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Grimmen Schnackst Du Platt?
Vorpommern Grimmen Schnackst Du Platt?
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02:18 19.05.2017
Welchen Stellenwert hat die Sprache noch für junge Leute? Quelle: Fotos: Raik Mielke
Grimmen

Das schwindende Interesse an der niederdeutschen Sprache beunruhigt in Mecklenburg-Vorpommern Heimatverbände, Medien und Politik. Für Diskussion sorgt jetzt der Vorschlag, an Schulen des Landes Plattdeutsch als reguläres Unterrichtsfach zu ermöglichen, um junge Leute für die Pflege der Sprache zu gewinnen.

Eignet sich die westgermanische Sprache als Abifach und haben Schüler überhaupt Bock darauf?

Die OZelot–Lokalreporter hörten sich an den Schulen um und wollten wissen: Wollt ihr Plattdeutsch als Schulfach, und welche Verbindung habt ihr zu der alten westgermanischen Sprache?

Laura Schmidt (14) denkt: „ Plattdeutsch ist unnötig. Wann braucht man das denn später oder für welchen Beruf wäre es sinnvoll?“ Vielleicht hat sie ja recht, denn es gibt nicht viele Berufe, für die Plattdeutsch-Kenntnisse notwendig sind. Auch Lara Dering (15) ist der Meinung: „Plattdeutsch ist sehr unnötig. Man braucht diese Sprache sowieso nicht mehr.“

Trotzdem findet Pauline Strohschein (15): „Plattdeutsch sollte in den Unterricht integriert werden, da ich persönlich es als kulturell wichtig empfinde.“ Dem kann auch die Fünfzehnjährige Lena Schröder zustimmen: „Ich fände es im Abitur gut, aber trotzdem ist es nicht mehr wirklich aktuell. Für alte Leute ist es vielleicht kulturell wichtig.“ Moritz Hupfeld (15) hat einfache keine Zeit mehr für so etwas: „Früher hat mich die Sprache interessiert und ich hatte sie auch in der Grundschule. Aber jetzt interessiert sie mich nicht mehr. Ich habe auch einfach andere Interessen. Die Sprache muss aus meiner Sicht auch nicht unbedingt erhalten bleiben.“ Eric Käning (15) verbindet auch nichts mit der Sprache: „Es interessiert mich überhaupt nicht. Deshalb würde ich mich auch nicht bemühen wollen, die Sprache zu lernen. Meiner Meinung nach ist sie sowieso völlig egal und unwichtig.“ Der fünfzehnjährige Constantin Lüth kann dem auch nur zustimmen: „Ich finde, die Sprache ist unwichtig und hört sich auch nicht so gut an. Außerdem sprechen die Sprache vergleichsweise sowieso nur sehr wenig Leute, deshalb muss die Sprache aus meiner Sicht auch nicht erhalten bleiben.“ Viele sind also der Meinung, dass Plattdeutsch sinnlos und unwichtig ist.

Julia Kidszun (15) hat da andere Gründe, sich nicht für die Sprache zu interessieren: „Ich kann mich selbst nicht damit identifizieren. Auch aus meiner Familie spricht keiner Plattdeutsch.“ Und auch Anne Meyer ist sich nicht sicher, ob sie genügend Zeit für die Sprache aufbringen könnte: „Ich finde Plattdeutsch eigentlich voll cool, aber ich muss mich auf andere Fächer konzentrieren.“

Marko Dering (40) findet die Sprache aber vollkommen notwendig: „Wenn man die Sprache kanbeherrscht, ist es einem möglich, alte Geschichten sowie alte Tagebücher auf Plattdeutsch lesen zu können.“

Der Aspekt, sich mit seinen Großeltern auf Plattdeutsch unterhalten zu können, ist anscheinend für viele nur nebensächlich oder ihnen ist es einfach egal. Viele Großeltern der Befragten sprechen auch gar kein Plattdeutsch mehr.

Trotzdem bieten noch viele Schulen die Möglichkeit, die plattdeutsche Sprache frühzeitig auf spielerische und unterhaltsame Weise zu erlernen .

Für viele ist dies super, denn vor allem ältere Leute können sich nicht vorstellen, dass die Sprache irgendwann verloren gehen könnte.

Natürlich hat jeder seine eigene Meinung zu der Sprache und ob sie heutzutage noch wichtig ist, dennoch wird sie immer ein Teil unserer Kultur bleiben. Sie präsentiert wie kaum etwas anderes die norddeutsche Kultur und Lebensart.

Plattdüütsch- Wat is dat?

Niederdeutsch (auch als Plattdeutsch bekannt) hat sich aus dem Angelsächsischen entwickelt und besitzt eine Vielzahl von Dialektformen.

Nach Schätzungen gibt es heute nur noch vier bis fünf Millionen Plattdeutschsprecher in Deutschland.

Im Niederdeutschen gibt es keine einheitliche oder verbindliche Rechtschreibung.

Es hat den Ruf, eine heimelige-gemütliche Sprache zu sein. Es klingt heiter und stimmt versönlich.

Raik Mielk, Carolina Lüth, Henriette Jesse, Ragna

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