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Grimmen Seit 90 Jahren: Feuerwehr beschützt Abtshagen
Vorpommern Grimmen Seit 90 Jahren: Feuerwehr beschützt Abtshagen
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02:16 18.07.2016

Am Wochenende feierte die Freiwillige Feuerwehr Abtshagen ihren 90.Geburtstag und die Jugendfeuerwehr ihr 15-jähriges Bestehen. „Im März 1926 schlossen sich Einwohner von Abtshagen zu einer Freiwilligen Feuerwehr zusammen, die von diesem Zeitpunkt an den Schutz der Bevölkerung garantierte. Eine alte Urkunde berichtet, dass der Kamerad Max Wähnke 1931 zum Ehrenbrandmeister befördert wurde. Am 23. November 1938 trat das Gesetz über das Feuerlöschwesen in Kraft, das die rechtliche Grundlage darstellte, auch im Krieg einsatzbereit zu sein“, ist in der Chronik zu lesen, erstellt zum 75.Jubiläum. „Die Urkunde hüten wir bei uns im Gerätehaus“, erzählt Wehrführer Uwe Plog. Seit zwölf Jahren steht er der Wehr vor und war am Wochenende gefragter Gesprächspartner.

Vincent Mews setzte elf Kisten übereinander, bevor der Stapel umfiel. Fotos (2): Claudia Noatnick
Nach der EM ist vor der EM: Der Fußball-Nachwuchs trainiert beim Torwandschießen.
Vincent Mews setzte elf Kisten übereinander, bevor der Stapel umfiel. Fotos (2): Claudia Noatnick
Nach der EM ist vor der EM: Der Fußball-Nachwuchs trainiert beim Torwandschießen.

Die Feuerwehrarbeit hat sich in den neun Jahrzehnten stark verändert, alle gesellschaftlichen und politischen Ereignisse überlebt. Eins ist jedoch gleich geblieben – Menschen zu helfen, Hab und Gut zu retten. Der jüngste Einsatz war bei einem Ackerbrand, den die Abtshäger Kameraden gemeinsam mit der Nachbarwehr Elmenhorst löschten. Mit den Helfern aus Elmenhorst bilden sie eine Ausrückegemeinschaft, die sich bewährt hat. „Aber im Ernstfall arbeiten wir mit allen Wehren gut zusammen“, hebt Uwe Plog hervor. Die Abtshagener selbst sind jetzt eine „Feuerwehr mit besonderen Aufgaben“, seit Inkrafttreten des neuen Brandschutzgesetzes. Dass das Fest zu einem Erfolg wurde, liegt an der hohen Akzeptanz im Ort. „Wir konnten viele Sponsoren gewinnen und sehen das als Anerkennung für unsere Arbeit, die wir für das Dorf leisten“, ist der Wehrführer stolz auf seine Kameraden. Die haben noch in der letzten Woche ihr Gerätehaus mit frischer Farbe in Eigeninitiative gestrichen.

Auf der Festsitzung mit geladenen Gästen am Freitag gab Plog einen Einblick in die gute Entwicklung der Feuerwehr. Dazu gehört auch die Nachwuchsgewinnung. Uwe Plog war Mitbegründer der Jugendfeuerwehr am 12. Mai 2001. Die Kinder und Jugendlichen können bereits auf viele Erfolge bei Ausscheiden zurückblicken. Den „Flammenhopsern“, das sind die Kinder bis neun Jahre, wird schon das Feuerwehr-Einmaleins als sinnvolle Freizeitbeschäftigung spielerisch beigebracht. Sie rücken sicherlich in die Jugendfeuerwehr auf. Dank großzügiger Spenden präsentierten sich die Lütten im einheitlichen Outfit auf dem Fest. Sie und die vielen anderen Kinder genossen die Hüpfburg. Viel war am Sonnabend los rund um das Gerätehaus. Der Tag endete mit einem großen Feuerwehrball.

Roswitha Pendzinsky

Beförderungen und Auszeichnungen

zur Feuerwehrfrau: Maria Kröger

Vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann: Felix Dürkoop und Axel Fiedler

Ehrennadel der Mecklenburg-Vorpommerschen Jugendfeuerwehr in Silber: Maria Kröger und Katja Schliecker

Ehrennadel in Silber: Catrin Stein, Anja Propp Daniel Franciscy, Hendrik Dürkoop, Christian Siebert, Andreas Becher, Martin Stein

Brandschutzehrenspange für zehn Jahre (Krawattennadel): Jenny Lewe und Rene Dulin

Mitgliedschaft für 20 Jahre (Krawattennadel): Andreas Becher, Daniel Franciscy, Henryk Möllerke, Ronny Mumm, Christian Siebert

Mitgliedschaft für 30 Jahre (Krawattennadel): Torsten Schmude und Uwe Plog

Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre: Sibylle Böttcher

Wehrführer Plog: Neues Gerätehaus ist nötig

Seit wann sind Sie in der Feuerwehr und was bedeutet ihnen das Ehrenamt?

Uwe Plog: Ich bin mit der Feuerwehr aufgewachsen. Mein Uropa war Mitbegründer der Deyelsdorfer Feuerwehr, mein Opa und mein Vater waren Wehrleiter, meine beiden Kinder sind ebenfalls in der Feuerwehr. Feuerwehrarbeit gehört zu meiner Familie. Ich wünschte mir mehr davon. In der heutigen Zeit ist es schwierig geworden, neue Mitglieder zu gewinnen.

Und darüber hinaus?

Plog: Wer selbst in der Feuerwehr ist, wird verstehen, was Kameradschaft bedeutet. Als Wehrleiter nehme ich zwar Verantwortung war, möchte aber betonen, das ich einen sehr guten Vorstand hinter mir habe. Außerdem arbeite ich gut mit Bürgermeister, Gemeindevertretung und den anderen Vereinen in Abtshagen zusammen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Plog: Wir brauchen dringend ein neues Gerätehaus. Ich weiß, dass es nicht einfach ist und die Gemeinde sich darum bemüht. Aber man hat ja seine Ziele, um die Arbeit der Freiwilligen immer besser zu gestalten.

Interview: Roswita Pendzinsky

Der Feuerwehranwärterin

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