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Schülerzahlen: Stralsund bricht alle Prognosen

Stralsund Schülerzahlen: Stralsund bricht alle Prognosen

Die Hansestadt wächst: schon 2016 sind fünf erste Klassen mehr eingeschult worden als das Land vorausberechnet hatte

Stralsund. In Stralsund werden weit mehr Erstklässler eingeschult, als die Landesregierung vorausberechnet hat. Allein im Jahr 2016 sind in der Hansestadt fünf erste Klassen mehr untergebracht worden, die in Schwerin gar nicht einkalkuliert waren.

Während das Bildungsministerium mit 460 neuen Schulkindern gerechnet hatte, zählte das Amt für Schule und Sport der Stadtverwaltung tatsächlich 579 kleine Menschen mit großen Zuckertüten.

In diesem Jahr sollen in Stralsund drei erste Klassen mehr eingeschult werden, als in der Planung des Landes vorgesehen worden sind (Schätzung Land: 450 Erstklässler; voraussichtlich: 525).

Während der nächsten Jahre setzt sich diese Entwicklung fort. Bereits 2014 und 2015 sind in den Stadtschulen mehr Kinder zum Unterricht erschienen als gedacht.

Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) freut sich über diese Entwicklung. „Vor wenigen Jahren wäre die Stärke der Klassen nicht ausreichend gewesen, um das Goethe-Gymnasium dauerhaft zu erhalten.

Heute reden wir darüber, dass wir angesichts der vielen Erstklässler in Zukunft auch in den weiterführenden Schulen mehr Platz brauchen werden.“ Anders als die Landesregierung gern verlauten lasse, sei in Stralsund kein Schrumpfungsprozess festzustellen. Badrow: „Für uns geht es darum, die Kapazitäten auszuweiten.“

Drei Schulen sollen bis zum Jahr 2022 noch erweitert werden. Bereits im nächsten Jahr soll der Neubau der Hermann-Burmeister-Schule starten, in den die Stadt 4,5 Millionen investieren will. Sie soll vor allem Kinder aus dem Stadtteil Andershof, im Süden Stralsunds, aufnehmen, das zurzeit zu einem Zuzugsgebiet für junge Familien wird.

Die Grundschule Andershof ist längst zu klein geworden. Sie soll im Jahr 2021 umfassend modernisiert werden.

Um die steigenden Schülerzahlen zu bewältigen, sollen Kinder aus Andershof die Hermann-Burmeister-Schule in der Tribseer Vorstadt besuchen, nachdem sie erweitert worden ist.

Gegen dieses Vorhaben hatten die Andershofer Eltern im vergangenen Sommer protestiert und betont, dass der Weg zur Burmeister-Schule zu unsicher sei.

Insbesondere die Überquerung der viel befahrenen Greifswalder Chaussee war ihnen ein Dorn im Auge. Die Eltern forderten, ihre Kinder weiter an das Schulzentrum am Frankenhof schicken zu können, da der Schulweg aus ihrer Sicht hierher sicherer sei.

Wenn die Burmeister-Schule fertig ist, soll der Investitionsplanung der Stadtverwaltung zufolge im Jahr 2020 die Erweiterung des Regionalschulteils des Schulzentrums am Sund folgen. Mit dem Neubau, der dann mit zum Campus gehören würde, endet der jahrelange Pendelverkehr von Schülern und Lehrern zwischen dem Schulzentrum und der Gerhart-Hauptmann-Schule, die vom Schulzentrum als Regionalschule mitgenutzt wird, obwohl sie eigentlich als Grundschule vollständig gebraucht wird.

Sollten die Schülerzahlen in Zukunft wieder sinken, könnten die provisorischen Container, die es derzeit noch auf dem Campus des Schulzentrums gibt und über deren Bedingungen oft geschimpft wird, wieder abgebaut werden.

Damit ist eine andere Variante, die lange im Gespräch war, endgültig vom Tisch: Demnach hätte das Schulzentrum die gesamte Gerhart-Hauptmann-Schule nutzen sollen.

Im Gegenzug wäre für die Grundschule ein komplett neues Gebäude gebaut worden. Diese Variante erschien zunächst als kostengünstig, da Fachräume für Biologie, Physik und Chemie in der Hauptmann-Schule vorhanden sind, sie hätte aber auch bedeutet, dass Lehrer und Schüler weiterhin zwischen beiden Schulen hätten pendeln müssen.

Vom Jahr 2012 bis heute hat die Hansestadt Stralsund 16,5 Millionen Euro in die städtischen Schulen investiert. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll diese Summe dann auf über 30 Millionen Euro steigen.

Benjamin Fischer

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