11.05.2018
Rund 50 aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer waren der Einladung des Sozialverbandes zur Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister und dem Ordnungsamtschef gefolgt. Quelle: Foto: Reinhard Amler

Der Abriss der alten Ziegelei, seit langem ein Schandfleck in Grimmen, wird kommen. Das versprach Bürgermeister Benno Rüster (CDU) den etwa 50 anwesenden Frauen und Männern beim gemeinsamen Frühstück, das der Sozialverband diese Woche veranstaltet hat. Wann und wie das geschehen soll, ließ er aber offen. Denn der Abriss von Industriebrachen bereitet Probleme. Finanzielle sind es im Fall der alten Ziegelei. Wie Rüster informierte, seien die Kosten dafür von einst 500000 Euro auf mindestens eine Million gestiegen. Beigetragen hätten dazu neue Richtlinien, zum Beispiel eine Schadstoffverordnung. „Wir müssen solche Dinge, die anderswo beschlossen werden, ausbaden“, klagte der Bürgermeister .

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Kostenexplosion, Besitzerwechsel – Grimmen hat Probleme, Industriebrachen verschwinden zu lassen. Bürgermeister und Ordnungsamts- chef standen Rentnern Rede und Antwort.

Auch bei der anderen Industriebrache, „Gutsgold“, herrscht – was einen Abriss betrifft – im Moment Stillstand. „Denn hier hat sich zwischenzeitlich jemand ins Grundbuch eintragen lassen, der meint, jetzt der Besitzer zu sein“, erklärte Rüster. Ursprünglich wollte die Stadt das Areal von der Zollverwaltung übernehmen, um dann für Ordnung zu sorgen. Das scheint nun aber erst mal vom Tisch.

„Wir haben im Moment viele Projekte auf Eis“, gab der Bürgermeister zu. Er nannte in diesem Zusammenhang auch die Robert-Koch-Schule, die dringend erweitert werden soll, weil sie aus allen Nähten platzt. Dass es hier nicht – wie gewünscht – weitergeht, liege vor allem an einem personellen Engpass im Bauamt. Die erkrankte Bauamtsleiterin Heike Hübner fehle sehr, so Rüster. Außerdem sei im Amt eine Planstelle unbesetzt, für die die Stadt leider keinen Bewerber findet. Dabei würde die Kreisverwaltung sogar für die Lohnkosten aufkommen.

Trotzdem werde in der Stadt derzeit viel gebaut, meinte Rüster und erntete eifriges Kopfnicken. Das habe allerdings auch die Kehrseite, dass Firmen total ausgelastet seien und schon Aufträge ablehnen. Das bedeutet dann auch, dass Baustellen teurer werden. Ein Beispiel sei die Grellenberger Straße, für die die Stadtvertreter auf ihrer letzten Sitzung rund 200 000 Euro mehr bereitstellen mussten.

Wenn der Sozialverband zum Frühstück mit dem Bürgermeister einlädt, ist nicht nur der Saal bei der Arbeiterwohlfahrt immer rappelvoll, dann gibt es auch viele Fragen. Und die nach Falschparkern wird immer gestellt. „Wir sollten doch glücklich sein, dass man in Grimmen kostenlos parken kann und nicht zahlen muss, wie in Greifswald oder Stralsund“, meinte Karl-Heinz Mai.

Ordnungsamtschef Burkhard Niedermeyer, der ebenfalls gekommen war, betonte deshalb, dass es nicht Anliegen der Stadt sei, über Knöllchen den Haushalt zu sanieren. „Wir setzen auf Vernunft, die leider nicht bei allen Verkehrsteilnehmern vorhanden ist“. Ebenso wie bei Hundehaltern, mit denen Benno Rüster ins Gericht ging. Viele von ihnen würden nämlich den Kot ihrer Tiere auf der Straße liegen lassen, obwohl es im Einwohnermeldeamt genügend Tüten gibt, die man bei sich führen kann.

Grimmens Rentner beschäftigt auch die Frage, wo man in der Stadt mit einer Gesellschaft von etwa 15 Leuten, die nicht mehr ins eigene Wohnzimmer passt, noch feiern gehen könne, seitdem „Markt 7“ geschlossen sei. Der Bürgermeister schlug den „Kornknacker“ vor, machte dann aber auch Bemerkungen zu fehlenden Gaststätten. Er habe zunehmend das Gefühl, dass die Veranstaltungsdichte auch Schuld daran sei, dass Leute nicht oder nur wenig in Gaststätten gehen. Es gebe ja kaum ein Wochenende, an dem in Grimmen nichts los sei, so Rüster. Er zählte Schlagerparty, Bandnacht und Stockcar auf. Und dann sagte er: „Ich sehe nicht, dass wir diese Dichte beibehalten müssen.“

Reinhard Amler

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