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Grimmen Ruppiges Handball-Duell: HSV Grimmen unterliegt „krassem“ Team aus Wismar
Vorpommern Grimmen Ruppiges Handball-Duell: HSV Grimmen unterliegt „krassem“ Team aus Wismar
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14:48 02.12.2018
„Er hat doch angefangen!“, will Moritz Hildebrandt (2.v.l.) den Schiedsrichtern vermutlich andeuten. Kurz darauf wird der Grimmener gemeinsam mit Wismars Richard Seidel von der Platte gestellt. Quelle: FOTOS (2): Horst Schreiber
Grimmen

Diese Partie ließ keinen in der Grimmener Sporthalle Südwest kalt: Die Handballer des HSV Grimmen rieben sich mehr als 60 Minuten lang mit den Gegnern der TSG Wismar, die beiden Trainer hatten immer wieder Diskussionsbedarf mit den Unparteiischen und die Zuschauer verwandelten das MV-Liga-Duell mitunter in ein gellendes Pfeifkonzert. Bei der aufgrund von vielen Fouls zerfahrenen Begegnung geriet das sportliche Resultat phasenweise zur Nebensache, im Mittelpunkt des Kampfes, den der HSV gegen den neuen Spitzenreiter mit 24:29 verlor, standen strittige Schiedsrichterentscheidungen.

Schon vor Anpfiff am Sonnabend ereilten den Trebelstädtern Hiobsbotschaften: Johann Bornemann humpelte auf Krücken und mit Vacoped-Schuh in die Halle – Verdacht auf Syndesmosebandriss, zugezogen beim Mittwochstraining. Kevin Mainitz musste die Partie vom Krankenhausbett aus verfolgen – ein Pferdekuss aus dem Schwaan-Spiel hatte sich entzündet. Und Lucas Kladek-Markau musste privat passen. Statt auf „Jugend forscht“ musste HSV-Coach Manuel Abe also auf Erfahrung setzen. So wurde unter anderem Robert Schultz für die „Erste“ reaktiviert. In die routinierte Start-Sieben mit Tino Corswandt, Martin Pollex, Roman Bernhardt, Steve Salbrecht, Alexander Kopilow und Matti Pervölz mischte sich Youngster Moritz Hildebrandt und in der Offensive Anton Schulz.

Doch die erfahrene Garde hatte zu Beginn mächtig Probleme mit der Wismarer Offensivabteilung. Die ersten acht Angriffe der Gäste zappelten im Netz. So stand es nach zehn Minuten 8:4 für den Favoriten. Der HSV lag zurück, weil er seine Abschlüsse nicht gut vorbereitete, dadurch oft am Block hängen blieb und zunächst über Außen zu harmlos war. Lediglich Salbrecht, der die ersten vier Grimmener Treffer markierte, wuchtete die Bälle aus dem Rückraum ins Tor. Pollex vollendete den ersten schnell vorgetragenen Angriff des HSV zum 5:8 (11.).

„Wie viel ist erlaubt?“

Ab dann litt der Spielfluss: Die Gastgeber spielten offensiv nicht gut, fanden kaum Lücken in der TSG-Defensive und die Wismarer Bank beschwerte sich zunehmend über die Schiedsrichterentscheidungen. Nach 15 Minuten wurde Gäste-Trainer Maik Robitt das erste Mal ermahnt. Sportlich neutralisierten sich die beiden Teams weitestgehend. Wismar hielt Grimmen stets drei bis fünf Tore auf Abstand (9:6/13., 11:6/15., 12:8/19.). Doch die Pfiffe der Unparteiischen wurden immer mehr, der Spielfluss immer weniger. „Man konnte sich nicht auf die Schiedsrichter einstellen. Wie viel ist erlaubt?“, haderte Abe mit der schlingernden Regelauslegung von Andreas Lürken und Benjamin Oldenburg. Sein Gegenüber dürfte das ähnlich gesehen haben. Auch Spieler Bernhardt monierte: „Bei so einem Spiel ist man on fire, aber man konnte sich wegen der fehlenden Linie nicht gut einstellen.“

Der Routinier war tatsächlich „on fire“, brüllte stets seinen Jubel nach gelungenen Aktionen durch die Sporthalle. „Jetzt sind wir wieder drin im Spiel, Männer!“, feuerte er seine Nebenleute nach dem 11:14-Anschlusstreffer durch Pervölz an. Kurz vor der Pause agierte der HSV mit sechs gegen vier auf der Platte, konnte die doppelte Überzahl aber nicht nutzen, um das Spiel zu drehen. Bei Stand von 12:15 und mit sieben Zeitstrafen im Gepäck gingen die Teams in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel blieb es ruppig. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff wurde die TSG-Bank wegen Meckerns mit Gelb und zwei Minuten bestraft. Wenige Zeigerumdrehungen später schrie Salbrecht nach einem Wurf laut auf und blieb liegen. Beim Versuch aufzustehen, sackte der Hüne erneut zusammen. Für ihn ging es zunächst nicht weiter (39.). Der Spitzenreiter baute seinen Vorsprung wieder aus (17:13/34., 20:15/41.). Der HSV leistete sich einige Fehlpässe und hatte nicht mehr den defensiven Zugriff wie zum Ende der ersten Hälfte. Nach dem 24:17 (48.) war die Partie entschieden. Das wusste auch die TSG, die diesen Treffer von Robert Köhler überschwänglich feierte.

Einen unschönen Höhepunkt erlebte die Partie dennoch: In der 54. Minute rempelte Richard Seidel Moritz Hildebrandt am Kreis in den Rücken, dabei war das Spiel schon unterbrochen. Der Grimmener hielt sich mit seiner Beschwerde gegen die unnötige Härte des Gästeakteurs nicht zurück. Die Referees berieten sich kurz schickten dann beide Streithähne mit der jeweils dritten Zeitstrafe und somit mit Rot vorzeitig duschen.

„Bis ungefähr zur 40. Minute haben wir sie geärgert“, meinte Bernhardt: „Aber wir haben zu viel liegengelassen, vier Siebenmeter und zwei, drei Hundertprozentige verworfen. Ein Spitzenteam zeichnet eben aus, dass es in den entscheidenden Situationen die Dinger macht. Und Wismar ist schon ein krasses Team.“ Sein Trainer bließ ins gleiche Horn: „Wir haben am Anfang den Kampf nicht angenommen. Dann natürlich zu viele freie Würfe versemmelt und das Torwart-Duell verloren.“

Für die Grimmener gehen die Kracher-Wochen weiter: Am kommenden Sonnabend kann der HSV den nächsten Favoriten ärgern: Dann geht’s zum Tabellenzweiten nach Warnemünde.

Horst Schreiber

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