Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Schäfer hadert mit der Politik
Vorpommern Grimmen Schäfer hadert mit der Politik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 19.10.2017
Bis Sonnabend ist Schäfer Stoll mit seinen 400 Muttertieren noch auf einer Wiese in Schönenwalde. Quelle: Foto: Reinhard Amler
Schönenwalde

Noch bis Sonnabend ist Schäfer Ingo Stoll aus Langsdorf bei Tribsees mit einer Herde von rund 400 Mutterschafen auf einer Wiese in Schönenwalde. „Sie gehört zum landwirtschaftlichen Betrieb Ringenberg in Papenhagen“, erzählt der Schäfer. Er habe sie überlassen bekommen, weil hier kein letzter Grasschnitt mehr gemacht werden soll. „Den besorgen jetzt meine Schafe“, meint Stoll. „So spart der Landwirt Kosten und ich habe Futter für die Tiere“, freut sich der Langsdorfer, der am Sonnabend dann weiter nach Ungnade zieht.

Das Stück Wiese hat Stoll eingezäunt. Zum einen, damit die Schafe nicht ausbüxen, zum anderen wegen des Wolfes, der zum Glück in diesem Jahr noch nicht aufgetaucht ist. „Aber man weiß es ja nicht“, sagt der Schäfer. Kürzlich sei ihm berichtet worden, dass er auf dem Darß sein Unwesen getrieben hat. Ingo Stoll ist wegen seiner Schafe ein Feind des Wolfes. „Diejenigen, die ihn haben wollen, mögen auch die Kosten tragen, die ich habe, um die Schafe gegen Wolfsrisse zu schützen“, erklärt Stoll. Wölfe sind im gesamten Bundesgebiet durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und genießen damit höchstmöglichen Schutzstatus in Deutschland. Mehrere Naturschutzverbände setzen sich für ihn zum Teil sehr vehement ein.

Sollte der Wolf bei seiner Herde in Schönenwalde zuschlagen, werde er wahrscheinlich nicht einmal einen Cent Ausgleich sehen, sagt Stoll. Denn die erlassene Förderrichtlinie und der dazugehörige Managementplan müssen exakt eingehalten werden, um daraus Ansprüche auf Entschädigungen ableiten zu können, erklärt er. Konkret bedeutet das, dass der jetzt von Stoll errichtete Schutzzaun um die Wiese in Schönenwalde fünf Drähte und 1,10 Meter Höhe haben muss. Für Stolls Herde, die immerhin 1500 Schafe umfasst, sind damit Kosten von rund 55 000 Euro verbunden. Eine Summe, die der Langsdorfer nicht zahlen kann, weil sie die Schafhaltung nicht hergibt. Der Durchschnittsverdienst eines Schäfers pro Stunde liegt weit unter dem Mindestlohn.

Aktuell hat Ingo Stoll in Schönenwalde um seine Schafswiese zwei Drähte gespannt. Sein Zaun ist niedriger als einen Meter. Die Vorschriften seien von ihm nicht einzuhalten, beklagt Stoll. Um sie umzusetzen, benötige er Technik, die aber wiederum vom Land nicht gefördert wird. Bislang sei es so, dass lediglich für Pfähle und Drähte Zuschüsse gezahlt werden. Bis 75 Prozent. Aber eben nicht für Technik und Personal. Denn um den Anforderungen Genüge zu tun, bräuchte er auch einen zusätzlichen Mann, sagt er. Stoll hat viele Fragen in Zusammenhang mit dem Umgang mit Wölfen und der wachsenden Population in MV. Warum Wölfe in Lettland abgeschossen werden dürfen, ist eine davon. Schließlich ist Lettland auch Mitglied der EU.

Reinhard Amler

Schiffbaubetrieb Rammin diente als Kulisse für Usedom-Krimi mit Katrin Sass

19.10.2017

Kreis springt ein und gibt pro Jahr über fünf Millionen Euro für betroffene Familien aus/ Hinzu kommen 1,3 Millionen Euro fürs Essengeld

19.10.2017

Nach Insolvenz des alten Trägers haben Eltern wieder Sicherheit

19.10.2017
Anzeige