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Selliner „Meeresstürmer“ muss zur Kur

Sellin Selliner „Meeresstürmer“ muss zur Kur

Kabine wird drei Monate komplett erneuert und soll zur Saison wieder fahren

Sellin. Wer dieser Tage auf der Selliner Seebrücke im Restaurant essen geht, hat seinen anschließenden Verdauungsspaziergang gleich inklusive. Der Hanglift fährt nicht, also bleibt nur der Fußmarsch über die Himmelsleiter mit ihren 87 Stufen oder die schrägen Abgänge zu jeder Seite. „Der Fahrstuhl ist bis auf weiteres wegen technischer Probleme außer Betrieb“, steht auf dem Zettel, der an der Tür des Aufzuges klebt.

„Die Kabine muss zu Reparatur, Ende Februar, Anfang März geht sie auf Reise nach Österreich zu dem Seilbahnbauer Doppelmayr“, informiert Bürgermeister Reinhard Liedtke. Der „Meeresstürmer“ fährt seit Anfang Januar nicht. Eigentlich sollten nur die turnusmäßigen Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Doch der TÜV habe sein Okay nicht geben können. „Einer von drei Sicherheitskreisen funktioniert nicht, ein Bremsweg wird im Notfall 40 Zentimeter überschritten“, erklärt Liedtke.

1989 war der Steilküstenaufzug zusammen mit der Eröffnung der wiederaufgebauten Seebrücke erstmals in Betrieb gegangen. Alle zehn Jahre muss der Aufzug einer Generalüberholung unterzogen werden.

Diese wäre nun im nächsten Jahr zum zweiten Mal nach 2004 wieder fällig gewesen. „Die ziehen wir nun ein Jahr vor, bevor wir jetzt eine Reparatur von zehntausend Euro haben und im nächsten Jahr sowieso eine größere Summe investieren müssen“, so Liedtke. Rund 280000 Euro wird die Kur für den Aufzug kosten, sagt das Gemeindeoberhaupt. Die Reparatur wird voraussichtlich drei Monate dauern, zur Hauptsaison soll der Lift wieder Gäste und Einheimische transportieren.

In der Kabine, in der bis zu 24 Menschen Platz finden können, soll die komplette Technik ausgetauscht werden. Zudem bekommt sie eine Klimaanlage. Die Außenhaut wird sandgestrahlt und neu lackiert.

In der Zwischenzeit soll der Selliner Lift eine fahrende Alternative erhalten. Ein Ersatzauto soll an der Seebrücke pendeln und die Fahrgäste nach Bedarf runter und hoch befördern. „Dafür wollten wir eigentlich ein Elektro-Auto, aber das bewältigt die große Steigung nicht“, bedauert Liedtke. Die Kurverwaltung wird den Pendelverkehr mit dem Auto mit bis zu sieben Passagieren pro Fahrt übernehmen.

Das wird vor allem die Mitarbeiter der Seebrücke freuen, die jetzt nicht nur einen sportlichen Arbeitsplatz haben. „Die Resonanz ist eindeutig rückläufig, seit der Fahrstuhl nicht fährt“, weiß

Liedtke.

OZ

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