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Schloss Hohendorf erstahlt ganz in Weiß

Schloss Hohendorf erstahlt ganz in Weiß

Die Sanierung ist abgeschlossen – drei Millionen investiert / Am 24. Juni findet erstes Konzert statt

Hohendorf. Wohnen mit Kultur – das ist künftig das Motto im Schloss Hohendorf. Klassik soll sich mit Moderne verbinden. Da passen moderne Einrichtung und historischer Stuck genauso dazu wie musikalische Highlights, Ausstellungen, künstlerische Aktionen oder Lesungen. All das kann das Herrenhaus jetzt bieten, denn die umfangreiche Sanierung ist abgeschlossen.

 

OZ-Bild

Gelb ist abgewählt – nach der zweiten Sanierung erstrahlt das Schloss Hohendorf ganz in Weiß.

Quelle: Foto: Agentur

Dr. Manfred Kahl aus Lübeck, der den Bau im Stil der Tudors samt Park 2011 für die EMDEKA Grund und Boden GmbH bei einer Zwangsversteigerung am Stralsunder Amtsgericht für 700000 Euro an Land gezogen hatte, investierte seit dem letzten Jahr drei Millionen Euro. Entstanden sind 30 Appartements. 15 stehen zum Verkauf. „Wir haben schon einige Interessenten, zum Beispiel aus Österreich.

Die meisten wollen Hohendorf als Feriendomizil nutzen“, sagt Christiane Hensel-Gatos, die sich um das Marketing im Schloss-Projekt kümmert. Sie arbeitet gemeinsam mit ihrem Team gerade an einem Magazin, in dem das Schloss natürlich die Hauptrolle spielt, in dem aber auch Informationen zur Region verpackt werden.

Hochwertig, aber nicht elitär – so beschreibt die Hamburgerin die Appartements, die in einer Größe von 23 bis 88 Quadratmetern mit einem oder mehreren Zimmern entstanden sind, und jedes ist anders.

„Einmalig schön sind die Appartements mit Turmzimmer“, schwärmt sie. 13 Appartements werden vermietet, allerdings möchte der Schlossherr auch Wohnungen zur Verfügung haben, wenn die Künstler in Hohendorf auftreten. Und die Gelegenheit bietet sich erstmals am 24. Juni. „Dann findet in unserem Festsaal an der Stirnseite des Schlosses das erste Konzert statt. Das wird ein klassischer Abend“, so die 54-Jährige. Und sie hat für den 8. Juli schon die nächste Veranstaltung geplant. „Da geht es um argentinischen Tango, mehr wird noch nicht verraten.“

Auf ein weiteres Highlight freut sich die Marketing-Fachfrau schon jetzt. „Wir arbeiten eng mit dem Kranichinformationszentrum in Groß Mohrdorf zusammen. Da soll es auch gemeinsame Veranstaltungen geben. Denn die Verbindung zur Natur hier in Vorpommern ist uns wichtig und soll Teil unseres Konzeptes sein.“ Doch Christiane Hensel-Gatos hat ihre touristischen Fühler längst auch in Richtung Stralsund ausgestreckt. „Ich hatte da ganz aussichtsreiche Gespräche mit der Tourismuszentrale in der Hansestadt.“ Dagegen hätten sich die Hotels, die man an Konzerttagen vielleicht bräuchte, um weitere Künstler und Gäste unterzubringen, eher steif gezeigt...

Im Schloss laufen jetzt die letzten Bauarbeiten. Da wird für die Wohnungen im Erdgeschoss noch die Terrasse gebaut, außerdem muss der Parkplatz hergerichtet werden. Auch der Seiteneingang, der dann für die Konzertevents genutzt wird, soll noch vergrößert werden, damit zum Beispiel auch Rollstuhlfahrer der Musik im Schloss lauschen können.

Besonders schön sei es jetzt auch, die Appartements einzurichten, weil jedes so individuell gestaltet werden kann, sagt Christiane Hensel-Gatos.

Schloss im Tudorstil

Schloss Hohendorf gilt als eines der schönsten Herrenhäuser Vorpommerns. Das 1858/1859 im Tudorstil errichtete klassizistische Gebäude wurde von dem bedeutenden Architekten Friedrich Hitzig entworfen, inspiriert wurde er dabei von Plänen Schinkels. Bauherr war Ernst Malte Freiherr von Klot-Trautvetter – der Großvater des letzten Besitzers. Hubertus wurde 1871 zum Grafen erhoben. Die Tradition des Adelsgeschlechts lässt sich jedoch bis 1527 zurückverfolgen.

1733 bis 1945 waren die Klot-Trautvetters die Herren von Hohendorf, Batevitz, Bisdorf, Wendisch Langendorf und Kinnbackenhagen – das waren 5000 Hektar Land. Nach dem Zweiten Weltkrieg floh die Familie in den Westen, doch 1990 zog es Hubertus von Klot-Trautvetter als einen der ersten Adligen nach Ostdeutschland zurück. Er kaufte das Schloss für den symbolischen Euro zurück. Nach der Zwangsversteigerung lebte er bis zu seinem Tod 2015 in der benachbarten Schlossresidenz, dem früheren Marstall.

15 Appartments unterschiedlicher Größe werden jetzt verkauft. Außerdem sucht der Schlossbesitzer noch ein Hausmeisterehepaar.

Am 24. Juni steigt das erste Konzert. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.schloss-hohendorf.de

Ines Sommer

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