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Grimmen Schüler müssen weiter in Schimmel-Schule lernen
Vorpommern Grimmen Schüler müssen weiter in Schimmel-Schule lernen
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00:00 26.02.2016

Die Schüler der wohl heruntergekommensten Schule Stralsunds müssen weiter in ihrem muffigen Gebäude bleiben. Statt wie geplant in modernere Räume im Klinikum West umzuziehen, soll die „Höhere Berufsfachschule Gesundheit & Pflege“ bis auf weiteres an ihrem in die Jahre gekommenen Standort in der Lilienthalstraße verbleiben. Das teilte das Helios Hanseklinikum, dem das Gebäude gehört, auf OZ-Anfrage mit. Zwar ist eigentlich der Landkreis Vorpommern-Rügen für die Berufsschulen zuständig, in dem Fall besteht jedoch eine Kooperationsvereinbarung mit Helios.

In der Lilienthalstraße werden derzeit 112 Gesundheits- und Krankenpfleger sowie 45 Altenpfleger von drei Praxisanleitern und elf Lehrern unterrichtet. Sie alle haben einen Arbeitsplatz zum Gruseln:

In manchen Räumen wuchert Schimmel an den Wänden, überall hat sich ein fauliger Geruch breit gemacht, der Gang zur Toilette gleicht einer Mutprobe. Ein Schüler, der anonym bleiben will, schildert erschütternde Zustände. „Viele meiner Mitschüler werden krank und bekommen Kopfschmerzen, wenn sie hier Unterricht haben“, sagt er. „Wir sind eine Pflegeschule und sollen auf den Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen vorbereitet werden, doch unter diesen Bedingungen ist das einfach nicht möglich“, fasst der Schüler die allgemeine Stimmung zusammen. Das Gebäude ist mittlerweile über 60 Jahre alt und wurde noch kein einziges Mal grundsaniert. Immer wieder wurden die Schüler vertröstet, dass sich bald etwas an der räumlichen Situation ändern würde. Doch es passierte nichts. Der Höhepunkt war, dass den Lehrern und Schülern zugesichert wurde, am 15. Februar in ein Gebäude auf dem Gelände des Krankenhauses West umziehen zu können. „Drei Tage vorher wurde uns dann jedoch bei einer Schulversammlung erklärt, dass das nun doch nicht passiert“, berichtet der Schüler.

Stattdessen hat sich Helios nun dazu entschieden, dass Schüler und Lehrer in dem alten Haus bleiben sollen. Grund ist, dass die anvisierten Räume im Krankenhaus West wohl für andere Aufgaben gebraucht werden. Dass es Handlungsbedarf in der Lilienthalstraße gibt, hat jedoch auch der Konzern erkannt. Ein Sprecher erklärte, dass „eine Modernisierung der Berufsschule am jetzigen Standort geprüft wird.“

In dieser Woche soll die Bestandsaufnahme abgeschlossen werden und anschließend gemeinsam mit der Schulleitung eine Prioritätenliste erstellt werden. Mögliche Schwerpunkte der Sanierung sind Dach, Heizung und Sanitäranlagen. Wo die Schüler während der Bauarbeiten untergebracht werden, ist noch nicht geklärt.

Wenn das Haus in der Lilienthalstraße am Ende tatsächlich auf Vordermann gebracht werden sollte, könnte es dort sogar richtig schön werden: Aus den Räumen bietet sich ein traumhafter Blick auf den Sund.



Alexander Müller und Miriam Weber

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