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Grimmen Schlechtes Jahr für Störche
Vorpommern Grimmen Schlechtes Jahr für Störche
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00:00 16.08.2016
Der Eindruck täuscht – viel Nachwuchs gab es bei den Störchen nicht. Adebars rüsten nur zum Abflug wie hier auf dem Mühlentor. Quelle: Roland Köhn

Adebar hatte es nicht leicht in diesem Jahr. Während anhaltende Regenfälle im Frühjahr dem Weißstorch im Südwesten zu schaffen machten – viele der Storchenküken starben an Unterkühlung – herrschte im Norden und Osten Deutschlands auf Grund lange anhaltender Trockenheit Futtermangel.

Wenig Nachwuchs bei den Adebaren / Storchenbeauftragte sieht Ursache in geringem Nahrungsangebot

Die schwarz-weißen Schreitvögel rüsten derzeit bereits wieder zum Abflug gen Süden. Oftmals zählen Grimmener bis zu 15 Störche gleichzeitig. Die Vögel stehen auf dem Dach der Marienkirche, auf den Trebelwiesen oder auf dem Mühlentor und bieten ein imposantes Bild. Doch der Eindruck, es handele sich um ein gutes Storchenjahr täuscht.

„So ein richtiges Katastrophenjahr ist es für den Storch zwar nicht, aber es ist auch kein gutes“, weiß die Storchenbeauftragte Erika Leek aus Grimmen. Dass derzeit so viele der Adebare gleichzeitig gesichtet werden, sei dem Zugverhalten dieser Vögel geschuldet. „Sie rüsten bereits zum Aufbruch, sammeln sich“, sagt Erika Leek. Um den 20. August machen sich die Vögel auf und legen dabei weite Strecken zwischen ihren Brut- und Winterquartieren in Afrika südlich der Sahara zurück.

Jungstörche dürften in diesem Jahr verhältnismäßig wenige dabei sein. Erika Leek betreut zwölf Horste in der Region und hat schon storchenreichere Jahre erlebt. „Das Paar im Tierpark hat drei Junge, in Kaschow gibt es vierfachen Nachwuchs“, weiß sie. Doch ansonsten sähe es nicht gut aus. In Rakow wurde das Storchenküken aus dem Nest geworfen und auch die Zarrendorfer Störche scheinen kein Glück beim Nachwuchs gehabt zu haben. Das Paar in Bretwisch brütete gar nicht erst. Zwar sei dort ein Paar gesehen worden, doch bereits Anfang April wieder verschwunden.

Als Grund für den geringen Anteil an Jungstörchen in diesem Jahr nennt Erika Leek an erster Stelle den Futtermangel. Störche ernähren sich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Ratten, Fischen, Eidechsen, Schlangen sowie auch von Aas. Doch genau das ist für den bis zu einem Meter großen Vogel ein Problem. „Sie finden zu wenig Nahrung für sich und ihren Nachwuchs“, sagt Erika Leek. „Rapsfelder sehen ja ganz hübsch aus, wenn sie blühen. Aber für die Störche sind sie gelbe Leichentücher“, sagt die Grimmenerin. Denn auf diesen Flächen habe der Storch keine Chance, Nahrung zu finden. „Bauern dürften keine Wiesen umbrechen“, so Erika Leek. Dennoch werde es getan und dem Storch somit die Gelegenheit genommen, genügend Futter zu finden.

Der Hunger treibe die Tiere an die merkwürdigsten Orte. So habe Grimmens Storchenbeauftragte auch schon von Störchen entlang der Autobahn gehört. „Sie suchen hier am Straßenrand nach aufgescheuchten Kleintieren“, vermutet Erika Leek.

Zudem fehle vor allem auch das Nahrungsangebot für Jungstörche – sie benötigen in der ersten Zeit wirbellose Tiere. Die Elterntiere bekämen deshalb einfach nicht genügend junge Störche durch. Damit sinkt auch die Chance, dass die Störche im nächsten Jahr in gleicher, wenn nicht sogar größerer Zahl in ihr Sommerquartier zurückkehren.

Hinzu komme, dass Jungstörche das Fliegen noch immer lernen und im schlimmsten Fall von Autos erfasst werden, einfach deshalb, weil sie sich nicht schnell genug in die Luft erheben können. „Die Probleme sind hausgemacht“, sagt Erika Leek.

Ursache: Trockenheit

Nur 770 Storchenpaare waren 2009 gezählt worden. Es ist möglich, dass es in diesem Jahr noch weniger sind. Zusätzlich gibt es 2016 sehr wenig Nachwuchs bei den Störchen.

Eine Ursache ist die vielfach verspätete Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten – viele Paare brüteten deshalb gar nicht. Außerdem gab es durch die Spätrückkehrer verursacht ungewöhnlich häufig Horstkämpfe – mit Gelege- und Jungenverlusten.

Die Trockenheit im Mai bis Mitte Juni ist eine weitere Ursache. Die Folge waren große Nahrungsengpässe, da Regenwürmer und andere Nahrungstiere für die frisch geschlüpften Küken kaum noch zu erbeuten waren. Als Konsequenz daraus verhungerten viele Jungstörche.

Quelle: http://www.nabu-stoerche-mv.de/aktuelles-1/

Claudia Noatnick

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