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Semesterferien in Greifswald: Jobben, Hausarbeiten oder Sport

Greifswald Semesterferien in Greifswald: Jobben, Hausarbeiten oder Sport

Studenten haben offenbar keine Zeit zum Entspannen: Entweder müssen sie seitenlange Fachtexte verfassen oder die vorlesungsfreie Zeit zum Jobben nutzen

Greifswald. Selbst die Tochter des US-Präsidenten Barack Obama tut es. Natasha Obama (15) jobbt laut einem Bericht des „Boston Herald“ in der Ferienzeit in einem Fischrestaurant in Bundesstaat Massachussetts. Auch in Greifswald nutzen viele Schüler und Studenten den Sommer zum Arbeiten.

110 Studenten arbeiten

beim Callcenter Wittcall

Vor allem Berufe in der Gastronomie und im Tourismus sind sehr beliebt, allerdings ergibt eine kurze Internetsuche und ein Blick in die Innenstadt, z.B. an den Fischerbrunnen oder auf den Markt, dass auch sogenannte Promotionsjobs eine Möglichkeit zum Geld verdienen bieten. Als Werber für Organisationen wie Greenpeace, den WWF oder den Deutschen Gewerkschaftsbund können Studenten zehn Euro pro Stunde plus Leistungszuschüsse verdienen, indem sie auf der Straße neue Mitglieder anwerben.

Einer der seit Jahren am meisten gesuchten Arbeitgeber für Studenten ist das Callcenter „Wittcall“, bei dem momentan 110 Studenten angestellt sind. Susanne Müller, Personalleiterin, könnte mehr Mitarbeiter gebrauchen: „Man muss momentan extrem werben, damit Leute im Callcenter anfangen.“ Wittcall zahlt den Mindestlohn von 8,50 Euro.

Studenten melden sich häufiger von Prüfungen ab als früher

Der Student Christopher Lammers (25) findet den Begriff Semesterferien für die vorlesungsfreie Zeit falsch. Denn statt Urlaub in der Sonne beginnt der Stress dann mit zweimonatigen Pflichtpraktika, Prüfungen und Hausarbeiten erst richtig. Doreen Hallex, Referatsleiterin im Zentralen Prüfungsamt der Universität Greifswald hat den Eindruck, der Stress für die Studenten steigt. „Der Druck ist größer geworden. Es ist schwer zu sagen, ob Stress in der Prüfungszeit ein zunehmender Grund für Stornierungen ist. Mein rein subjektiver Eindruck ist, dass mehr Studierende als früher die Prüfungszeit als eine extreme psychische Belastungsphase empfinden.“ An der Universität Greifswald müssen Studenten sich für eine Prüfung zunächst anmelden. Wenn die Frauen und Männer es sich kurzfristig anders überlegen, müssen sie in der Regel keinen Grund angeben. Der Stress sei durch die Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem gestiegen, weil seitdem die Arbeitsdichte in den Semesterferien höher ist, findet Christopher Lammers, der Philisophie studiert.

Kurse im Hochschulsport

sind gut gebucht

Das Angebot des Hochschulsports beinhaltet von A wie Aerobic bis Z wie Zumba über Fitnesskurse, Ballsportarten, Tanzkurse, Selbstverteidigungs und Wassersport das gesamte Spektrum. In der vorlesungsfreien Zeit dieses Sommersemesters nehmen 900 Leute an den Kursen teil. Vor allem Fitness und Gesundheit sind beliebt. Verschiedene Yogakurse sind ausgebucht. Sogar ein Termin bereits um 8 Uhr morgens für Frühaufsteher ist mit zehn Teilnehmern voll besetzt. Klassischer Gesellschaftstanz wird in Veranstaltungen mit bis zu 22 Leuten trainiert. Außerdem ist die aus dem israelischen Militär stammende Selbstverteidigung „Krav Maga“ beliebt, beide Kurse sind mit insgesamt 34 Leuten ausgebucht. Für die Kursleiter, die teilweise selbst Studenten sind, ist der Sport eine Möglichkeit Geld zu verdienen. Ihnen wird ein Lohn von 8,50 pro Sitzung gezahlt.

Christopher Lammers hat im letzten Semester mit dem Hochschulsport begonnen und will damit weitermachen: „Ich nehme an einem Krafttraining- und Fitnesskurs teil. Er heißt „Muscle Power“. Inmitten der Prüfungszeit brauche ich das einfach als Ausgleich. Sich zweimal die Woche richtig auspowern ist genau das richtige für mich. Man sollte sich als Student auch während der Prüfungszeit Zeit für andere Aktivitäten nehmen.“

Christopher Gottschalk

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