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Viertklässler appellieren: „Zusammen spielen und vertragen“

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Eva (li.) und Emma trainieren einen Griff, den sie anwenden können, wenn sie von jemandem festgehalten werden.

Grimmen. . Schubsen, Pöbeln, Lästern – das alles komme schon mal vor auf dem Schulhof der Grundschule „Dr. Theodor Neubauer“. All die Dinge sind für die Grundschüler Formen von Gewalt. An ihrem gestrigen Schultag befassten sich die Viertklässler mit diesem Thema in drei Workshops.

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Viertklässler appellieren: „Zusammen spielen und vertragen“

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Dass sie diese Gewalt nicht an ihrer Schule haben wollen und was sie dafür tun können, schrieben die Viertklässler auf ein großes Transparent. „Wir halten immer zusammen“, appellieren sie darauf an jeden einzelnen in ihrer Klasse – symbolisch dargestellt mit ihren aneinandergereihten Hand-Umrissen. „Es wird geschubst“, schrieb beispielsweise Clara in einen ihrer Umrisse. „Zusammen spielen und vertragen“, war ihr Appell in dem anderen. Das funktioniere in ihrer Klasse, in der 4 a, ganz gut. „Weil wir alle Freunde sind“, wusste Mathis zu berichten. Klar gebe es auch mal Streit. „Aber wir vertragen uns ganz schnell wieder – meistens“, erzählte Fthawit ehrlich.

Während das alles eher theoretisch war, zeigte ihnen anschließend in der Sporthalle Ralf Päplow, Trainer beim Kampfsportverein Grimmen, wie sie richtig reagieren, wenn sie angegriffen werden beziehungsweise sich selbst schützen. Noch etwas schüchtern und leise kamen da die Hilfe-Rufe anfangs, am Ende aber mussten sich die unbeteiligten Zuschauer beinahe die Ohren zuhalten. „Der Hilfe-Ruf, dem Angreifer in die Augen gucken und selbstbewusst sein – das ist wichtig“, mahnte Ralf Päplow. Aber das waren nicht seine einzigen Tipps. Sich zu befreien, wenn sie am Arm festgehalten oder umklammert werden, übten sie schließlich.

Viel wurde dabei gelacht, die Viertklässler hatten sichtlich Spaß – bis Ralf Päplow die Frage stellte, wie denn so ein Gewalttäter aussehe. Eine Maske würde dieser tragen, dunkel gekleidet sein, stellten sich die Schüler vor. Ruhe war, als der Trainer erzählte, dass niemandem anzusehen sei, dass er gewaltätig sei und die Täter meist aus dem eigenen Umfeld kämen. Dass es die eigenen Eltern sein können, so weit gingen seine Ausführungen nicht.

Eine erschreckende Zahl diesbezüglich weiß Vorpommern-Rügens Gleichstellungsbeauftragte Katrin Schmuhl. „Im Landkreis gab es 543 Fälle von häuslicher Gewalt mit 485 beteiligten Kindern im Zeitraum vom November 2015 bis November 2016“, berichtet sie. Traurigerweise sei das Thema häusliche Gewalt immer noch ein Tabuthema. Aus diesem Grund veranstalte der Landkreis jährlich eine Anti-Gewalt-Woche mit zahlreichen Veranstaltungen. Diese gestrigen Workshops an der Neubauer-Grundschule sind Teil dieser Veranstalungsreihe und finden an allen Grimmener Schulen statt.

„Es ist wichtig, dass die Kinder in diesem Alter schon lernen, wie man mit Gewalt umgeht beziehungsweise schlichtet“, ist auch Schulsozialarbeiter Josef Bast überzeugt. Er leitet an der Schule die Streitschlichter-AG. „Die Dritt- und Vierklässler, derzeit sind es leider nur sechs, lernen dabei, wie sie mit Konflikten umgehen“, berichtet er. Die Workshops finde er gut. „Sie sind aber nur ein positiver Anstoß. Nachhaltig müsste man mehr machen“, lautet sein Resümee.

Anja Krüger

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