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Grimmen Schriftsteller, Ruderer und Heimatforscher Otto Wobbe wurde vor 150 Jahren geboren
Vorpommern Grimmen Schriftsteller, Ruderer und Heimatforscher Otto Wobbe wurde vor 150 Jahren geboren
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00:03 09.04.2018
Greifswald

„Heimat, dat is uck uns’ plattdütsche Sprak, dei ick leiw heww vör allen Dingen, in dei, as Mudder un Vadder daan, wi räden un bäden singen“, so lautet die letzte Strophe des Gedichtes „Uns’ Heimat“ von Otto Wobbe. Der Schriftsteller wurde am 10. April 1868 in der Baderstraße 3 (Preußischer Hof) in Greifswald als zweites von sieben Kindern des Weinhändlers und Hoteliers Carsten Wobbe geboren. Die erste Strophe des genannten Gedichtes widmete er Greifswald: „Heimat, dat is de urolle Stadt an den schülpigen, sinnigen Strom, mit dei Naugangswisch (Naugangswiese, Credneranlagen - eob) un den grönen Wall üm de lütten Hüser bi’n Dom.“

In der Fischstraße 11 befand sich Otto Wobbes Weinhandlung. Quelle: Foto: Eob

1919 bis 1921 erschien Wobbes dreibändige Autobiografie „Aus einem bescheidenen Leben“. Er war ab 1924 verantwortlich für „Heimatleiw un Muddersprak“, eine Wochenbeilage der „Greifswalder Zeitung“, eine wahre Fundgrube für alle, die sich für Heimatgeschichte interessieren. Otto Wobbe war eine lokale Berühmtheit, ein Original, wie ihm mehrfach bescheinigt wurde. Verdienste erwarb er ebenfalls um den Greifswalder Sport. Mit vier anderen Männern gründete er den „Koopmännischen Ruderclub Hilda“.

Geschäftlich war Wobbe weniger erfolgreich. 1912 erwarb er das Haus Fischstraße 11 (heute „Goldmarie“) und betrieb dort eine Gaststätte mit Weinhandlung.1923 verkaufte er sein Haus und ging nach Reinfeld bei Lübeck, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen.

„De Inflation bröcht em üm sin restlichet Vermögen und so güng hei wedder in sine geleiwte Heimatstadt Gripswold“, heißt es in der plattdeutschen Biografie Wobbes, die Margit Wenzlaff für ihren Schüler verfasst hat. Die Lehrerin im Ruhestand engagiert sich für die Verbreitung des Werkes des Schriftstellers, zum Beispiel durch Lesungen.

1928 erhielt Wobbe eine Ehrengabe des preußischen Kultusministeriums. „1938 keem hei tau groten groten Ihren“, schreibt Margit Wenzlaff. „Von de Stadt Gripswold bekeem hei ein Ehrensold up Läbenstied von 1200 Reichsmark int Johr.“Wobbe sammelte viel Material für neue Bücher. Sie sind nicht mehr erschienen. Der konservativ gesinnte Mann nahm sich am 9. Mai 1945 in seiner Wohnung in der Wiesenstraße das Leben.

eob

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