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Rundweg soll an Kloster und Akademie Eldena erinnern

Greifswald Rundweg soll an Kloster und Akademie Eldena erinnern

Die großen Pläne der Jahrtausendwende sind nach Abriss historischer Gebäude und Erschließung von Eigenheimgebieten nicht mehr umsetzbar

Greifswald. Ein Rundweg soll die große Geschichte Eldenas erlebbar machen. Teil dieser Pläne ist eine Neugestaltung des Klostergeländes. Die Ruinen des 1199 gegründeten Zisterzienserklosters sind das wichtigste Zeugnis einer ersten, der mittelalterlichen Glanzzeit. Im 19. Jahrhundert begann die zweite große Zeit. Eldena mit seinem Universitätsgut wurde ab 1835 Musterdorf und Standort einer bedeutenden Landwirtschaftlichen Akademie.

Für die Umsetzung der Pläne müssen die Gebäude der Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung (ABS) in Eldena weichen. An ihrer Stelle will die Stadt einen Apfelhain anlegen, informiert Sprecherin Andrea Reimann. Ein Holzsteg könnte zwischen Ruine und Apfelgarten die Konturen der Bauten zeigen, die die Universität ab der zweiten Hälfte des 17.

Jahrhunderts bauen ließ. Dazu gehörte das nach 1945 abgerissene Pächterhaus.

Bis zur Realisierung dieser Planungen wird noch einige Zeit vergehen. Der 2017 auslaufende Pachtvertrag mit der ABS wurde noch einmal bis Ende 20120 verlängert. Wie es in der Antwort der Verwaltung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke heißt, könnte die ABS an den Mendelejewweg umziehen. Die nächsten Jahre will die Stadt zur Präzisierung ihrer Vorstellungen nutzen. Die Pläne zur Neugestaltung des Geländes mit der Klosterruine stammen schon aus der Zeit um das Doppeljubiläum 800 Jahre Kloster/750 Jahre Stadt 1999/2000 und waren viel umfänglicher. „Die Ruine braucht Freiflächen, wurde 2003 in den Erläuterungen zum Bebauungsplan 9 ,An der Klosterruine’ festgestellt“, sagt Peter Kroll. Der kulturinteressierte Greifswalder findet, dass Greifswald das große touristische Potenzials Eldenas kaum nutzt. „Die Dimensionen des Klosters sollten erkennbar sein“, so Kroll. „Dazu gehörte die Erweiterung des Klosterteiches auf der südlichen Seite der Wolgaster Landstraße auf seine alte Größe und die Einbeziehung der Akademie.“ Umgesetzt wurden bisher nur die Umgestaltung des Geländes mit den Ruinen und die Sanierung der „Klosterscheune“. Richtiger wäre Pferdestall. Der Umbau von 1840 bis 1842 für diesen Zweck prägt das Gebäude. Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) räumt in seiner Antwort auf die Anfrage der Linken ein, dass von den weiteren Planungen wenig umgesetzt wurde. Stattdessen sei das Klosterumfeld „Stück für Stück zugebaut worden“.

Nach Einschätzung des Kunsthistorikers Michael Lissok, der sich intensiv mit Eldena befasst hat, hat der Ort mittlerweile seinen ursprünglichen Charakter weitgehend verloren. Nach der Wende wurde beispielsweise noch die 1885 errichtete Kartoffel-Brennerei abgerissen, erinnert er. Bauherr und Gutspächter August Becker errichtete einen beeindruckenden Gebäudekomplex mit Wirtschafts- und Wohngebäuden und beschäftigte in besten Zeiten 600 Menschen. Heute erinnert nicht mehr viel daran. Der alte Eiskeller der Brauerei ist noch da, ihn retten bisher die dort lebenden Fledermäuse.

Abgerissen wurden nach der Wende auch das Anatomisch-Physikalische Institut der Akademie, zuletzt als Grete-WalterSchule genutzt, sowie das Logierhaus Hainstraße 19. Wenn auch vereinfacht, so hat das Kollegiengebäude von 1834 bis 1836 (Hainstraße 5, heute Forstamt) überlebt. Es könnte Teil des geplanten, ausgeschilderten Rundweges werden. Die beiden Wohngebäude für Professoren und Studenten mit den hellen Klinkerfassaden (Hainstraße 22, 24 und 26) gehören nicht zu diesem Denkmalpfad, so Andrea Reimann auf OZ-Nachfrage. Dass diese Gebäude erhalten werden müssen, steht für Lissok außer Frage.

Auch gebe es noch eine Reihe von Bäumen namentlich aus der Zeit der Akademie, die der Greifswalder Thoralf Weiß erfasst habe, informiert er.

Eckhard Oberdörfer

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