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Grimmen Schon wieder Mähdrescher-Brand: Bauern verhindern Schlimmeres
Vorpommern Grimmen Schon wieder Mähdrescher-Brand: Bauern verhindern Schlimmeres
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14:24 09.08.2018
Der Mähdrescher des Wendorfer Landwirtes Aurel Hagen stand am Mittwochabend in Flammen. Quelle: Privat
Teschenhagen/Wendorf/Stralsund/Grimmen

Die Landwirte rund um Stralsund sind im Moment wirklich vom Pech verfolgt. Nach dem Brand letzte Woche in Lüssow stand nun am Mittwochabend der Mähdrescher des Landwirtschaftsbetriebes von Aurel Hagen vor Teschenhagen in Flammen (die OZ berichtete gestern kurz). Laut Polizei beläuft sich der Schaden auf über 700000 Euro.

Die Landwirte der Wendorfer Agrargesellschaft (Vorpommern-Rügen) haben bei dem Brand eines Mähdreschers am Mittwochabend das Feuer eingedämmt, um Häuser und Menschen in Teschenhagen zu schützen.

„Das Feuer drohte, auf die Wohnhäuser von Teschenhagen überzugreifen. Doch meine Jungs haben vorbildlich gehandelt. Sie haben Schlimmeres verhindert. Wir hatten eine Scheibenegge dabei, und auch der Wasserwagen war sofort griffbereit“, sagt Landwirt Hagen und ist erleichtert, denn so konnte man ein Übergreifen der Flammen verhindern. Das Brennen des Claas-Mähdreschers, der erst seine dritte Saison lief, mussten die Männer jedoch hinnehmen.

Auch bei den Wendorfern ging die Ernte am Mittwoch gerade auf die Zielgerade. „Wir haben unseren letzten Weizen gedroschen, waren fast fertig. Dann passierte es. Das war natürlich schon ein ganz schöner Schreck. Aber das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde. Den Schaden bekommen wir ersetzt.“ Für die Resternte hat sich der Wendorfer, der in seiner Gemeinde übrigens auch stellvertretender Bürgermeister ist, bei zwei anderen Bauern Mähdrescher ausgeliehen. „Da helfen sich die Landwirte schon untereinander.“

Natürlich drängt sich die Frage auf, warum Mähdrescher bei heißem Wetter reihenweise abbrennen. „So richtig erklären kann das keiner. Es ist einfach eine Verkettung unglücklicher Umstände. Fakt ist bei uns: Es war kein technischer Defekt. Und es lag auch nicht an mangelnder Wartung“, so der Bauer. Seine Leute hätten die Maschine täglich ganz gründlich sauber gemacht. „Aber durch die extreme Trockenheit entsteht so viel Staub. Die Hitze dazu, da scheint sich dann der kleinste Funke zu entzünden“, sagt Aurel Hagen, der mit seiner Agrargesellschaft in Wendorf 2000 Hektar bewirtschaftet.

Helfen könnte im Notfall aber auch der Landmaschinenhandel. „Wir haben einerseits einen Mähdrescher, den wir für Vorführungen nehmen. Es gibt aber auch eine Reservemaschine, die für Notfälle bereit steht“, sagt Reinhard Baase, Chef des gleichnamigen Landmaschinenhandels in Holthof bei Grimmen. Man könne froh sein, dass die meisten Bauern ihre Ernte unter Dach und Fach haben, deshalb gebe es jetzt keinen Notstand. „Einen neuen Mähdrescher bestellen – das ist nicht so einfach. Wenn man Glück hat, bekommt man noch was aus dem Lagerbestand. Aber die neue Produktion läuft erst im Herbst an. Im Sommer werden gar keine Mähdrescher gebaut“, so Baase gegenüber der OZ.

Als am Mittwoch um 16.51 Uhr der Notruf auflief, rückten die Berufsfeuerwehr Stralsund und die Freiwilligen Feuerwehren Zarrendorf, Wendorf, Negast und Steinhagen aus. Sie hatten bis 17.40<TH>die Flammen aus. Die Löscharbeiten wurden durch Starkregen erschwert. Dieser sorgte für schlammigen Boden, eine stärkere Rauchentwicklung und damit für eine schlechtere Sicht. Der Mähdrescher ist bei dem Feuer völlig zerstört worden.

Sommer Ines

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