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Shantychöre gaben sich in Prerow ein Stelldichein

Prerow Shantychöre gaben sich in Prerow ein Stelldichein

Veranstaltung des Kurbetriebes kam gut an / Von Freitag bis Sonntag wurde auf der Freilichtbühne des Ostseebades ein abwechslungsreiches Programm geboten

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„Wir haben die Musik am Strand gehört und sind hergekommen“, so Katerina (36) und Nicholas (37) Thiele aus Dresden.

Prerow. Beim 2. Prerower Shantychortreffen in Prerow am Wochenende waren fast alle Shantychöre und -gruppen, die an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern zu Hause sind, zu erleben. Mit dabei die„Prerow Stromer“. Auf diese hatte sich Juliane Neidhardt besonders gefreut. Den Shanty-Fan sieht man ihr erst auf den zweiten Blick an. 27 Jahre jung gesteht die Berlinerin ihren „Seefahrerfimmel“, dem sie mit Halskettchen und typischem Anker-Tattoo bunten Ausdruck verliehen hat. Schon als Kind lauschte sie im Radio maritimen Liedern. „Das klang nach Meer und Freiheit.“

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Veranstaltung des Kurbetriebes kam gut an / Von Freitag bis Sonntag wurde auf der Freilichtbühne des Ostseebades ein abwechslungsreiches Programm geboten

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Im letzten Jahr kreuzte die Prerow-Urlauberin zufällig den Kurs des Shanty-Treffens, in diesem Jahr war sie gezielt zum Festival gekommen. „Die Chöre machen einfach richtig Spaß!“ Auf große Samstagsfahrt hatte bereits die „Prohner Hafengang“, das „Duo Ossenkopp“ die Passagiere mitgenommen. Die „Blänke“ aus Wismar singen seit 19 Jahren zusammen und traten zum ersten Mal in Prerow auf.

Zeit wurde es, schließlich ist eine Blänke die erste Lichterscheinung am Horizont - noch vor Sonnenaufgang. „Mönchguter Fischköpp“, „Schweriner Klönköpp“ und der „Shantychor Usedom“ übernahmen das Steuer am Sonntag.

Leinen los, das Besam ist gesetzt, volle Kraft voraus, die Möwe ist schon in Helgoland, die Pest in Madagaskar, die Matrosen segeln nach Südaustralien, zu den verflucht leichten Mädchen nach Curacao und in die Bars von Georgetown oder fischen in der Barentssee, damit Molly Malone ihren Wagen mit Meeresfrüchten weiter durch die Gassen Dublins schieben kann. In den brausenden Stürmen klingen nicht nur -„Rum-Fallera“ - hell die Gläser sondern auch das Schifferklavier - das kann doch einen Seemann nicht erschüttern. Der heißt in hundert Liedern Hein (gesungen Haaeeiin), hat eine treue Braut im heimischen Hafen, beim Abschied blickt er zurück, Wimperklimpern, Wellen, Wind und Wiedersehen, der Sohn heißt natürlich Hein ...

Rita Tessnow und Brigitte Goecks, Rentnerinnen aus Perleberg, sind begeistert vom Shantychor Sassnitz: „Sie haben die Seemanns-Stimmung ins Publikum getragen, das war richtig emotional“. Beeindruckt hatte sie auch schon Peter Eidam, der das Festival am Freitagabend mit einer „faszinierend regionalen“ Liebeserklärung an seine Ostsee eröffnete. Von ihm übernahmen die „Fischlänner Seelüd“ das Ruder, um es nach einer runden Stunde an die Crew der „Prerow Stromer“ zu übergeben. Seit Jahren kommen die beiden Damen jedes Jahr nach Prerow um auf der Halbinsel zu radeln, sie lieben die Urwüchsigkeit zwischen Leuchtturm und Weststrand.

Nicht ganz so weit hatte es Familie Thiele, Urlaubsgäste aus Dresden. Eine sanfte Brise trug Katerina (36) und Nicholas (37) den Seemannsgesang zu und sie folgten mit ihren Kindern Elin, Amalia und Jonathan dem Ruf der Matrosen. „Wir waren hier am Strand und haben die Musik gehört. Sie ist schön, auch wenn wir sie vielleicht nicht den ganzen Tag hören würden.“ Unter blauem Himmel hatten sich gerade rund 350 Passagiere in einen schattigen, gemütlichen Seegang geschunkelt, als Breitlings „Maritimer Kraftgesang“ manche Landratte aus ihren verklärten Matrosenträumen riss und den Unterschied zwischen Kreuz- und Kaperfahrt auch akustisch klar machte. International unterwegs sind sie eine Klasse für sich. Vor 30 Jahren auf Kiel gelegt, stach die Rostocker Formation mit Verspätung in See, versöhnte jedoch mit einem Einstieg ohne elektrische Verstärkung mit authentischem A-Capella-Gesang. Dann begleiteten Trommel, Gitarre, Akkordeon, Tin-Whistle und Löffel die kernig-klaren Stimmen.

Die „Zimmerleute in Großvaterhemden aus Bettwäsche“ machten keinen Hehl aus ihrem Wunsch „zu missionieren“, wenn es um die Arbeitslieder der Matrosen (Shantys) ging.

Susanne Retzlaff

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